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Familie Wegmann ist "das Rückgrat der Allgäu Comets"

Die Wegmanns (von links: Mutter Christine, Sohn Sven und Vater Armin) vor dem Comets-Haus in Kempten. Die Vereinszentrale mit Zimmern für Import-Spieler, Fan-Shop, Kraftraum und weiteren Räumlichkeiten war lange ein großer Traum der Familie. Mitte 2020 wurde das Projekt realisiert.

Die Wegmanns (von links: Mutter Christine, Sohn Sven und Vater Armin) vor dem Comets-Haus in Kempten. Die Vereinszentrale mit Zimmern für Import-Spieler, Fan-Shop, Kraftraum und weiteren Räumlichkeiten war lange ein großer Traum der Familie. Mitte 2020 wurde das Projekt realisiert.

Bild: Ralf Lienert

Die Wegmanns (von links: Mutter Christine, Sohn Sven und Vater Armin) vor dem Comets-Haus in Kempten. Die Vereinszentrale mit Zimmern für Import-Spieler, Fan-Shop, Kraftraum und weiteren Räumlichkeiten war lange ein großer Traum der Familie. Mitte 2020 wurde das Projekt realisiert.

Bild: Ralf Lienert

Bei den Footballern der Allgäu Comets gibt's viel zu tun. Durch Corona ist vieles aufwendiger geworden. Familie Wegmann aus Kempten greift dabei unter die Arme.
11.07.2021 | Stand: 14:50 Uhr

Die meisten Sportvereine leben von ehrenamtlichen Mitarbeitern. Auch bei den American Footballern der Allgäu Comets wäre ohne freiwillige Helfer vieles nicht möglich. Eine Familie sticht dabei besonders heraus. „Die Wegmanns sind das Rückgrat unseres Vereins. Sie verkörpern das Ehrenamt wie kaum jemand sonst“, sagt Vizepräsident Francis Bah. Armin Wegmann, seine Frau Christine und Sohn Sven sind seit etlichen Jahren eine Stütze des Football-Vereins aus Kempten.

Angefangen hat das Engagement der Wegmanns durch eine Einladung zu einem Heimspiel. Ein Bekannter schenkte der Familie Tickets für ein Stadionbesuch – das war vor mehr als einem Jahrzehnt. Seither sind die Drei nicht mehr aus dem Verein wegzudenken. Beim Organisieren von Trainings und Spielen sind die Wegmanns stets mit eingebunden. „Die Comets haben uns damals direkt in ihren Bann gezogen und uns seitdem nicht mehr losgelassen“, sagt Sven Wegmann. Und Vater Armin ergänzt: „Bei den Comets ist jeder für jeden da. Deshalb ist unsere Familie mit so viel Herzblut dabei.

Allgäu Comets Kempten: Wegmanns kümmern sich um Fans, Technik und Spieler

Christine Wegmann ist gewissermaßen die Frau für alles. Die gelernte Arzthelferin ist seit April bei den Trainingseinheiten für die Corona-Tests der Spieler zuständig. Diese Verantwortung wurde ihr auch beim ersten Heimspiel der Saison gegen die München Cowboys zuteil. Zudem kümmere sich die 55-Jährige im Illerstadion um das Drumherum, wie sie selbst sagt. Beispielsweise bedient Christine Wegmann während der Spiele die elektronischen „Delay of game“-Anzeigen. „Zudem denkt sie an alles, was wir anderen tagtäglich übersehen. Meine Mutter war gegen die Cowboys schon um acht Uhr morgens vor Ort“, sagt Sohn Sven.

Doch auch unter der Woche gibt es in der Familie oft nur ein Thema. „Unser Alltag dreht sich hauptsächlich um die Comets. Wir sind über die Jahre einfach immer weiter hineingerutscht“, sagt Christine und ergänzt: „Wir sind jedoch nicht die Einzigen. Im Verein gibt es noch viele andere engagierte Helfer, ohne die wir den ersten Heimspieltag nie hinbekommen hätten.“

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Auch Armin Wegmann war beim Sieg gegen die Munich Cowboys mit von der Partie. Vor allem als Motivator für Fans und Spieler. Seit vielen Jahren schwenkt das ehemalige Vorstandsmitglied bei jedem Touchdown der Comets eine große Fahne und sorgt so für Stimmung im Stadion. Außerdem betreut er seit sechs Jahren die Import-Spieler der Kometen. Seit 2020 wohnen diese im Comets-Haus im Kemptener Zentrum in der Beethoven-Straße. In der Zentrale ist zudem die Geschäftsstelle, ein Konferenzraum, der Fanshop und vieles mehr untergebracht.

Fottball in Kempten: Verantwortlich von der Matratze bis zum Kronleuchter

„Dort kümmere ich mich um alles Mögliche. Ich bin von der Matratze bis hin zum Kronleuchter verantwortlich“, sagt Armin Wegmann. Seine Frau fügt hinzu: „Es war ein großer Traum von uns, alles unter ein Dach zu bringen.“ Doch das beansprucht viel Zeit. Armin Wegmann ist oft in der Mittagspause und nach der eigentlichen Arbeit noch zugange. Mittlerweile überlegt der 56-Jährige aber, ob er nach einer Schulter-OP etwas kürzertritt. Allerdings hat er bisher keinen Nachfolger gefunden.

Sven Wegmann hat zurzeit eines der wichtigsten Vereinsämter inne. Der 25-Jährige ist Hygiene-Beauftragter der Comets und trug großen Anteil am reibungslosen Ablauf des ersten Heimspiels der Saison: „Die letzten Wochen waren anstrengend und zeitintensiv. Allein am Spieltag war ich 13 Stunden beschäftigt.“ Außerdem kommentiert Sven Wegmann seit zwei Jahren die Live-Streams der Erstligaspiele. All das, obwohl der Veranstaltungstechniker berufstätig ist: „Ich arbeite bei der Stadt Kempten. Allerdings entfallen durch die Corona-Pandemie zurzeit viele Veranstaltungen. So finde ich genug Zeit für meine Aufgaben bei den Comets.“

Allgäu Comets Heimspiel: Gegen Hurricanes sind bis zu 500 Fans erlaubt

Die Vorbereitungen für das nächste Heimspiel am Sonntag, 11. Juli, um 15 Uhr gegen die Saarland Hurricanes waren erneut stressig: „Es war noch mal anstrengender, da diesmal mehr Zuschauer erlaubt sind“, sagt Wegmann. Trotzdem blickt der 25-Jährige optimistisch auf das Duell gegen die Hurricanes: „Wir haben nach dem ersten Heimspieltag ein super Feedback unserer Gäste bekommen. Das macht Lust auf mehr.“ Am Sonntag werden im Kemptener Illerstadion bis zu 500 Fans erwartet. Mit einem Sieg gegen die Hurricanes können die Comets ihrer Führung in der GFL-Division Süd2 ausbauen.

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