Bürgerservice in Kempten

Auf dem Weg zur papierlosen Baugenehmigung

Wer bauen will, kommt um Formulare nicht herum. Die Verwaltung arbeitet am digitalen Format für Anträge und Genehmigungen.

Wer bauen will, kommt um Formulare nicht herum. Die Verwaltung arbeitet am digitalen Format für Anträge und Genehmigungen.

Bild: Benedikt Siegert

Wer bauen will, kommt um Formulare nicht herum. Die Verwaltung arbeitet am digitalen Format für Anträge und Genehmigungen.

Bild: Benedikt Siegert

Behörde modernisiert das Angebot. Bearbeitungszeiten für Bauanträge liegen bereits unter dem bayerischen Schnitt. Was die Digitalisierung noch mit sich bringt.
10.05.2022 | Stand: 23:09 Uhr

„Ja mei, auf so eine Baugenehmigung muss man halt ewig warten.“ – Solche Klagen hört man auch in Kempten. Dass es nicht an den Behörden allein liegt, wenn sich Verfahren in die Länge ziehen, wurde während der Sitzung des Bauausschusses deutlich. Im Schnitt bekamen Bauwerber im vergangenen Jahr nach 44 Werktagen ihren Bescheid, weist der jüngste Controllingbericht aus. „Damit liegen wir bayernweit wohl im vorderen Drittel“, sagte Sachgebietsleiter Maximilian Schmid.

90 Tage sieht die bayerische Bauordnung maximal vor für die Bearbeitung von Bauanträgen. Von Januar bis März 2022 lag der Kemptener Wert bei 41 Tagen „Nettogenehmigungsdauer“.

Oft fehlen Formulare oder Angaben zu Details

Nicht eingerechnet seien sogenannte „Stop-Tage“. Die werden in der Statistik eingebucht, wenn beispielsweise nicht alle Formulare vorliegen oder Nachfragen der Sachbearbeiterinnen unbeantwortet bleiben. „Die gefühlte Wahrnehmung der Bauwerber stimmt da nicht immer mit der Realität überein“, bestätigte Hans-Peter Hartmann (Freie Wähler/ÜP), selbst erfahren mit dem Kontakt zu den Genehmigungsstellen.

Auskünfte und Bewertungen, Bauanträge, Denkmalbeurteilungen – das Bauordnungsamt beackert ein weites Feld mit 17 Beschäftigten auf einm guten Dutzend Stellen. Zwischen 1200 und 1400 Vorgängen pro Jahr landen auf den Schreibtischen, beziehungsweise auf den Bildschirmen. An der Digitalisierung arbeite man seit über einem Jahr mit Hochdruck. Inklusive der Bewerbung für die volldigitale Bauantragseinreichung, vermutlich als erste kreisfreie Bauordnungsbehörde im Freistaat. Ziel ist die papierlose Baugenehmigung.

Die Akten des eigenenen Hauses am Rechner einsehen

Etliche rechtliche Hürden sind auf diesem Weg zu nehmen, man denke an digitale Unterschriften, die juristisch gleichwertig sind zur Tinte auf Urkunden. Vorteile ergäben sich auch in der internen Kommunikation: Jeder Mitarbeiter erhalte an jedem (mobilen) Arbeitsplatz Zugriff auf die aktuellen Daten. Das beschleunige die Abwicklung der einzelnen Vorgänge, sei aber auch für die Bauwerber interessant. Bald werde es auch für die Kunden möglich, am Computer ihre Hausakten einzusehen. Dazu scannen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurzeit auch die alten Akten ein – manche Dokumente reichen bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück.

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Zukunftsmusik sind noch Ideen für einen virtuellen Bauantragsassistenten, basiert auf künstlicher Intelligenz, der durch die Details der juristischen und technischen Fragen führt. Auch für ein interaktives Gebäudeleitsystem für die sieben Stockwerke des Verwaltungsgebäudes in der Kronenstraße sind Fördermittel beantragt.

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