Burghalde Kempten

Abenteuerlicher Probenstart für Märchensommer auf der Burghalde

Märchensommer Allgäu 2021: Aladin und die Wunderlampe

Erste Proben zum Familien-Musical „Aladin und die Wunderlampe" haben auf der Burghalde im Straßengewand oder in angedeuteten Kostümen stattgefunden.

Bild: Matthias Becker

Erste Proben zum Familien-Musical „Aladin und die Wunderlampe" haben auf der Burghalde im Straßengewand oder in angedeuteten Kostümen stattgefunden.

Bild: Matthias Becker

Das Kemptener Theater probt auf der Burghalde das Familien-Musical „Aladin und die Wunderlampe". Dabei spielt auch das unbeständige Wetter eine wichtige Rolle.
08.07.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Silvia Armbruster hat gerade das Zeichen zum Start der Probe gegeben – da fängt es zu tröpfeln an. Hans Piesbergen darf mit seinem E-Roller dennoch ein paar Runden auf der Burghalde-Bühne drehen und Richtung der Sitzreihen rufen: „Oh – Volk von Kempten ist da!“ Dann zieht Armbruster die Reißleine. „Stopp!“, schreit die Regisseurin und sorgt dafür, dass Soundanlage und Lautsprecherboxen vor dem Regen geschützt werden.

Auch über Magnus Dauner ziehen die Schauspielerinnen eine wasserdichte Plane – er hat vorn an der Bühne sein Schlagwerk aufgebaut, um mit Percussion-Klängen das Geschehen zu illustrieren und kommentieren. Die empfindlichen Instrumente sollen nicht nass werden.

Märchensommer auf der Burghalde: Das Ensemble ist den Launen der Natur augesetzt

„Das Wetter ist heuer sehr unbeständig“, sagt Silvia Armbruster und seufzt. Seit einigen Tagen probt die Intendantin des Kemptener Theaters in der Funktion als als Regisseurin mit einem jungen Ensemble das neue Märchensommer-Musical auf der Burghalde. Weil es weder ein Dach über der Bühne noch über den Amphitheater-ähnlichen Zuschauerreihen gibt, ist die 20-köpfige Truppe den Launen der Natur ausgesetzt. „Freilichttheater ist immer ein Abenteuer“, lautet der Kommentar von Thomas Killinger, dem musikalischen Leiter.

Nach dem coronabedingten Ausfall im vergangenen Jahr versucht es Armbruster diesen Sommer erneut mit „Aladin und der Wunderlampe – neu erleuchtet“. Wie schon bei den Vorgänger-Stücken handelt es sich um ein lustiges Musical für die ganze Familie mit vielen interaktiven Elementen. Das heißt: Die großen und vor allem kleinen Zuschauer sollen mitmischen. Sie dürfen reinrufen, Ratschläge geben und auch mal singen oder sich bewegen. Nächsten Donnerstag ist Premiere.

Insgesamt ist „Aladin“ 16 Mal zu sehen, von 15. Juli bis 22. August – unter Corona-Bedingungen. Das bedeutet: Das Stück dauert nur eine gute Stunde, es gibt keine Pause, und jede zweite Sitzreihe muss freibleiben. So finden nur maximal 400 Besucherinnen und Besucher Platz, sonst wären es viel mehr. Außerdem gibt es bei Regen kein Ausweichen ins Stadttheater. Wer Aladin sehen möchte, sollte also einen Anorak oder Poncho mitnehmen. Denn abbrechen möchte Silvia Armbruster das Stück erst dann, wenn es ein Unwetter gibt oder die Schauspieler gefährdet sind. (Lesen Sie auch: Kemptener Theater bringt gute Laune ins Haus)

Kemptener Theater probt auf der Burghalde das Familien-Musical „Aladin und die Wunderlampe"

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Armbruster hat an diesem Proben-Vormittag ebenfalls einen Anorak angezogen. Trotz des leichten Nieselns geht es weiter. Schnell wird klar, dass das Publikum bei „Aladin“ viel wird lachen können. Dann steht die erste Gesangs-Nummer an. Stephanie Marin in der Hauptrolle als Aladin und Corinne Steudler als seine Freundin Susu singen zur Musik, die vom Band kommt, ein Duett und tanzen dazu. Offenbar führen Silvia Armbruster und ihr Team das Erfolgsrezept früherer Jahre fort. Erneut haben sie eine Produktion vom Märchensommer in Wien übernommen, vor allem die Musik und den Text, teilweise auch die Kostüme. Alles Übrige produzieren die Kemptener selbst – vom Bühnenbild mit Palmenflair bis zur Gestaltung der Musik.

Auch Oberbürgermeister Thomas Kiechle schaut kurz bei den Proben vorbei. „Der Märchensommer hat ganz schön eingeschlagen“, sagt er, „nicht nur in Kempten, sondern im ganzen Allgäu.“ Das soll so bleiben. „Der Vorverkauf läuft gut“, berichtet Organisatorin Uli Rottenburger. „Aber die Leute sind zögerlicher als sonst.“

Dieses Jahr wird die Burghalde nicht nur mit dem Musical bespielt. Mit Ausnahme des Premierentages gibt es an allen Abenden weitere Veranstaltungen auf dem Hügel über der Altstadt. Weil wegen Corona so viele Vorstellungen ausgefallen sind, hat die Kemptener Bühne auf den „Märchensommer“ noch einen „Theatersommer“ draufgesattelt – und damit die Saison, die gewöhnlich im Mai oder Juni endet, bis in den August hinein verlängert. (Lesen Sie auch: Multitalent Corinne Steudler verstärkt Theater-Ensemble in Kempten)

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