Bei Anruf Schranken auf

Kurios: Wer über diesen Bahnübergang will, muss erst einmal telefonieren

Zurzeit ist der Bahnübergang nicht nur mit einer Anrufschranke, sondern auch mit Schneemassen gesichert.

Zurzeit ist der Bahnübergang nicht nur mit einer Anrufschranke, sondern auch mit Schneemassen gesichert.

Bild: Fotos: Martina Diemand

Zurzeit ist der Bahnübergang nicht nur mit einer Anrufschranke, sondern auch mit Schneemassen gesichert.

Bild: Fotos: Martina Diemand

Ein Bahnübergang nahe des Schorenmooses in Dietmannsried ist auf besondere Weise gesichert. Wer über die Gleise will, muss vorher einen Hebel drücken.
Zurzeit ist der Bahnübergang nicht nur mit einer Anrufschranke, sondern auch mit Schneemassen gesichert.
Von Carolin Färber
01.02.2021 | Stand: 15:44 Uhr

Bahnübergänge stehen meistens im Fokus der Öffentlichkeit, wenn sie nicht ausreichend gesichert sind und sich dort immer wieder Unfälle ereignen. Zwischen Heising und Dietmannsried soll ein solcher bald mit einer Brücke ersetzt werden. Ein weiterer Bahnübergang in Dietmannsried, nahe des Schorenmooses, ist indes aus ganz anderen Gründen interessant. Er verfügt noch über eine alte Anlage, die Besuchern ein besonderes Erlebnis ermöglicht: eine Anrufschranke.

Autofahrer, Radler oder Fußgänger gelangen über einen Feldweg, der von der Hauptstraße von Reicholzried Richtung Raiberg auf Höhe Schorenmoos zu erreichen ist, zu diesem Bahnübergang. Die rot-weiß gestreiften Schranken sind geschlossen, wie also auf die andere Seite kommen? Neben dem Andreaskreuz und den Drehkreuzen für Fußgänger fällt eine gelbe Säule auf. „Schranke wird bei Anruf geöffnet. Bitte Hebel drücken“, ist auf einem silbernen Schild zu lesen. Es handelt sich dabei um eine Sprechstellensäule einer sogenannten Anrufschranke, erklärt eine Sprecherin der Deutschen Bahn.

Schorenmoos
Schorenmoos
Bild: Martina Diemand

Per Hebel mit dem Fahrdienstleiter sprechen

Wer den Hebel betätigt, wird bald darauf mit einem Fahrdienstleiter sprechen, der im Bahnhof in Dietmannsried sitzt. Dieser kontrolliert, ob die Gleise frei sind, denn grundsätzlich sei der Übergang geschlossen, sagt die Bahn-Sprecherin. Nur wenn sich kein Zug zwischen Bad Grönenbach und Dietmannsried dem Bahnübergang nähert, dürften Fahrzeuge und Fußgänger die Gleise überqueren.

Diese Art der Sicherung komme nur bei Bahnübergängen mit sehr geringem Verkehrsaufkommen zum Einsatz, erklärt die Sprecherin der Bahn. Im Dietmannsrieder Fall macht der Übergang das Schorenmoos für die westlich der Bahn gelegenen Anwohner zugänglich – und das sind tatsächlich nicht viele. Sobald der Bahnübergang passiert ist, werden die Schranken wieder geschlossen, sagt die Bahn-Sprecherin. Aktuell gebe es keine Umbauplanungen. Die Anrufschranke wird den Menschen in der Region also noch eine Weile erhalten bleiben.

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