High-Tech am Kemptener Klinikum

Corona schnell erkennen: Die Lunge scannen in zwei Sekunden

Der neue Computertomograph hilft Prof. Dr. Andrik Aschoff und seinen Mitarbeitern dabei, virusbedingte Lungenentzündungen schnell zu erkennen.

Der neue Computertomograph hilft Prof. Dr. Andrik Aschoff und seinen Mitarbeitern dabei, virusbedingte Lungenentzündungen schnell zu erkennen.

Bild: Ralf Lienert

Der neue Computertomograph hilft Prof. Dr. Andrik Aschoff und seinen Mitarbeitern dabei, virusbedingte Lungenentzündungen schnell zu erkennen.

Bild: Ralf Lienert

Neuer Computertomograph am Klinikum Kempten liefert bessere Bilder in kürzerer Zeit. Gerät kostet 580.000 Euro. Wie die Patienten von dem System profitieren.
16.02.2021 | Stand: 11:41 Uhr

Das Klinikum Kempten hat einen hochmodernen Computertomographen (CT) im Wert von 580.000 Euro bekommen. Damit sollen auch Covid-19-Patienten noch effektiver und schneller diagnostiziert werden. „Wir sind dankbar, dass wir diese Möglichkeit bekommen haben“, freut sich Prof. Dr. Andrik Aschoff, Chefarzt der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie.

Mit Eigenmitteln des Klinikverbunds Allgäu in Höhe von 130.000 Euro wurde der neue CT in einem speziellen Container in der Nähe der Notaufnahme an der Pettenkoferstraße installiert. Die Klinik konnte im Vorfeld zwischen mehreren Modellen auswählen. „Wir haben uns für ein Gerät der Firma Siemens entschieden, weil unsere Mitarbeiter mit diesen Modellen bereits vertraut sind“, erklärt Aschoff.

Dennoch musste das Personal der Radiologie noch speziell geschult und eingewiesen werden – schließlich handele es sich um die neueste Technologie, die auf dem Markt verfügbar ist.

Was das Lungenzentrum Allgäu leistet, lesen Sie hier.

Kürzeres Luftanhalten entlastet Erkrankte

Genau das sei aber auch der Grund, warum sich das Gerät so gut für die Diagnose einer Covid-19-Erkrankung eignet. Es arbeitet im Vergleich zu älteren sehr schnell: Innerhalb von zwei Sekunden scannt es die Lunge des Patienten und liefert Erkenntnisse über dessen Gesundheitszustand. „Dem Patienten, der ohnehin schlecht Luft bekommt, hilft es, wenn er nur ganz kurz die Luft anhalten muss“, erklärt Aschoff.

Der Chefarzt nennt noch weitere Vorteile: „Die Bilder sind qualitativ sehr gut, so dass man die charakteristischen Anzeichen einer virusbedingten Lungenentzündung schnell erkennen kann“. Und: Die Strahlenbelastung sei bei der Apparatur deutlich niedriger.

Der neue Computertomograph soll zudem dabei helfen, das Ansteckungsrisiko innerhalb des Klinikums zu minimieren. Wird ein Patient mit Verdacht auf eine Covid-19-Infektion eingeliefert, wird er separat unter höchsten Infektionsschutzmaßnahmen in dem neuen Isolations-CT untersucht. So könne ausgeschlossen werden, dass ein infektiöser Patient in den gleichen Bereich muss wie zum Beispiel ein Schlaganfall-Patient.

34 Geräte in Bayern ausgeliefert

Das Kemptener Klinikum ist übrigens nicht das Einzige, das mit der neuen Technologie ausgestattet wurde. Die Bayerische Staatsregierung hat zur Bekämpfung der Coronapandemie insgesamt 34 Computertomographen zur Verfügung gestellt.

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