Buchenberg

Auf dem Sprung

David Mach Buchenberg

David Mach Buchenberg

Bild: Stephan Schöttl

David Mach Buchenberg

Bild: Stephan Schöttl

Ski Nordisch David Mach hat ein ereignisreiches Jahr hinter sich: Der 19-Jährige aus Buchenberg startet mittlerweile im Kreis der weltbesten Kombinierer. Welche Pläne er für 2020 schmiedet

08.06.2020 | Stand: 14:31 Uhr

Vor ein paar Stunden ist er wieder nach Hause gekommen. Von einem Lehrgang im tief verschneiten Lillehammer, dem norwegischen Olympia-Ort von 1994, zurück ins kleine Buchenberg. Der Koffer steht noch im Wohnzimmer, Klamotten zum Waschen liegen daneben, der Sprunganzug trocknet in der Wärme des Kachelofens. Die Zeit daheim bei der Familie ist für David Mach mittlerweile rar geworden, seit er den Sprung ins deutsche Weltcup-Team der Nordischen Kombinierer geschafft hat und zu Wettkämpfen auf der ganzen Welt unterwegs ist. Der Globus auf dem Schränkchen im Dachzimmer steht daher gewissermaßen symbolisch für sein Jahr 2019. Der 19-Jährige sagt über die vergangenen 365 Tage: „Ja, in diesem Jahr ist wirklich viel passiert.“

Als er im Alter von drei Jahren zum ersten Mal auf Langlaufski stand, ahnte Mach freilich noch nicht, dass er eines Tages in seiner Disziplin zu den Besten der Welt zählen würde. Irgendwie war der Weg aber auch damals schon vorgezeichnet: die Loipe vor der Haustür, die Schanze, von der er sich als Achtjähriger zum ersten mal wagte, nur fünf Gehminuten entfernt. Zum Spaß kam nach und nach der Ehrgeiz. „Eigentlich hatte ich beim Langlaufen immer die besseren Ergebnisse. Aber mich hat die Nordische Kombination schon immer fasziniert. Sie ist vielfältig“, erzählt der Buchenberger, der mittlerweile – wegen der besseren Trainingsbedingungen – auch eine eigene Wohnung in Oberstdorf hat. Schon im Nachwuchs des TSV Buchenberg hat er als Kind und Jugendlicher reihenweise Titel gesammelt. Der Sprung in den erweiterten Kader des Deutschen Ski-Verbands (DSV) war sozusagen die logische Konsequenz. Seine Brüder eifern ihm inzwischen nach. Auch Simon und Lucas gehören schon den verschiedenen DSV-Kadern an. „Ich denke schon, dass ich ihnen ein Vorbild bin“, meint David Mach.

Der Winter 2018/19 war nun Machs bislang erfolgreichste Saison. Im finnischen Lahti wurde er im Januar 2019 zusammen mit Luis Lehnert (Oberaudorf), Simon Hüttel (Weißenstadt) und dem Oberstdorfer Julian Schmid Junioren-Weltmeister. Kurz darauf feierte der 19-Jährige beim Heimweltcup in Klingenthal sein Debüt in der höchsten Wettkampfklasse, wurde 32. und freute sich einen Tag später als 27. erstmals über Weltcup-Punkte. Zuhause in Buchenberg wurde für Weltmeister Mach sogar ein eigener Empfang organisiert – mit Bürgermeister, Blasmusik, Freunden und Fans. Mach genoss das und meint rückblickend: „Ich fühle mich in dieser Rolle nicht unwohl. Es ist doch schön, dass wahrgenommen wird, was man macht.“

Nicht nur sportlich war das Jahr 2019 für ihn wegweisend: Im Frühjahr hat er die Abiturprüfungen erfolgreich gemeistert, als Soldat bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr hat er nun alle Zeit, sich voll und ganz dem Training und den Wettkämpfen zu widmen. Der Rhythmus im Alltag hat sich verändert. Meistens wird zweimal täglich trainiert. Sprung, Kraft und Ausdauer. Auch die Wettkampf- und Lehrgangstage sind deutlich mehr geworden. Mach sagt: „Mein Leben ist jetzt komplett auf den Sport ausgerichtet. Aber es läuft entspannter, seit der Schulstress weg ist.“

In seiner Entwicklung kommt dem 19-Jährigen zugute, dass die Weltelite quasi in der eigenen Mannschaft unterwegs ist. Johannes Rydzek, Doppel-Olympiasieger und sechsfacher Weltmeister, oder auch Eric Frenzel, dreifacher Olympiasieger und bereits sieben Mal Weltmeister, sind seine Teamkollegen. „Das ist spitze. Ich wurde in der Mannschaft auch gut aufgenommen. Man hat dadurch eine sehr gute Orientierung, wo man sich leistungsmäßig gerade bewegt. Auch im Training“, sagt der Buchenberger.

Seine Ziele für den Winter 2019/20 sind ambitioniert: Bei der Junioren-WM in Oberwiesenthal will Mach unbedingt eine Medaille gewinnen. „Und im Weltcup will ich mich etablieren und so oft wie möglich in die Punkteränge kommen“, sagt er. Die Heim-WM 2021 in Oberstdorf spielt in Gedanken auch schon eine Rolle. Mach meint aber: „Ich würde mich freuen, wenn ich dabei sein darf. Aber bis dahin muss noch viel passieren.“