Internationaler Tag der bemannten Raumfahrt

Reinhard Furrer: Auch ein Kemptener war schon im Weltraum

Ein Allgäuer im Weltraum: Der Wissenschaftsastronaut Reinhard Furrer aus Kempten war vom 30. Oktober bis 6. November 1985 an Bord des Space Shuttles "Orbiter Challanger" im All unterwegs.

Ein Allgäuer im Weltraum: Der Wissenschaftsastronaut Reinhard Furrer aus Kempten war vom 30. Oktober bis 6. November 1985 an Bord des Space Shuttles "Orbiter Challanger" im All unterwegs.

Bild: Ralf Lienert (Archivfoto)

Ein Allgäuer im Weltraum: Der Wissenschaftsastronaut Reinhard Furrer aus Kempten war vom 30. Oktober bis 6. November 1985 an Bord des Space Shuttles "Orbiter Challanger" im All unterwegs.

Bild: Ralf Lienert (Archivfoto)

Schon früh träumt Reinhard Furrer aus Kempten von einem Ausflug zu den Sternen. 1985 wird der Traum Realität. Sein Leben findet später ein tragisches Ende.
12.04.2021 | Stand: 20:57 Uhr

Am 12. April ist der "Internationale Tag der bemannten Raumfahrt". Denn an diesem Tag im Jahr 1961 umkreiste der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin als erster Mensch im All mit der Raumkapsel "Wostok 1" die Erde.

Neben Gagarin zählen auch die US-amerikanischen Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erster und zweiter Mensch auf dem Mond zu den weltweit berühmten Astronauten. Aber auch aus Deutschland sind einige Namen bekannt, etwa Alexander Gerst.

Astronaut Reinhard Furrer aus Kempten: Ein Allgäuer im Weltraum

Und auch ein Allgäuer war schon im All. Der Wissenschaftsastronaut Reinhard Furrer aus Kempten umkreiste vom 30. Oktober bis 6. November 1985 an Bord des Space Shuttles "Challenger" 112 Mal die Erde, in einer Höhe von 324 Kilometern. Mit dabei hatte er einen Wimpel seiner Heimatstadt Kempten. (Lesen Sie auch: Drei Raumfahrer auf dem Weg zur ISS)

Ursprünglich stammte Furrer aus Österreich. Er wurde am 25. November 1940 in Wörgl, Tirol geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die Familie aber nach Kempten, wo Furrer an der naturwissenschaftlichen Oberrealschule Kempten (heute Allgäu Gymnasium) sein Abitur machte.

Reinhard Furrer (links) mit der international besetzten Challenger-Crew.
Reinhard Furrer (links) mit der international besetzten Challenger-Crew.
Bild: Ralf Lienert (Archivfoto)

Schon als Bub träumte Furrer vom Ausflug zu den Sternen

Der vielseitig begabte Furrer, der sich als Wissenschaftler, Fluglehrer, Pilot, Referent, Taucher, Geiger oder Autor (in jungen Jahren auch für die Allgäuer Zeitung) betätigte, träumte schon als Bub vom Ausflug zu den Sternen. Zum Physikstudium ging es zunächst nach Kiel, dann nach Berlin.

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Im damals geteilten Berlin beteiligte sich Furrer 1964 an Fluchthilfeaktionen für DDR-Bürger. Zusammen mit anderen grub er ein halbes Jahr lang einen 145 Meter langen Tunnel von West nach Ost. Ein lebensgefährliches Unterfangen. Auch durch die Hilfe von Reinhard Furrer, der am Tunneleinstieg im Osten die Flüchtlinge empfing, gelang vom 3. auf den 4. Oktober 1964 57 DDR-Bürgern die Flucht in den Westen.

Zehn Jahre nach seinem Flug ins All verunglückte Reinhard Furrer mit gerade einmal 54 Jahren am 9. September 1995 bei einer Oldtimer-Flugschau in Berlin tödlich. Sein Grab befindet sich auf dem Evangelischen Friedhof in Kempten. (Lesen Sie auch: Astronaut werden: ESA sucht neue Raumfahrer in Europa)

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