Neue Masche

Betrüger nutzen Corona-Krise: Test-Kits gegen Geld

Betrüger im Internet nutzen die Corona-Krise aus.

Betrüger im Internet nutzen die Corona-Krise aus.

Bild: kite_rin/ stcok.adobe.com

Betrüger im Internet nutzen die Corona-Krise aus.

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Kemptener und Oberallgäuer warnen in sozialen Netzwerken vor Betrügern mit neuer Masche. Was die Polizei dazu sagt und wie man reagieren sollte.

22.08.2020 | Stand: 11:30 Uhr

Ein Polizeibeamter, ein Enkel oder jemand, in den man sich gerade verliebt hat – das sind Personen, denen Menschen Vertrauen schenken. Kriminelle nutzen das aus, indem sie ihren Opfern – meistens am Telefon – etwas vorgaukeln, um an deren Geld zu kommen. Jüngst wurde über regionale Gruppen in den sozialen Medien ein Beitrag verbreitet, in dem eine Betroffene schilderte, wie sie mit einem vermeintlichen Corona-Test übers Ohr gehauen werden sollte. 

Am Telefon habe man ihr mitgeteilt, dass sie Kontakt zu einem Covid-19-Infizierten hatte und deshalb dringend getestet werden müsse, schrieb die Frau auf Facebook. Für die Zusendung des Test-Kits müsse sie aber 50 Euro per Kreditkarte bezahlen. „Wir haben in Kempten und dem Oberallgäu noch keinen Fall mit dieser neuen Betrugsmasche registriert“, sagt Dominic Geißler, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Oftmals zeigten Menschen, die Opfer solcher Straftaten geworden sind, diese Fälle aber erst später an. Ein Grund könne sein, dass sie sich schämen, auf so einen Betrug hereingefallen zu sein.

Keinesfalls daten preisgeben

Geißler rät, misstrauisch zu werden, wenn man am Telefon nach Bank- oder Kreditkartendaten gefragt wird. „Keinesfalls sollte man die Daten preisgeben.“ Wer Opfer geworden sei, sollte die Tat unbedingt anzeigen. „Das kann der Polizei helfen, den Täter zu überführen“, betont Geißler.

Betrüger in der Region geben sich als falsche Enkel und Polizeibeamte aus oder locken ihre Opfer mit erfundenen Gewinnen. „Auch Fälle von sogenanntem Love Scamming (Liebesbetrug) werden derzeit wieder verstärkt registriert“, sagt der Polizeisprecher. Täter aus dem Ausland bauten per E-Mail- oder Whatsapp-Nachrichten über Monate ein Vertrauensverhältnis zu ihren Opfern auf. Dann täuschten sie eine Notlage vor, woraufhin die Opfer große Summen überweisen.