Kemptener Ingenieurbüro ausgezeichnet

17 Millionen eingespart bei Sanierung der Sonthofer Burg

Über den ersten Platz beim Bayerischen Ingenieurpreis 2021 freut sich das Kemptener Büro Dr. Schütz Ingenieure. Aufwendige Versuche mit enormen Wasserlasten ermöglichten, in der Generaloberst-Beck-Kaserne historische Deckenkonstruktionen zu erhalten.

Über den ersten Platz beim Bayerischen Ingenieurpreis 2021 freut sich das Kemptener Büro Dr. Schütz Ingenieure. Aufwendige Versuche mit enormen Wasserlasten ermöglichten, in der Generaloberst-Beck-Kaserne historische Deckenkonstruktionen zu erhalten.

Bild: Büro Schütz

Über den ersten Platz beim Bayerischen Ingenieurpreis 2021 freut sich das Kemptener Büro Dr. Schütz Ingenieure. Aufwendige Versuche mit enormen Wasserlasten ermöglichten, in der Generaloberst-Beck-Kaserne historische Deckenkonstruktionen zu erhalten.

Bild: Büro Schütz

Kemptener Büro Dr. Schütz Ingenieure auf Platz 1 beim Bayerischen Ingenieurpreis. Wie es den Experten gelang, wertvolle Decken in den Gebäuden zu erhalten.
25.01.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Nachhaltig und wirtschaftlich sollen Projekte sein, die für den Bayerischen Ingenieurpreis eingereicht werden. „In idealtypischer Weise“ hat nach Ansicht der Jury Prof. Karl Georg Schütz vom Kemptener Büro Dr. Schütz Ingenieure diese Anforderungen erfüllt. Für spezielle Lösungen bei der Sanierung der Generaloberst-Beck-Kaserne (GOB) wurde er in München mit dem ersten Preis 2021 ausgezeichnet. Die Ehrung ist mit 5000 Euro dotiert.

Der Umbau der (GOB) ist ein wahres Mammutprojekt. 280 Millionen Euro investiert der Bund in Sanierung und neue Gebäude für die „Sonthofer Burg“. Sie soll nach Schließung von Jäger- und Grünten-Kaserne alle verbliebenen Einheiten und Dienststellen des Standorts aufnehmen.

Die Kaserne wurde in den 1930er Jahren erbaut. 13 denkmalgeschützte Gebäude werden zu Schulungsräumen der Bundeswehr umgebaut und ergänzt. Die sechsgeschossigen Unterkunftsgebäude sind 18 Meter breit und bis zu 190 Meter lang. In den oberen Geschossen haben sie Hohlkörperdecken aus Bimsbeton, sogenannte „Remy-Decken“.

0,01 Millimeter Messtoleranz

Ursprünglich sollten diese Konstruktionen ausgetauscht werden. Durch eine Serie von speziell entwickelten Belastungsversuchen gelang es dem Büro Dr. Schütz, die Tragfähigkeit der historisch wertvollen „Remy-Decken“ nachzuweisen. Mit einem eigens entworfenen Wasserbecken wurden dazu die Flächen stufenweise belastet. Die Durchbiegung der Decken ließ sich auf 0,01 Millimeter genau messen. Nach 93 erfolgreichen Experimenten war der Beweis erbracht, dass die Konstruktion heutige Sicherheitsanforderungen erfüllt. Sie kann somit auf der gesamten Fläche von 50 000 Quadratmetern weiter genutzt werden.

Schöner Effekt für Bund und Steuerzahler: Gegenüber einem Abriss und Neubau der Decken ließen sich rund 17 Millionen Euro Baukosten einsparen, etwa 16 500 Kubikmeter Bauschutt vermeiden und der Ausstoß von 3600 Tonnen CO2 verhindern.

Kemptener Büro ist bundesweit aktiv

Das vielfach ausgezeichnete Büro beschäftigt 50 Mitarbeiter. Die Experten sind bundesweit gefragt. Bei der Renovierung der St. Lorenz-Basilika sind sie aktuell ebenso eingebunden wie bei der Sanierung von St. Anton sowie früher bei der Erneuerung der Brücken übers Wertachtal oder über die Iller bei Stein.