Alpinzentrum Kempten

Alpenverein will Ersatz für seine Parkplätze

Kempten Alpinzentrum

Benjamin Horn (links) und Max Schöndorfer aus Oberstaufen in der Kletterhalle der DAV-Sektion Allgäu-Kempten. Auf dem Parkplatz vor dem Haus soll eine Schule gebaut werden, dafür möchten die Vereinsmitglieder einen Ersatz.

Bild: Ralf Lienert

Benjamin Horn (links) und Max Schöndorfer aus Oberstaufen in der Kletterhalle der DAV-Sektion Allgäu-Kempten. Auf dem Parkplatz vor dem Haus soll eine Schule gebaut werden, dafür möchten die Vereinsmitglieder einen Ersatz.

Bild: Ralf Lienert

Die Sektion Allgäu-Kempten stellt Forderungen an die Stadt, die am Aybühlweg eine Grundschule plant. Der Vorstand soll auch das Cambomare einbeziehen.
06.10.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Die 22 .000 Mitglieder der Alpenvereinssektion Allgäu-Kempten wollen die Parkplätze vor ihrem Alpinzentrum nicht so einfach für den Bau einer Grundschule am Aybühlweg hergeben. Bei der Jahreshauptversammlung im Pfarrsaal St. Ulrich gaben sie nach ausgiebiger Diskussion dem Vorstand um Harald Platz und Klaus-Peter Wildburger das Mandat, Verhandlungen mit der Stadt für einen Parkplatzverkauf zu führen. Ihre Forderung: „Die auf dem Gelände wegfallenden Parkplätze werden dann auf einem zu errichtenden Parkdeck am Cambomare zur Verfügung gestellt.“

Geradezu hitzig diskutiert wurde der Verkauf der Parkplätze an die Stadt sowie die Gestaltung des Quartiersplatzes vor der neuen Grundschule. Die Stadt plant im Kemptener Westen eine zehnte Grundschule, dafür braucht sie die DAV-Parkplätze sowie das Gelände mit Beachvolleyball- und Bolzplatz. Auch die Radstrecke an der Kletterhalle fällt für den Neubau weg.

Abriss der Tannheimer Hütte 2022 geplant

Vorstandsmitglied Norbert Grotz informierte bei der Versammlung darüber hinaus zum Projekt Tannheimer Hütte: Nachdem die Corona-Krise und neue Auflagen des Bundesverbandes den geplanten Neubau in diesem Jahr verhinderten, ist der Abriss der alten Hütte und der Baubeginn nun für 2022 geplant: „Die Optik der Hütte wurde den Wünschen der DAV-Hüttenkommission angepasst.“

Jetzt laufe die Abstimmung mit der Bezirkshauptmannschaft in Reutte. Bewilligt diese den Bauantrag, entsteht das Gebäude im Frühjahr. Im Herbst 2022 könnte die neue Hütte dann öffnen. Die finanziellen Mittel sind von den Mitgliedern bereits freigegeben.

200.000 Euro in den Branschutz der Rappenseehütte investiert

Die benachbarte Jugendhütte wurde auch in diesem Jahr wieder als Selbstversorgerhütte genutzt. In der Rappenseehütte schloss der Verein unterdessen Arbeiten für den Brandschutz ab. Dafür investierte die Sektion etwa 200.000 Euro. „Damit ist die Hütte fit für die nächsten Jahre“, sagte Platz. Auf der Kemptener Hütte ist die Saison seit 3. Oktober vorbei. Dort läuft der Endspurt für die Baumaßnahmen am Haupthaus sowie für den Winterraum.

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„Bergwandern und Klettern sind nach wie vor stark gefragt“, sagte Platz. Das zeige sich auch bei den Buchungszahlen für Kletterturm und Alpinzentrum. Er freut sich auch über die Erfolge von Sektionsmitgliedern wie Philipp Martin als Vizeweltmeister in der Combined-Wertung der Sportkletterer.

Die Mitglieder verabschiedeten der Haushaltsvoranschlag für 2022 und bestätigten Gerhard Hennig als Vertreter der Touren- und Kursleiter im Vorstand.

Harald Platz, der die Sektion seit 1994 ehrenamtlich anführt, kündigte seinen Ausstieg an: „Das ist meine letzte Wahlperiode und ich höre im April 2023 auf.“

Eigentlich wollte die Sektion ihr 150-jähriges Bestehen in diesem Jahr feiern. Doch jetzt beschränkt sie sich auf einen Jahresbericht mit Historienteil und die Veranstaltung „Es wird eng am Berg!“. Die Podiumsdiskussion zu Massenandrang und Besucherlenkung in den Allgäuer Alpen ist am Freitag, 8. Oktober, ab 19 Uhr in der Hochschule Kempten geplant.