Weltraumforschungstag

Reinhard Furrer: Auch ein Kemptener war schon im Weltraum

Ein Allgäuer im Weltraum: Der Wissenschaftsastronaut Reinhard Furrer aus Kempten war vom 30. Oktober bis 6. November 1985 an Bord des Space Shuttles "Orbiter Challanger" im All unterwegs.

Ein Allgäuer im Weltraum: Der Wissenschaftsastronaut Reinhard Furrer aus Kempten war vom 30. Oktober bis 6. November 1985 an Bord des Space Shuttles "Orbiter Challanger" im All unterwegs.

Bild: Ralf Lienert (Archivfoto)

Ein Allgäuer im Weltraum: Der Wissenschaftsastronaut Reinhard Furrer aus Kempten war vom 30. Oktober bis 6. November 1985 an Bord des Space Shuttles "Orbiter Challanger" im All unterwegs.

Bild: Ralf Lienert (Archivfoto)

Schon früh träumt Reinhard Furrer aus Kempten von einem Ausflug zu den Sternen. 1985 wird der Traum Realität. Sein Leben findet später ein tragisches Ende.
19.07.2021 | Stand: 22:39 Uhr

Am 20. Juli ist "Weltraumforschungstag". Denn an diesem Tag im Jahr 1969 setzte der US-amerikanische Astronaut Neil Armstrong als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond.

Neben Armstrong zählen auch sein Team-Kollege Buzz Aldrin als zweiter Mensch auf dem Mond sowie der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin als erster Mensch im All zu den weltweit berühmten Astronauten. Aber auch aus Deutschland sind einige Namen bekannt, etwa Alexander Gerst. Und vielleicht gehört auch bald Amazon-Gründer Jeff Bezos dazu, der mit einer New-Shepard-Rakete seines Unternehmens Blue Origin an diesem Dienstag ins Weltall fliegen will.

Astronaut Reinhard Furrer aus Kempten: Ein Allgäuer im Weltraum

Was kaum jemand weiß: Auch ein Allgäuer war schon im All. Der Wissenschaftsastronaut Reinhard Furrer aus Kempten umkreiste vom 30. Oktober bis 6. November 1985 an Bord des Space Shuttles "Challenger" 112 Mal die Erde, in einer Höhe von 324 Kilometern. Mit dabei hatte er einen Wimpel seiner Heimatstadt Kempten.

Ursprünglich stammte Furrer aus Österreich. Er wurde am 25. November 1940 in Wörgl, Tirol geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die Familie aber nach Kempten, wo Furrer an der naturwissenschaftlichen Oberrealschule Kempten (heute Allgäu Gymnasium) sein Abitur machte. (Lesen Sie auch: Hier fliegt Milliardär Branson in den Weltraum - Experten haben aber Einwände)

Reinhard Furrer (links) mit der international besetzten Challenger-Crew.
Reinhard Furrer (links) mit der international besetzten Challenger-Crew.
Bild: Ralf Lienert (Archivfoto)

Schon als Bub träumte Furrer vom Ausflug zu den Sternen

Der vielseitig begabte Furrer, der sich als Wissenschaftler, Fluglehrer, Pilot, Referent, Taucher, Geiger oder Autor (in jungen Jahren auch für die Allgäuer Zeitung) betätigte, träumte schon als Bub vom Ausflug zu den Sternen. Zum Physikstudium ging es zunächst nach Kiel, dann nach Berlin.

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Im damals geteilten Berlin beteiligte sich Furrer 1964 an Fluchthilfeaktionen für DDR-Bürger. Zusammen mit anderen grub er ein halbes Jahr lang einen 145 Meter langen Tunnel von West nach Ost. Ein lebensgefährliches Unterfangen. Auch durch die Hilfe von Reinhard Furrer, der am Tunneleinstieg im Osten die Flüchtlinge empfing, gelang vom 3. auf den 4. Oktober 1964 57 DDR-Bürgern die Flucht in den Westen.

Zehn Jahre nach seinem Flug ins All verunglückte Reinhard Furrer mit gerade einmal 54 Jahren am 9. September 1995 bei einer Oldtimer-Flugschau in Berlin tödlich. Sein Grab befindet sich auf dem Evangelischen Friedhof in Kempten. (Lesen Sie auch: Deutschland wird nun auch im Weltraum verteidigt)

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