Mit dem Moped nach Las Vegas

"Ausgrissn!"-Hautdarsteller im Kino Kempten: So entstand unsere verrückte Idee

So sehen Lederhosen nach einer 12 000 Kilometer langen Reise aus: Thomas Wittmann (links), und Julian Wittmann (Mitte) sowie Stephanie Liebl (Zweite von rechts) stellten im Colosseum-Center ihren Film vor. Darüber freuten sich auch Pia Sing vom Kino (Zweite von links) und Zuschauer Robert Stetter (rechts), der stilecht in Lederhose zur Filmvorführung kam.

So sehen Lederhosen nach einer 12 000 Kilometer langen Reise aus: Thomas Wittmann (links), und Julian Wittmann (Mitte) sowie Stephanie Liebl (Zweite von rechts) stellten im Colosseum-Center ihren Film vor. Darüber freuten sich auch Pia Sing vom Kino (Zweite von links) und Zuschauer Robert Stetter (rechts), der stilecht in Lederhose zur Filmvorführung kam.

Bild: Ralf Lienert

So sehen Lederhosen nach einer 12 000 Kilometer langen Reise aus: Thomas Wittmann (links), und Julian Wittmann (Mitte) sowie Stephanie Liebl (Zweite von rechts) stellten im Colosseum-Center ihren Film vor. Darüber freuten sich auch Pia Sing vom Kino (Zweite von links) und Zuschauer Robert Stetter (rechts), der stilecht in Lederhose zur Filmvorführung kam.

Bild: Ralf Lienert

Zwei junge bayerische Filmemacher haben den "Ausgrissn"-Film gedreht über ihre abenteuerliche Reise auf alten Zündapp-Oldtimern ins US-Spielerparadies.

07.09.2020 | Stand: 18:00 Uhr

Eigentlich wollten die Brüder Julian (27) und Thomas Wittmann (24) mit einem Traktor von Lengdorf bei Erding ins US-amerikanische Glückspielparadies Las Vegas fahren. Das war den beiden aber doch etwas zu langsam, und sie stiegen auf zwei Zündapp-Oldtimer um. Drei Monate brauchten sie für ihre Reise mit Moped (und Schiff). Ihren Film „Ausgrissn!“ stellten sie nun mit Darstellerin Stephanie Liebl im Colosseum-Center vor. Mit im Gepäck hatten sie ihre Lederhosen, die sie auf ihrer Abenteuer-Reise 12.000 Kilometer quer durch Europa und die USA getragen hatten.

„Wir haben uns einen Traum erfüllt“, erzählten die Brüder Kinochefin Andrea Dietel-Sing und ihrer Tochter Pia Sing. 17 Pannen hatten sie auf ihrer Reise und 36 Tankfüllungen benötigten sie. Begleitet wurden sie von einem dreiköpfigen Kamerateam. Herausgekommen ist eine Mischung aus Dokumentation und Fiktion. Unterwegs trafen die Brüder Hells Angels, Waffennarren, Aussteiger. Auf der Suche nach Freiheit erlebten sie die Atlantik-Überfahrt auf einem Containerschiff, sintflutartige Regenfälle, trafen auf Klapperschlangen und rollten über den heißen Asphalt der kultigen Route 66 durch die Wüste Nevadas. Julian Wittmann scheiterte beim Versuch, ein 2.500 Gramm schweres Steak in einer Stunde zu essen, und der kleine Mofa-Anhänger gab schon in New York seinen Geist auf.

"Ausgrissen" im Kino: Mit fünf Dollar pro Tag ausgekommen

Letztlich hatten die beiden ihre Lederhosen, einen Janker, einen Poncho, fünf T-Shirts, fünf Unterhosen und ein Paar Socken in den Satteltaschen. „Wir kamen mit fünf Dollar am Tag aus.“ Das Gesamtbudget für den Film lag bei 200.000 Euro, sagte Thomas Wittmann nach er Filmvorführung. Ein Bruchteil von Spielfilmen, die normalerweise ein Vielfaches verschlingen. 500 Stunden Dokumentation wurden vermischt mit szenischen Aufnahmen in einem Gasthaus. Die Idee der beiden Brüder war, dass sich nach ihrer Rückkehr das ganze Dorf versammelt, um sich ihren Film anzusehen. Mit dabei sind übrigens auch Monika Gruber, Werner Rom und Hans Stadlbauer. Im Film kommt der eine oder andere ins Grübeln über verpasste Chancen oder nicht gelebte Träume.

„Mir hat der Film gut gefallen, ich habe auch eine alte Zündapp“, sagte Robert Stetter. Der 33-jährige Kemptener war in der Lederhose ins Kino gekommen und plauderte mit den Filmemachern. „Ein Film von Bayern für Bayern“, sagte Julian Wittmann. Er will den Streifen jetzt auf Festivals einreichen: „Vielleicht läuft er auch einmal im Bayerischen Fernsehen oder auf 3sat.“

Vorführungen: Der Film „Ausgrissn!“ läuft im Colosseum-Center bis 16. September: diesen Dienstag und Mittwoch (jeweils um 16.45 Uhr), am Donnerstag und Freitag (jeweils um 17.15 Uhr), am Samstag (19.30 Uhr), am Sonntag, Dienstag und Mittwoch (jeweils um 16.30 Uhr). Karten: Telefon 0831/2 25 07.