Corona-Krise

Allgäuer Reisebüros senden bei Demo in Kempten erneutes SOS

Corona-Pandemie: Demo der Reisebranche in Kempten

Ein Hilfeschrei der Allgäuer Reiseunternehmer in Richtung Politik: Um die Corona-Krise zu überstehen, hoffen sie auf einen Reise-Rettungsfonds.

Bild: Matthias Becker

Ein Hilfeschrei der Allgäuer Reiseunternehmer in Richtung Politik: Um die Corona-Krise zu überstehen, hoffen sie auf einen Reise-Rettungsfonds.

Bild: Matthias Becker

Reiseunternehmer kommen wegen der Corona-Krise in Schieflage und befürchten viele Insolvenzen. In Kempten melden sich auch Politiker zu Wort.
20.05.2020 | Stand: 18:28 Uhr

„Fast 30 Jahre habe ich versucht, den Karren nicht an die Wand zu fahren“, sagt Ulrich Klose vom Reisebüro Wigwam Expeditionen. „Und jetzt ist es so, dass der Karren unverschuldet gegen die Wand kracht und man sich dazu noch beide Arme und Füße bricht.“

So sieht sie momentan aus, die Gefühlswelt des selbstständigen Reiseunternehmers aus Waltenhofen in Zeiten der Corona-Krise. Denn wie er haben die Allgäuer Reisebüros und -veranstalter enorm zu leiden unter den Beschränkungen. „Keine Einnahmen, laufende Kosten und Rückerstattungen der vor Corona gebuchten Reisen zu 100 Prozent“, fasst Elfriede Wank-Wrba von Meridia-Reisen aus Obergünzburg die Situation zusammen.

Touristiker befürchten 90 Prozent Einbußen

Diana Hirnigl vom Profi Reisecenter Kempten spricht von 90 Prozent erwarteter Umsatzeinbuße für das Jahr 2020 und befürchtet viele Insolvenzen. Auf der Demo in Kempten wurde deswegen der wiederholte Ruf nach einem Deutschen Reise-Rettungsfonds lauter: „SOS! Rettet die Reisebüros!“

Bilderstrecke

Demo in Kempten: "SOS! Rettet die Reisebüros!"

Allgäuer Politiker unterstützen Demonstranten

Auf dem Rathausplatz versammelten sich an die 30 Touristiker – mit Sicherheitsabstand. Und gekommen waren auch Kemptener und Oberallgäuer Politiker. Sie hörten sich die Sorgen der Unternehmer an und unterstützten in ihren kurzen Wortbeiträgen unisono die Demonstrierenden. „Wir brauchen eine Schutzschirmfunktion für die Reisebranche“, forderte zum Beispiel Thomas Gehring (Grüne). „Der Bund muss ein Hilfspaket auflegen“, sagte Thomas Kreuzer (CSU).