Weihnachtszeit

Dachbodenfund: Reicholzrieder restaurieren alte Krippe

Bischof weiht Reichholzrieder Weihnachtskrippe

Bischof Dr. Bertram Meier segnete in Reichholzrieds Pfarrkirche St. Georg und Florian die von Bürgern gemeinsam hergerichtete Wandelkrippe.

Bild: Eddi Nothelfer

Bischof Dr. Bertram Meier segnete in Reichholzrieds Pfarrkirche St. Georg und Florian die von Bürgern gemeinsam hergerichtete Wandelkrippe.

Bild: Eddi Nothelfer

Die Palast-Landschaft mit 90 Figuren ist um die 100 Jahre alt. Bischof Meier segnet das Werk.
21.12.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Mit den Worten „Reicholzried ist Klein-Bethlehem“ beglückwünschte Bischof Dr. Bertram Meier die Ehrenamtlichen, die das Projekt einer Wandelkrippe mit zwölf Szenen umgesetzt haben. Beinahe ein Jahr lang hatten Reicholzrieder Bürgerinnen und Bürger alte Krippenfiguren restauriert, überholt, Bauteile für die Gebäude instandgesetzt oder neugebaut und mit Liebe zum Detail zu neuem Leben erweckt. Während einer Andacht in der Pfarrkirche St. Georg und Florian segnete Bischof Meier die neue Krippe.

Die von Organist Andreas Rupp sowie Andreas Kiesel und Christin Trunzer vom Reicholzrieder Musikverein gestaltete Andacht am Abend des vierten Adventssonntags fand mit vielen Gläubigen statt. Zuvor hatte sich Bischof Meier im alten Pfarrhof mit den Organisatoren des Krippenprojekts ausgetauscht und ihr Werk besichtigt.

Lesen Sie hier: So ist die Reicholzrieder Krippe entstanden: Tüftler bauten monatelang an der neuen Wandel-Krippe

In seiner Ansprache ging der Bischof auf einige Details des Krippenzyklus’ ein, die nicht in die damalige Zeit passten. „Sie haben da einen Zigarettenautomaten an die Wand gehängt“, tadelte er mit Augenzwinkern zur großen Freude der Anwesenden. Auch die sehr einfallsreichen Hausaufschriften, wie die „Gaststätte zum lustigen Kamel“ oder Josefs Werkstatt „Josef Zimmermann“, die auf eine Idee von Kunstmaler Gebhard Eyerschmalz zurückgehen, blieben nicht unerwähnt.

Wandel-Krippe von Reicholzried ist jetzt eingeweiht

„Papst Franziskus hat die Krippe als lebendiges Evangelium bezeichnet. Hier in Reicholzried wird dieser päpstliche Wunsch Wirklichkeit“, sagte Bischof Meier. In den kommenden Wochen erzähle die Krippe in der Pfarrkirche das Evangelium nach, das die ersten Jahre des Jesus von Nazareth wiedergibt. Die ersten Gäste, so fuhr er fort, seien nicht etwa Gelehrte oder die Reichen und Schönen gewesen, sondern Ochs und Esel. „Den Esel brachte Josef mit: das Lasttier, das die schwangere Maria nach Bethlehem getragen hatte und das er bald wieder brauchte, als die heilige Familie nach Ägypten fliehen musste“, erklärte der Bischof.

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Die Reicholzrieder Krippe wird bis Mariä Lichtmess aufgebaut bleiben

Kirchenpfleger Jo Hartmann erinnerte in seiner Ansprache an die Entstehung der aus zwölf Szenen bestehenden Wandelkrippe, die vom ersten Advent bis Mariä Lichtmess aufgebaut sein wird. Bei einem Treffen zur Faschingszeit habe man sich an alte Figuren und einen Palast erinnert, die vor rund 100 Jahren vom damaligen Pfarrer Krimbacher erworben worden waren. Auf der Suche im Dachboden sei die Gruppe auf rund 90 Figuren und zahlreiche Gebäudeteile gestoßen, so Hartmann.

„Im letzten Jahr trafen wir uns dann immer montags und arbeiteten an der Wandelkrippe.“ Jeder der Anwesenden habe neue Ideen eingebracht. Gebhard Eyerschmalz, Feinmechaniker Thomas Fuchs sowie Heribert Huber hätten als Architekten und Hausbauer gewirkt. Lothar Endres und Matthias Riegger halfen ebenso wie Elfi Fleschutz, Evi Huber, Elisabeth Hartmann und Elisabeth Eyerschmalz.