Abwasserreinigung und Umweltschutz

Abwasserverband Kempten will jährlich 91.000 Kilo Kohlendioxid einsparen

Klärwerk Lauben

Bei der Übergabe des Bewilligungsbescheids für den Abwasserverband (von links): Verbandsvorsitzender Thomas Kiechle, Geschäftsleiter Franz Beer und Karl Schindele, Chef des Wasserwirtschaftsamts Kempten.

Bild: Martina Diemand

Bei der Übergabe des Bewilligungsbescheids für den Abwasserverband (von links): Verbandsvorsitzender Thomas Kiechle, Geschäftsleiter Franz Beer und Karl Schindele, Chef des Wasserwirtschaftsamts Kempten.

Bild: Martina Diemand

Neue Technik beim Abwasserverband: Für den Schichtwärmespeicher gibt es erst den Bayerischen Innovationspreis und dann 360.000 Euro vom Umweltministerium.
05.11.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Mit seinem neuen Schichtwärmespeicher kann der Abwasserverband Kempten im Jahr umgerechnet etwa 50.000 Kubikmeter Erdgas einsparen. Für das geplante Vorhaben war der Verband bereits 2018 vom Umweltministerium mit dem „Bayerischen Abwasserinnovationspreis“ ausgezeichnet worden.

Das Ministerium sagte zu, bis zu 60 Prozent der 600.000 Euro Baukosten zu schultern, und vergab entsprechend ein Preisgeld in Höhe von 360.000 Euro. Seit Ende Juni ist dieser Schichtspeicher nun in Betrieb – wegen Corona ein Jahr später als geplant. Jetzt ging das Preisgeld dafür beim Abwasserverband ein.

Es habe sich bereits gezeigt, dass das berechnete Einsparpotenzial erreicht wird, freut sich Franz Beer, Geschäftsleiter des Abwasserverbands. Laut Beer kann der Verband so im Jahr etwa 400.000 bis 600.000 Kilowattstunden Wärme einsparen bzw. etwa 91.000 Kilogramm Kohlendioxid.

Wenn aus Klärgas acht Millionen Kilowattstunden Strom werden

Der Abwasserverband erzeugt im Jahr aus Klärgas etwa acht Millionen Kilowattstunden Strom. Das entspricht laut Mitteilung der für die Abwasserreinigung erforderlichen Menge an elektrischer Energie. Durch den Schichtwärmespeicher könne nun neben dem elektrischen Energieverbrauch auch der Wärmebedarf zum allergrößten Teil selbst gedeckt werden.

Für Beer ist das ein weiterer Schritt in eine energieautarke Abwasserreinigung. Den Weg dorthin hatte der Abwasserverband schon vor über zehn Jahren eingeschlagen: Damals wurden die Blockheizkraftwerke erneuert und der Klärprozess optimiert, was zu einer erheblichen Energieeinsparung führte.

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Und wie funktioniert nun der neue Schichtwärmespeicher? Geschäftsleiter Beer erklärt: Bei der Umwandlung des Klärgases in Strom falle Abwärme an. Der Speicher trenne die Erzeugung der Wärme von den jeweiligen Verbrauchern wie Klärschlammtrocknung, Gebäude- und Faulschlammheizung. Das Heizungswasser im Speicher befindet sich je nach Temperatur in verschiedenen Schichten und soll sich auch bei Entnahme und Rückfluss nicht innerhalb des Behälters durchmischen. So könne im Normalfall die ganze anfallende Wärme genutzt werden und müsse nicht mehr zum Teil über Kühler an die Umgebung abgegeben werden.

Vom Klärwerk zum Kraftwerk: Es gibt noch mehr Ideen

Zudem hat der Abwasserverband mit dem Antrag „Vom Klärwerk zum Kraftwerk“ im Rahmen des vom Bundes-Umweltministerium geförderten „Kommunalen Klimaschutz-Modellprojekt“ aufgezeigt, wie weitere 10.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden könnten. Die Erzeugung von Wasserstoff im Klärwerk wäre ein Teilprojekt der Förderung. Mit der Gesamtmaßnahme wäre das Klärwerk sogar eine „CO2-Senke“, sagt Beer. Doch ein Förderbescheid liege hier derzeit noch nicht vor.

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