Kempten

Über 100.000 Euro Schaden: Internetbetrüger zocken Menschen im Raum Kempten ab

Internetbetrüger haben im Raum Kempten gleich mehrere Menschen im ihr Geld gebracht. Der Gesamtschaden: über 100.000 Euro. Die Masche der Täter.

Internetbetrüger haben im Raum Kempten gleich mehrere Menschen im ihr Geld gebracht. Der Gesamtschaden: über 100.000 Euro. Die Masche der Täter.

Bild: Franziska Gabbert, dpa (Symbolbild)

Internetbetrüger haben im Raum Kempten gleich mehrere Menschen im ihr Geld gebracht. Der Gesamtschaden: über 100.000 Euro. Die Masche der Täter.

Bild: Franziska Gabbert, dpa (Symbolbild)

Internetbetrüger haben im Raum Kempten gleich mehrere Menschen um ihr Geld gebracht. Der Gesamtschaden: über 100.000 Euro. Die Masche der Täter.
30.06.2021 | Stand: 10:48 Uhr

Die Masche ist seit Jahren bekannt - und findet doch immer wieder Opfer. Mit sogenannten Phishing-Mails haben Internetbetrüger im Raum Kempten gleich mehrere Menschen um ihr Geld gebracht. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf über 100.000 Euro.

Bei ihrem Beutezug gingen die Täter sehr raffiniert zu. Zunächst schickten sie den Opfern Mails, die so aussahen, als kämen sie von deren Hausbank. Darin hieß es, dass es Änderungen der Sicherheitsbestimmungen oder Systemumstellungen gebe. Die Mail enthielt einen Link zu einer Website, auf der die Bankdaten zur Verifikation und eine Telefonnummer eingetragen werden sollten. In der Mail hieß es außerdem, dass sich in den nächsten Tagen ein Mitarbeiter telefonisch melden werde, um die Umstellung durchzuführen.

Wer darauf hereinfiel und seine Daten auf der gefälschten Webseite eintrug, erhielt wenige Tage später tatsächlich einen Anruf. Dabei gaben sich die Täter als Bankmitarbeiter aus. Fatal dabei: Auch die angezeigte Rufnummer stimmte mit der Rufnummer der Hausbank überein. "Diese Rufnummer wurde durch die Täter gefälscht, um bei den Opfern zusätzlich Vertrauen zu gewinnen", so das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West.

Was die Opfer ebenfalls nicht ahnten: Über den Zugang zum Online-Banking hatten die Täter bei der Hausbank die Freischaltung eines weiteren Gerätes zur Authentifizierung angestoßen. Bevor dieses von der Bank freigeschalten wird, wird ein Code an ein bestehendes, bereits legitimiertes Gerät des Kunden gesendet. Die falschen Bankangestellten baten die Betroffenen nun, diesen Code, der als SMS oder PushTAN auf das Handy der Opfer gesendet wurde, per E-Mail oder als Eingabe auf eine Website weiterzuleiten.

Betrüger hatten Telefonnummern und Webseiten gefälscht

Sobald die Täter diese Codes erhielten, konnten sie jetzt ihr eigenes Gerät zur PushTAN-Generierung nutzen und ohne Zutun der Kontoinhaber Überweisungen ausführen. Da taten sie und buchten mehrfach vierstellige Beträge von den Konten ihrer Opfer ab. Da es sich meist um Sofortüberweisungen handelte, konnte auch die darauf informierte Bank die Zahlungen nicht mehr stoppen.

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"Nachdem das Geld abgebucht wurde, gaben die Täter an, dass das Onlinebanking wegen der Änderungen nun für einige Zeit nicht zur Verfügung stünde. Dadurch zögerten die Täter die Entdeckung der Abbuchung hinaus und die Tat fiel in einzelnen Fällen erst Tage später auf", so die Polizei, die den so entstandenen Schaden auf über 100.000 Euro beziffert.

Das Vorgehen der Täter ist besonders perfide, da sie im Vorfeld durch die E-Mail bereits persönliche Daten ihre Opfer erfahren haben, die sie später im Gespräch als Untermauerung ihrer falschen Identität benutzten. So wussten Sie zum Beispiel das Passwort der Opfer oder den Namen des persönlichen Betreuers der Hausbank.

Tipps gegen Betrug per Telefon und Internet

  • Vorsicht, wenn Sie Mails bekommen, die scheinbar von Ihrer Bank stammen und zur Herausgabe von persönlichen Daten auffordern. Rufen Sie im Zweifelsfall direkt bei Ihrer Hausbank an und fragen Sie nach, ob die Mail echt ist.
  • Wenn Sie auf Internetseiten persönliche Daten eintragen wollen oder müssen, sehen Sie sich die Internetadresse dieser Seite oben in Ihrem Browser genau an. Oft sehen gefälschte Seiten im Netz sehr echt aus, sind aber an merkwürdigen Adressen doch zu erkennen.
  • Geben Sie niemals am Telefon Passwörter heraus, auch nicht an (vermeintliche) Bankanstellte.