Tipps für Ersthelfer

Corona reißt Lücke in Erste-Hilfe-Ausbildung

Wegen der Corona-Pandemie haben Rotes Kreuz und Johanniter in Kempten und im Oberallgäu ihre Erste-Hilfe-Kurse bis März abgesagt. Rettungssanitäter Jürgen Simion gibt Tipps, damit Erstehelfer ihr Wissen auffrischen können.

Wegen der Corona-Pandemie haben Rotes Kreuz und Johanniter in Kempten und im Oberallgäu ihre Erste-Hilfe-Kurse bis März abgesagt. Rettungssanitäter Jürgen Simion gibt Tipps, damit Erstehelfer ihr Wissen auffrischen können.

Bild: Martina Diemand

Wegen der Corona-Pandemie haben Rotes Kreuz und Johanniter in Kempten und im Oberallgäu ihre Erste-Hilfe-Kurse bis März abgesagt. Rettungssanitäter Jürgen Simion gibt Tipps, damit Erstehelfer ihr Wissen auffrischen können.

Bild: Martina Diemand

Rotes Kreuz und Johanniter bieten vorerst keine Erste-Hilfe-Kurse an. Können Sie sich an alle Handgriffe erinnern? Hier erhalten Sie eine Auffrischung.
19.01.2021 | Stand: 04:55 Uhr

Man braucht ihn für den Führerschein, als betrieblicher Ersthelfer, als Sporttrainer und für vieles mehr: den Erste-Hilfe-Kurs. Derzeit ist eine Teilnahme wegen Corona in der Region kaum möglich. Betriebliche Ersthelfer etwa sind auf die Kulanz ihrer Berufsgenossenschaft angewiesen. Sie müssten nämlich alle zwei Jahre ihren Schein auffrischen. Die zuständigen Ausbilder befinden sich daher in einer prekären Lage.

Ersthilfeausbildungen und Lehrgänge für Ehrenamtliche des Technischen Hilfswerks, der Feuerwehr und des Rettungsdienstes wären sogar erlaubt, wenn die Hygiene-Regeln eingehalten werden. „Wir haben aber im Verband entschieden, dass wir aus Verantwortung bis März keine öffentlichen Kurse anbieten“, sagt Marion Schmidt, Sachgebietsleiterin für Fort- und Weiterbildung Soziale Dienste/Pädagogik beim Johanniterverband Bayerisch Schwaben.

Wegen der Corona-Krise setzen die Erste-Hilfe-Kurse in Kempten und im Oberallgäu aus

Die Kurse seien eben jene, die für den Führerschein oder die Sporttrainerausbildung nötig sind. Was die betrieblichen Ausbildungen angeht, würden „ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 geplante Kurse abgesagt“. Viele Betriebe sagen zudem die Termine selbst ab: Für einen Kurs brauche man Platz, um alle Auflagen einzuhalten. Viele Betriebe hätten dafür die Räumlichkeiten gar nicht.

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Erste-Hilfe: Rettungssanitäter Jürgen Simion frischt Ihr Wissen auf

Beim Kreisverband Oberallgäu des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) finden aktuell keine Kurse statt. Voriges Jahr wurde die Teilnehmerzahl begrenzt – „dann hatten die Führerscheinseminare oberste Priorität“, sagt Frank Schönmetzler, zuständig für die Kurse beim Kreisverband. Während des Lockdowns seien Führerschein-Anwärter nicht gerade entzückt über die Termine für Erste-Hilfe-Kurse.

Corona und Erste-Hilfe-Kurse: Frust unter Führerschein-Anwärtern in Kempten und im Oberallgäu ist hoch

„Der Frust ist groß, weil keine Fahrerlaubnis ausgestellt werden kann oder Fahrschüler die Prüfung erst gar nicht machen dürfen.“ Das BRK hoffe, ab Februar wieder Kurse anbieten zu können. Ulrike Wagner von der Sonthofer Fahrschule „von Bressensdorf“ weiß um die Auswirkungen: „Voriges Jahr gab es eine kurze Übergangsphase, in der Schüler die Fahrprüfung ohne abgeschlossenen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren konnten.“ Den Führerschein gab es aber erst nach Vorlage einer Erste-Hilfe-Schulung. „Jetzt muss man sich wesentlich früher um einen Kurs bemühen“.

BRK-Kreisgeschäftsführer Alexander Schwägerl sieht die Lage in der Ersthilfeausbildung problematisch: „Wir bilden bereits seit dem ersten Lockdown nur noch begrenzt aus.“ Der Ernst der Lage hänge von der Dauer der aktuellen Kontaktbeschränkungen ab. Es werde dauern, bis die fehlenden Ausbildungen nachgeholt werden.

„Wir können nicht alles, was wir in den letzten zwölf Monaten verpasst haben, in drei Monaten wiederaufarbeiten“, macht Schwägerl deutlich. Wenn die Kurse wieder aufgenommen werden, müsse man sehen, welcher Bedarf sich ergibt. „Aber im Moment können wir noch nicht abschätzen, was die Folgen sind.“