Ehrenamt im Oberallgäu

„Die 50 Jahre will ich schon noch vollmachen“

Zugposaunenspieler Harald Hein in seinem Element als Wirt des Musikheims der Haldenwanger Musikkapelle.

Zugposaunenspieler Harald Hein in seinem Element als Wirt des Musikheims der Haldenwanger Musikkapelle.

Bild: Matthias Becker

Zugposaunenspieler Harald Hein in seinem Element als Wirt des Musikheims der Haldenwanger Musikkapelle.

Bild: Matthias Becker

Harald Hein versorgt die Haldenwanger Kapelle als Wirt des Musikheims mit Getränken und spielt Zugposaune. Über seine Aufgaben und  was er am Ehrenamt schätzt.
30.09.2020 | Stand: 11:27 Uhr

Ob der zehnjährige Harald Hein wohl gewusst hat, auf was er sich da einlässt? Damals vor 46 Jahren, als er mit seinen Schulkameraden zur Probe der Jugendkapelle in Haldenwang mitging. Wahrscheinlich nicht, und doch ist er mittlerweile der Zweitälteste in der Musikkapelle und versorgt die Mitglieder bei den Proben mit Getränken. Sein erklärtes Ziel: Mindestens die 50 Jahre Mitgliedschaft vollmachen.

„Einige Wochen habe ich mit dem Flügelhorn angefangen, ich bin dann aber umgestiegen“, sagt Hein zum Beginn seiner Musikkarriere. Seinem neuen Instrument, der Zugposaune, blieb er schließlich treu. Als die Jugendkapelle aufgelöst wurde, trat Hein zur aktiven Kapelle über.

Die Aufgaben des Wirts des Haldenwanger Musikheims: Getränke bestellen, lagern und abrechnen

Das Amt als Wirt des Musikheims übernahm Hein dann vor etwa 20 Jahren. Und was bedeutet das konkret? „Ich bestelle Getränke und lagere sie im Kühlschrank oder im Nebenraum.“

Wenn die Vereinsmitglieder zur Probe zusammenkommen richte er zuvor die Flaschen her, am Schluss rechne er ab. „Und wenn Müll liegen bleibt oder was im Aschenbecher ist, räume ich das halt weg.“

Aktuell kann Hein allerdings sein Amt nicht erfüllen: Wegen der Corona-Vorgaben üben die Musikanten nicht im Heim, sondern weichen auf einen Saal im „SpoZe“ (Sportzentrum) Haldenwang aus.

Haldenwanger Musikkapelle hat genug Nachwuchs - nur in einzelnen Registern fehlt es etwas an Neuzugängen

Immerhin kann er jetzt wieder das tun, was ihm so gut an dem Ehrenamt gefällt: Nach der Musikprobe noch mit den anderen zusammenstehen. Neben diesem sozialen Aspekt mag Hein auch die Musik an sich: „Wir spielen ja nicht nur Blasmusik, sondern auch beispielsweise bei Bockbierfesten Stimmungsmusik.“ Deshalb will er dabei bleiben, solange es gesundheitlich geht. „Die 50 Jahre will ich schon noch vollmachen.“

So wie Hein sehen das offenbar auch viele junge Haldenwanger. „Der Nachwuchs kommt, wir haben viele Junge.“ Nur in einzelnen Registern fehle es etwas an Neuzugängen – etwa beim „tiefen Blech“, wie Tuba oder Posaune. Die Klarinette ist nach Heins Einschätzung dagegen derzeit beliebter.