Alpenverein Kempten

Allgäuer Bergfreunde wollten unabhängig sein

Die Rappenseehütte – eine von drei Hütten, die von der DAV-Sektion Allgäu-Kempten heute noch betrieben wird. Hier eine Aufnahme um 1885.

Die Rappenseehütte – eine von drei Hütten, die von der DAV-Sektion Allgäu-Kempten heute noch betrieben wird. Hier eine Aufnahme um 1885.

Bild: Keller (Repro)

Die Rappenseehütte – eine von drei Hütten, die von der DAV-Sektion Allgäu-Kempten heute noch betrieben wird. Hier eine Aufnahme um 1885.

Bild: Keller (Repro)

Die Sektion Allgäu-Kempten wird heuer 150 Jahre alt. Aus einer kleinen Gruppe wurde einer der größten Sportvereine Bayerns. Wie gefeiert wird, ist noch offen.
17.01.2021 | Stand: 13:48 Uhr

Auch wenn die Corona-Pandemie die Euphorie und die Planungen derzeit noch etwas ausbremst: In diesem Jahr feiert die Sektion Allgäu-Kempten des Deutschen Alpenvereins ihr 150-jähriges Jubiläum. Die Sektion, zu der die Ortsgruppe Obergünzburg gehört, hofft, mit ihren Mitgliedern und der Bevölkerung Jubiläumsveranstaltungen durchführen zu können – ganz nach dem Motto „Gemeinsam unterwegs“. Der DAV-Bundesverband feierte bereits 2019 sein Jubiläum.

Zwei Jahre nach der Gründung des Alpenvereins 1869 in München hatte sich in Kempten eine kleine Gruppe von Bergfreunden formiert und auf der Burghalde eine eigenständige Sektion gegründet. Die Kemptener wollten nicht einfach nur eine Außenstelle des Augsburger Alpenvereins bleiben, der damals das Allgäu als sein Zuständigkeitsgebiet betrachtete. Als zentrale Aufgaben der Sektion sahen die Gründerväter die alpinistische Erschließung der Allgäuer Alpen, die Ausbildung von Bergführern und das Bereitstellen von Kartenmaterial und Toureninformationen für die Region. Auch im Skibergsteigen auf die Allgäuer Gipfel waren die Mitglieder bereits vor der Jahrhundertwende aktiv.

Drei Hütten weiterhin im Besitz der DAV-Sektion Kempten-Allgäu

Mit der Rappenseehütte, der Kemptner Hütte und der Tannheimer Hütte hatte die Sektion bis 1893 drei Hütten in ihrem Besitz, die sie bis heute noch betreibt. Im Laufe der 150 Jahre hat sich die Sektion von einem Zusammenschluss von Kemptner Bergfreunden zum größten Verein im Allgäu und zu einem der größten Sportvereine Bayerns entwickelt, heißt es von der Sektion. Die Themengebiete hätten sich wie die Anzahl und Struktur der Mitglieder enorm entwickelt. So bewegen sich die Tätigkeitsfelder der Sektion mit ihren knapp 22.000 Mitgliedern heute zwischen Breiten- und Leistungssport, Ausbildung, Jugendarbeit, Naturschutz, Gastronomie und Hüttenbetrieb.

Das Jubiläum will die Sektion nun zum Anlass nehmen, um unter dem Motto „150 Jahre gemeinsam unterwegs“ auf die letzten 150 Jahre zurückzublicken, sich aber auch den Herausforderungen und Themen der Zukunft zu stellen. So will die Sektion ihre Klimabilanz auf weitere Geschäftsbereiche ausdehnen und Prozesse und Lieferketten optimieren. Außerdem sei eine Podiumsdiskussion zu Naturschutz und Tourismus in den Bergen geplant.

Kemptner Hütte ist neu saniert

Vor allem aber will die Sektion für ihre Mitglieder und die Kemptener Bevölkerung Anlässe zum Feiern schaffen: Geplant waren eigentlich größere Veranstaltungen wie ein Sektionsfest, die Eröffnung der neu sanierten Kemptner Hütte oder der Baubeginn der neuen Tannheimer Hütte. Auch kleinere Veranstaltungen und Wettkämpfe sollten 2021 stattfinden. Was davon in welcher Form durchgeführt werden kann, ist derzeit nicht absehbar.

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Sektionsvorsitzender Harald Platz hofft, dass zumindest einige der geplanten Maßnahmen stattfinden können. Es wäre sehr schade, sagt er, wenn man coronabedingt keine Anlässe schaffen könnte, an denen die Mitglieder im größeren Rahmen zusammenkommen. Platz hofft, dass zumindest im Sommer und Herbst einige Veranstaltungen durchgeführt werden können. „Ein Jubiläum lässt sich als Online-Meeting schließlich schlecht feiern“.

So wird die Sektion heuer zunächst kurzfristig planen. Derzeit ruht auch beim Alpenverein wie bei allen anderen Sportvereinen der Vereinsbetrieb. Eine eigene Festschrift soll es auf Wunsch des Vorstandes übrigens nicht geben. Stattdessen soll der Jahresbericht 2021 in einer ganz besonderen Jubiläumsversion erscheinen.

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