Feuer in Kempten

54-Jährige stirbt bei Brand in Kemptener Hochhaus

Brand in Hochhaus in Memminger Straße:

BRand in 1-Zimmer-Appartment, ein Toter. Bewohner evakuiert, EInsatzkräfte vor Ort

Für die Bewohnerin der Wohnung in der Memminger Straße kam jede Hilfe zu spät.

Bild: Matthias Becker

Für die Bewohnerin der Wohnung in der Memminger Straße kam jede Hilfe zu spät.

Bild: Matthias Becker

Eine 54-jährige Frau stirbt, 50 Bewohner müssen das Haus verlassen. Mehr als 100 Helfer der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei sind im Einsatz.

14.06.2020 | Stand: 20:46 Uhr

Bei einem Wohnungsbrand in Kempten ist am Sonntagmorgen eine Frau (54) ums Leben gekommen. Nähere Informationen zur Identität des Opfers wollte die Polizei zunächst nicht herausgeben. Der betroffene Wohnblock in der Memminger Straße wurde evakuiert.

„Gegen 8 Uhr hat es zu brennen begonnen, die Flammen schlugen sichtbar aus dem vierten Stock“, berichtete Marcus Hörmann, Leiter der Polizeiinspektion Kempten, im Gespräch mit unserer Redaktion. Insgesamt waren 100 Helfer der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei im Einsatz. Die Feuerwehr brachte den Brandherd nach Aussagen von Hörmann schnell unter Kontrolle.

Was genau das Feuer verursacht hat war zunächst unklar. Für die Frau kam jede Hilfe zu spät.

Wohnblock wurde evakuiert

In dem betroffen Block sind 50 Bewohner gemeldet, sie alle mussten ihre Wohnungen verlassen und sich an einer Tankstelle gegenüber des Gebäudes sammeln. Die Beamten kontrollierten laut Hörmann die Anwesenheit. Zudem inspizierten die Helfer so schnell wie möglich alle Räumlichkeiten um sicher zu gehen, dass dort niemand vergessen oder gar verletzt wurde.

„Die Leute wurden vom Rettungsdienst vor Ort mit heißen Getränken versorgt“, sagte Hörmann. Zudem wurden Fahrzeuge organisiert, in denen sich die Betroffenen aufwärmen konnten. Zweieinhalb Stunden durfte keiner von ihnen ins Gebäude, gegen 11 Uhr konnten die Menschen dann wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. „Die Bewohner haben gut mitgearbeitet und tapfer alles ausgehalten.“ Die Beamten der Kriminalpolizei haben die Ermittlungen aufgenommen.

Drei schwere Brände im Juni

Das Feuer ist bereits der dritte Brand mit schweren Folgen innerhalb weniger Wochen in der Region. Ende Mai war eine Sägewerks-Halle in Bad Grönenbach in Flammen aufgegangen, der Schaden wurde auf über eine Million Euro geschätzt. Bei dem Großbrand im Unterallgäu waren mehr als 220 Einsatzkräfte vor Ort.

Kurze Zeit später brannte eine Lagerhalle im Ostallgäuer Günzach bis auf die Grundmauern nieder. Der Schaden: Etwa 1,2 Millionen Euro. Ausgelöst wurde der Brand nach Polizeiangaben durch Reparaturarbeiten, die ein 49-jähriger Mieter an seinem Motorrad ausführte. Das Fahrzeug war in der Lagerhalle untergestellt. Insgesamt waren 200 Kräfte mehrerer Feuerwehren, des Rettungsdienstes und der Polizei im Einsatz. Damals hatten Landwirte die Helfer unterstützt, indem sie Wasser anlieferten.

Im Gegensatz zu dem Wohnungsbrand in Kempten sind bei den Großbränden im Ostallgäu und im Unterallgäu keine Menschen zu Schaden gekommen.

Bilderstrecke

Todesopfer bei Wohnungsbrand in Kempten