Oberallgäu

Baden in Coronazeiten: So läuft es jetzt in den Schwimmbädern der Region

Badespaß trotz Pandemie: Die Freibäder in Kempten und im Oberallgäu sind gut besucht, einige müssen an heißen Tagen sogar Gäste vertrösten.

Badespaß trotz Pandemie: Die Freibäder in Kempten und im Oberallgäu sind gut besucht, einige müssen an heißen Tagen sogar Gäste vertrösten.

Bild: Naomi Rieger

Badespaß trotz Pandemie: Die Freibäder in Kempten und im Oberallgäu sind gut besucht, einige müssen an heißen Tagen sogar Gäste vertrösten.

Bild: Naomi Rieger

Die Kemptener und Oberallgäuer Bäder sind trotz Pandemie gut besucht. Größtenteils halten sich die Gäste an die Regeln, Ermahnungen werden jedoch häufiger.
16.08.2020 | Stand: 08:31 Uhr

„99,5 Prozent der Gäste halten sich an die Regeln“, sagt Florian Zeidler, Betriebsleiter im Altusrieder Freibad. Die Übrigen müssen gehen, wenn sie sich weigern, seine Anweisungen zu befolgen. Die Freibäder in der Region sind momentan gut besucht, die Einrichtungen in Rettenberg und Burgberg konnten während der vergangenen Tage sogar zeitweise niemanden mehr reinlassen, da sie sonst die Corona-Auflagen verletzt hätten.

Auch das Freibad am Kleinen Alpsee in Immenstadt ist heuer stark frequentiert. Manchen Besuchern hängt die Maske nach dem Eintreten noch lose von einem Ohr, andere taxieren die Liegewiese nach einem Platz mit genügend Abstand zu anderen, der zugleich nahe am See ist. Der 19-jährige Ali Tastan steht mit drei Freunden am Dreimeterbrett. Am liebsten mag er den Sprungturm. Der 19-Jährige genießt zwar den Badbesuch, findet jedoch, dass es sich anders als vor der Pandemie anfühlt: „Wir müssen jetzt ja zum Beispiel am Eingang immer die Dokumente ausfüllen.“ Sein Vater Engin Tastan (53), der seit seiner Kindheit in das Freibad kommt, hat auch einen Unterschied in der Atmosphäre bemerkt: „Die Menschen sind gereizter.“

Ortswechsel. Auf der Wiese im Altusrieder Freibad liegen Schwimmflügel in knalligem Orange wild durcheinander. Am Beckenrand nehmen indes zwei Senioren Fahrt auf und joggen ihren Enkeln hinterher, die zum entfernten Handtuch losgeflitzt sind.

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Kein Gegenverkehr erlaubt

„Hier gilt momentan Kreisverkehrschwimmen, damit es keinen Gegenverkehr gibt“, erklärt Betriebsleiter Zeidler eine seiner Corona-Maßnahmen. Zudem ist das Becken je nach Geschwindigkeit der Schwimmer in mehrere Bereiche eingeteilt, damit sie Vorder- oder Hintermann nicht ungewollt zu nahe kommen. Die Gäste können ohne Anmeldung kommen, wenn allerdings schon 600 im Bad sind, stoppt auch hier vorübergehend der Einlass. An der Kasse und in geschlossenen Räumen herrscht zudem Maskenpflicht.

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Zeidler bemerkt, dass auch im Freibad die Nachlässigkeit zunimmt. So müsste er inzwischen häufiger an die Regeln erinnern. Am Sprungbrett stehen die Kinder triefend mit Abstand Schlange. Der Junge, der gerade Anlauf nimmt, hält sich sicherheitshalber schon die Nase zu, bevor er losspurtet.

Bilderstrecke

Badespaß in Allgäuer Freibädern

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Jung und Alt kommen auf ihre Kosten

Hannelore Weißenhorn (58) sitzt am Beckenrand, während ihre Enkelin Mia-Sophie (9) mit einer Meerjungfrauenflosse durch das Wasser auf sie zu paddelt. „Ich springe gerne vom Einser, vom Dreier trau’ ich mich noch nicht“, gibt die in Türkis gekleidete Meerjungfrau zu, als sie wieder an Land ist. Weißenhorns Freuden am Freibadbesuch sind etwas ruhiger: „Zusammen schwimmen, picknicken und dann noch ein Eis essen.“ Damit das möglich ist, denken andere an die Sicherheit der Gäste.

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„Wir nehmen Corona ernst und packen nicht einfach rein, was geht“, erklärt Bernhard Dengel, Abteilungsleiter Bäder bei den Kemptener Kommunalunternehmen. In das Cambomare-Freibad dürfen momentan 625 Gäste – in Nicht-Corona-Zeiten passen laut Dengel bis zu 5000 Besucher rein.

Springen aus Sicherheitsgründen nicht möglich

Gesperrt sind nach wie vor die Sprungklötze am Sportbecken, in dem ein Sicherheitsabstand gilt. Auch dort schwimmen die Menschen im Kreisverkehr, um Abstand halten zu können. „Kinder lassen sowas beim Springen aber außer acht“, erklärt Dengel.

Auf ihrem Handtuch im Halbschatten liegt Julia Käufler (42), deren Mann und drei Kinder gerade im Becken toben. „Pommes, zufriedene Kinder und Zeit, ein paar Seiten in meinem Buch zu lesen“ ist für sie das Schönste am Freibadbesuch. Käufler ist mit den Sicherheitsmaßnahmen zufrieden und findet vor allem die Bänder praktisch, welche die Gäste bekommen, bevor sie ins Becken gehen. Ist keins mehr da, müssen sie warten.