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Ein Areal - viele Ideen: Was wird aus der Allgäuhalle in Kempten?

Die denkmalgeschützte Allgäuhalle wird voraussichtlich Mitte 2022 frei. Dann will die Allgäuer Herdebuchgesellschaft nach Angaben von Geschäftsführer Thomas Bechteler mit ihren Viehauktionen aus- und ihren Neubau in Unterthingau beziehen.

Die denkmalgeschützte Allgäuhalle wird voraussichtlich Mitte 2022 frei. Dann will die Allgäuer Herdebuchgesellschaft nach Angaben von Geschäftsführer Thomas Bechteler mit ihren Viehauktionen aus- und ihren Neubau in Unterthingau beziehen.

Bild: Ralf Lienert

Die denkmalgeschützte Allgäuhalle wird voraussichtlich Mitte 2022 frei. Dann will die Allgäuer Herdebuchgesellschaft nach Angaben von Geschäftsführer Thomas Bechteler mit ihren Viehauktionen aus- und ihren Neubau in Unterthingau beziehen.

Bild: Ralf Lienert

Die Herdebuchgesellschaft zieht 2022 aus der Allgäuhalle Kempten aus. Was dann auf dem Areal passiert, ist ungewiss. Es gibt Interessenten – laute und leise.
19.08.2021 | Stand: 06:01 Uhr

Wenn die Allgäuer Herdebuchgesellschaft Kempten voraussichtlich Mitte 2022 verlässt, geht eine Ära zu Ende. Vieh wechselt auf dem Allgäuhallen-Areal dann jedenfalls nicht mehr den Besitzer, höchstens in Spielfigur-Größe auf einem der Flohmärkte.

Wer das denkmalgeschützte Gebäude künftig bespielt (und wie) – mit dieser Frage beschäftigen sich einige Kemptenerinnen und Kemptener. Es gibt bereits mehrere konkrete Ideen, wie sie sich das Areal künftig vorstellen. In den nächsten Monaten soll der Stadtrat entscheiden, in welche Richtung es geht.

Von der Viehauktion zur Veranstaltungshalle - Welche Kosten auf die Stadt Kempten in Sachen Allgäuhalle zukommen

Dann wird es auch um die Frage gehen: Wie viel Geld steckt die Kommune in das Gebäude? Allein um die Allgäu- mitsamt Kälberhalle nach dem Auszug der Herdebuchgesellschaft überhaupt weiterhin nutzen zu können, muss die Stadt mindestens 155.000 Euro investieren. Das ergab die erste Zwischenbilanz eines Architekturbüros, demzufolge die Bausubstanz des Gebäudes zu wünschen übrig lasse. Steigen die Ansprüche, steigen freilich auch die Kosten. Nach wie vor sind allerdings viele Fragen offen – auch was das Gebäude betrifft: Sollte die Allgäuhalle zu einer Versammlungsstätte umgebaut werden, bedarf es einer gesonderten Prüfung. Das können sich mehrere Interessierte vorstellen: die Allgäuhalle als Veranstaltungsraum.

Wie sieht die Allgäuhalle in Zukunft aus? Diese vier Szenarien gibt es

Thomas Kästle hatte sich im vergangenen Jahr intensiv mit den Areal beschäftigt. Er ist Geschäftsführer der Firma Eloprop aus Regensburg, die sich mit der Zukunft von Städten befasst. Nach einer Umfrage und einem Workshop mit Akteuren in Kempten präsentierte er vier mögliche Nutzungsszenarien. Nach wie vor stehen weiterhin alle vier zur Debatte:

  • Szenario 1 – Kulturquartier: Mittlerweile sollten die meisten Kemptenerinnen und Kemptener von dieser Idee gehört haben: Schließlich rühren Unterstützer für das „Kulturquartier“ seit Monaten die Werbetrommel. Die Idee für die „Halle für alle“ hatte Immobilienentwickler und Konzertveranstalter Thomas Wirth. Er fand bei Kulturschaffenden viel Zuspruch, allen voran Stephan A. Schmidt, Leiter des Kunstvereins „Artig“. Er sitzt dem jüngst gegründeten Unterstützerverein vor. Das Konzept umfasst unter anderem Konzerte, Ateliers, eine Skatehalle und eine KZ-Gedenkstätte.
  • Szenario 2 – Erweiterung Big Box: Laut Kästle könnte die bestehende Veranstaltungshalle Big Box Allgäu in unmittelbarer Nachbarschaft erweitern und in „einer unkonventionellen Location“ zusätzliche Veranstaltungen anbieten. Geschäftsführer Christof Feneberg bestätigt auf AZ-Anfrage: „Die Idee gibt es seit vielen Jahren und war bereits in Zeiten von OB Netzer im Gespräch.“ Mehr dazu lesen Sie in der Samstagausgabe der Allgäuer Zeitung.
  • Szenario 3 – Slowfood-Halle: Eine weitere Überlegung ist eine „Allgäuer Markt- und Slowfoodhalle“ mit dauerhaften Verkaufsflächen, Läden und Gastronomie-Bereichen. Naturschutz, gesunde Ernährung und regional erzeugte Produkte könnten eine Rolle spielen.
  • Szenario 4 – Freiraum: In einem „Freiraum“ könnte die künftige Nutzung schrittweise entwickelt werden – mit Ateliers, Werkstätten sowie Experimentierflächen für Schulen, Start-Ups oder Trendsportarten. Der Erfolg wäre laut Kästle abhängig von den Akteuren.

Diskutieren sie vor Ort mit: Nächste Woche ist die AZ zu Gast in der Allgäuhalle

All das ist Thema währen der nächsten „Mobilen Redaktion“ der Allgäuer Zeitung am Mittwoch, 25. August, zwischen 18 und 20 Uhr. Vertreter der Stadtverwaltung sowie an der Nutzung der Allgäuhalle Interessierte stehen für Fragen unserer Leserinnen und Leser bereit.

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