So soll das Baden ablaufen

Cambomare in Kempten: Hallenbad und Sauna öffnen bald

Vorbereitungen zur Eröffnung der Bade- und Saunawelt am 1. Oktober im Cambomare in Kempten: Michael Gaugel (vorne) und Herbert Ledermüller schauen, dass im Becken alles in Ordnung ist. Ob allerdings alle Becken im Freizeitbad geöffnet werden, ist ebenso unklar wie die Zahl der Badegäste, die zugelassen wird.

Vorbereitungen zur Eröffnung der Bade- und Saunawelt am 1. Oktober im Cambomare in Kempten: Michael Gaugel (vorne) und Herbert Ledermüller schauen, dass im Becken alles in Ordnung ist. Ob allerdings alle Becken im Freizeitbad geöffnet werden, ist ebenso unklar wie die Zahl der Badegäste, die zugelassen wird.

Bild: Matthias Becker

Vorbereitungen zur Eröffnung der Bade- und Saunawelt am 1. Oktober im Cambomare in Kempten: Michael Gaugel (vorne) und Herbert Ledermüller schauen, dass im Becken alles in Ordnung ist. Ob allerdings alle Becken im Freizeitbad geöffnet werden, ist ebenso unklar wie die Zahl der Badegäste, die zugelassen wird.

Bild: Matthias Becker

Wenn steigende Corona-Zahlen keinen Strich durch die Rechnung machen, ist das Baden und Saunieren im Cambomare wieder möglich. Aber nur begrenzt.
27.08.2020 | Stand: 05:15 Uhr

Im Hallenbad schwimmen und in der Sauna schwitzen – das soll ab 1. Oktober im Cambomare wieder möglich sein. Die Bade- und Saunawelt will dann ihre Türen öffnen. Vorausgesetzt, steigende Coronazahlen und weitere Einschränkungen machen dem Betreiber, dem Kemptener Kommunalunternehmen (KKU), keinen Strich durch die Rechnung. Wie viele Gäste dann in Bad und Sauna dürfen und wie viele Becken zur Verfügung stehen, ist laut KKU-Vorstand Thomas Siedersberger noch offen. Momentan werde ein Konzept für das Gesundheitsamt erarbeitet.

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Schulen, Vereine und private Besucher unter einen Hut zu bringen und gleichzeitig die Hygienerichtlinien zu beachten, sei das Ziel bei der Wiedereröffnung des Bade- und Saunabetriebs im Cambomare. Nach den Ferien schließt das Freibad und dann wollen viele Kemptener weiterhin schwimmen oder in die Sauna gehen. Dass es im Bade- und Saunabetrieb jedoch nicht so sein wird wie die Jahre zuvor, ist jetzt schon sicher. So darf laut Siedersberger der Rutschenbereich nicht genutzt werden. Ob alle Becken zur Verfügung stehen, sei ungewiss. Auch, wie viele Gäste ins Cambomare dürfen und wie die Öffnungszeiten geregelt werden.

Deutlich weniger Platz

Hygienevorschriften und Abstandsregeln gelten aber auf jeden Fall – auch im Saunabereich. Deutlich weniger Besucher können dort dann schwitzen. Denn sogar in der Sauna muss auf 1,50 Meter Abstand geachtet werden, Aufgüsse werde es in Coronazeiten nicht geben. Mund- und Nasenschutz sei in den Außenbereichen ebenso Pflicht wie im Restaurant.

Drinnen im Cambomare wird auf jeden Fall alles für eine Wiederöffnung vorbereitet. Eingewintert dagegen wird das Freibad, das nach den Ferien schließt. Hat es sich finanziell gelohnt, das Freibad doch zu öffnen, nachdem davon zunächst keine Rede war? Der Blick auf die Besucherzahlen heuer und im vergangenen Jahr lässt bei Siedersberger keine Freude aufkommen. Im Gegenteil: „Es ist zum Weinen“, sagt der KKU-Vorstand. An schönen Tagen sei das Freibad zwar mit maximal 600 Besuchern an der coronabedingten Kapazitätsgrenze gewesen. Doch im Vergleich zu den Besuchern im Sommer 2019 kann Siedersberger noch nicht mal lächeln. 28 000 kamen im heißen Juli 2019 ins Freibad, 5190 waren es heuer. 9189 buchten das Bad im August, fast 50 000 waren es vergangenes Jahr. Und schwammen im Juni des Jahres 2019 53 000 in den Becken des Freibads, blieben diese im Juni 2020 leer.

Einbußen in Höhe von 1,2 Millionen Euro

So erwartet Thomas Siedersberger zum Jahresende Einbußen in Höhe von 1,2 Millionen Euro – und damit doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Noch könne das Defizit ausgeglichen werden, weil im vergangenen Jahr gute Erlöse erzielt wurden.

Weniger Besucher, aber gleichzeitig ein höherer Aufwand für Personal und Hygienemaßnahmen belasten auch andere Bäderbetriebe in Deutschland heuer so sehr, dass die Kommunen erheblich zuschießen müssen. Zum Beispiel in München und Karlsruhe. Dort erwartet man zum Jahresende ebenfalls ein doppelt so hohes Defizit wie in den Vorjahren – in Karlsruhe statt fünf Millionen Euro zehn Millionen. Normalerweise aber liegt laut einer Studie des Verbands der Deutschen Gesellschaft für Badewesen der durchschnittliche Kostendeckungsgrad bei sportorientierten Bädern und Freibädern bei 33 Prozent, bei Freizeitbädern bei 75 Prozent.

So gibt es in Kempten trotz coronabedingter Einschränkungen keine Vergünstigung bei den Eintrittspreisen für Bade- und Saunawelt, sagt Siedersberger: „Wir brauchen jeden Cent.“