Corona in Kempten

Bevor Kempten wieder schließt: Kurze Freude über die Öffnung der Außengastronomie

Das erste Treffen in dieser Konstellation seit Oktober vergangenen Jahres: Nach einem negativen Corona-Test hatten (von links) Jasmin Blechschmidt, Laura Bayrhof, Katja Rossmann, Robin Niklas, Samuel Mayr und Ramona Klare auf dem Rathausplatz einiges zu beratschen. Das Testen stört sie überhaupt nicht: „Geht ja schnell“.

Das erste Treffen in dieser Konstellation seit Oktober vergangenen Jahres: Nach einem negativen Corona-Test hatten (von links) Jasmin Blechschmidt, Laura Bayrhof, Katja Rossmann, Robin Niklas, Samuel Mayr und Ramona Klare auf dem Rathausplatz einiges zu beratschen. Das Testen stört sie überhaupt nicht: „Geht ja schnell“.

Bild: Matthias Becker

Das erste Treffen in dieser Konstellation seit Oktober vergangenen Jahres: Nach einem negativen Corona-Test hatten (von links) Jasmin Blechschmidt, Laura Bayrhof, Katja Rossmann, Robin Niklas, Samuel Mayr und Ramona Klare auf dem Rathausplatz einiges zu beratschen. Das Testen stört sie überhaupt nicht: „Geht ja schnell“.

Bild: Matthias Becker

Es fühlte sich fast an wie die alte Normalität. Doch das Aufatmen in Kempten ist nur von kurzer Dauer - im Gegensatz zum Oberallgäu.
24.05.2021 | Stand: 17:07 Uhr

Überall freudiges Lächeln und strahlende Gesichter: Die Öffnung der Außengastronomie in Kempten und dem Oberallgäu tat nicht nur den Besuchern gut. Auch die Beschäftigten in Biergärten, Cafés, Bars oder Restaurants freuten sich sichtlich über jeden Gast. Doch diese Freude ist nur von kurzer Dauer: Am Pfingstmontag hatte Kempten bereits den dritten Tag in Folge den Inzidenzwert von 100 überschritten – mit Folgen ab Mittwoch. (Lesen Sie auch: Kempten nimmt die Lockerungen zurück.)

„Endlich Essen ohne Pappteller“: Darüber freuten sich Grit und Jörg Boier im Biergarten vom Waldhäusle.
„Endlich Essen ohne Pappteller“: Darüber freuten sich Grit und Jörg Boier im Biergarten vom Waldhäusle.
Bild: Matthias Becker

Anders im Oberallgäu, wo die Zahl der Neuinfektionen eine geöffnete Außengastronomie auch weiterhin zulässt. „Das Warten hat ein Ende“, fasst es Andrea Glaser vom Waldhäusle (Waltenhofen) zusammen. Sie und ihre Chefin Katharina Binser konnten bereits am Freitag die ersten Gäste begrüßen.

In Decken eingepackt trotzten dort Einheimische der Kälte und dem Regen bis zur Sperrstunde. Immer im Fokus dabei: die Hygieneregeln. Denn wer rein will – egal in welche Lokalität – braucht einen negativen Corona-Test, wenn sich Menschen aus unterschiedlichen Haushalten zusammensetzen wollen. Und man muss sich registrieren. „Da machen die Gäste auch super mit“, lobt Binser.

Im Biergarten des Künstlerhauses trafen sich Freunde und Bekannte nach langer Zeit in einem anderen Rahmen.
Im Biergarten des Künstlerhauses trafen sich Freunde und Bekannte nach langer Zeit in einem anderen Rahmen.
Bild: Matthias Becker

Im Biergarten des Kemptener Künstlerhauses schallt am Sonntag passenderweise zur kurzen Öffnung „Summer of 69“ von Brian Adams aus den Boxen. Dort heißt es in einer Liedzeile: „The best day of my life“ – der beste Tag des Lebens also. Auch dort brauchen die Gäste nicht viel, um bestens gelaunt in der Sonne zu sitzen und zu ratschen.

Endlich wieder Leute treffen

„Es ist ein wunderbares Gefühl“, freut sich Manfred Göbel. Endlich wieder Leute treffen, die man so schon seit einer Ewigkeit nicht mehr sehen konnte. Immer im Fokus dabei: coronakonform und mit Abstand. Im „Künstler“ lässt sich auch folgendes schön beobachten: Menschen, die ins Parktheater gehen, dort einen Schnelltest machen lassen und sich dann nach einer Weile mit Maske in den Biergarten setzen. Nächster Song: „Dancing in the Street“.

Jana und Tim waren im Oberjoch beim Klettern. Auf ihrem Rückweg nach Ulm genossen sie noch als Abschluss des Tagesausflugs die Sonne und das Rauschen der Iller im Fiume: „Nach sieben Monaten einfach herrlich“.
Jana und Tim waren im Oberjoch beim Klettern. Auf ihrem Rückweg nach Ulm genossen sie noch als Abschluss des Tagesausflugs die Sonne und das Rauschen der Iller im Fiume: „Nach sieben Monaten einfach herrlich“.
Bild: Matthias Becker

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Tanzende Menschen sieht man zwar nicht in der Innenstadt Kemptens. Aber die Menschen schlendern durch die Fußgängerzone, holen sich ein Eis oder genießen ihr erstes Treffen auf dem Rathausplatz seit einer Ewigkeit. So wie eine Gruppe junger Menschen, die im Piazza Italiana sitzt und Aperol Spritz trinkt. Auch dort sind alle negativ getestet. Beim ersten Treffen seit Oktober heißt es: „Ein Megagefühl, super, so wieder zusammenzusitzen.“

Testen statt tanzen im Parktheater

Die jungen Leute haben ihren Test im Parktheater gemacht. Früher waren sie dort beim Feiern, jetzt gehen sie hin zum Testen. „Geht super schnell und der Test macht uns nichts aus“, so das Fazit.

Die Fröhlichs machen ihrem Namen alle Ehre. Lisa und Kilian zeigten ihrem Töchterlein die Tiere im Bachtelweiher-Garten. Und die einjährige Anna konnte das erste Mal in ihrem Leben so richtig Menschen ohne Maske beobachten.
Die Fröhlichs machen ihrem Namen alle Ehre. Lisa und Kilian zeigten ihrem Töchterlein die Tiere im Bachtelweiher-Garten. Und die einjährige Anna konnte das erste Mal in ihrem Leben so richtig Menschen ohne Maske beobachten.
Bild: Matthias Becker

Im Fiume freut sich auch Betreiber Antonio Gennaro: Sein Gefühl beim Öffnen der Bar an der Iller war „einfach grandios“. Er hoffte am Sonntag noch, dass die Inzidenzwerte weiter mitspielen. Vergeblich. Seit Montag ist klar, dass die Außengastronomie in Kempten wieder schließen muss. Doch zumindest im Oberallgäu geht die Normalität weiter.

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