Prävention

Die Kippe danach: Altusrieder Feuerwehren warnen vor dem Rauchen im Bett

Rauchen im Bett ist keine gute Idee. Im Bild eine Szene aus dem deutschen Kinofilm „Wie die Karnickel“.

Rauchen im Bett ist keine gute Idee. Im Bild eine Szene aus dem deutschen Kinofilm „Wie die Karnickel“.

Bild: dpa

Rauchen im Bett ist keine gute Idee. Im Bild eine Szene aus dem deutschen Kinofilm „Wie die Karnickel“.

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Mit einem humorvollen Text will die Feuerwehr Altusried viele Menschen erreichen. Denn "heiße Nächte" können tödlich enden. Warum Rauchmelder so wichtig sind.
15.10.2020 | Stand: 11:30 Uhr

Der Text ist – zumindest in Teilen – nicht ganz neu, aber sehr unterhaltsam. Die Zigarette sei allemal eine gefährliche Bettgespielin heißt es da, jüngst veröffentlicht im Altusrieder Mitteilungsblatt. Die Feuerwehren wollen damit auf die sehr ernste Gefahr aufmerksam machen, die das Rauchen im Bett birgt.

„Wer beim Rauchen einschläft, der könnte sich und seinen Mitmenschen eine unangenehm heiße Nacht bescheren“, schreibt die Feuerwehr. Der launige Ton soll bewirken, dass die Leute die Warnung auch lesen, erklärt Gerold Walker, Kommandant in Altusried. „Rauchen Sie nie im Bett – die Asche, die runterfällt, könnte Ihre eigene sein!“ Das ist schwarzer Humor, der während Walkers Zeit bei der Feuerwehr allerdings bittere Realität wurde. „Es gab zwei Fälle im Gemeindegebiet, in Krugzell und Kimratshofen, die tödlich ausgegangen sind“, erinnert er sich. Das liege zwar schon einige Jahre zurück, aber die Gefahr sei nicht kleiner geworden.

Gefährlicher Rauch

Dabei dürfe man sich nicht vorstellen, dass man im Bett verbrennt, erklärt der Kommandant. Durch die Zigarettenglut beginne es, zu schwelen. Verhängnisvoll sei der Rauch, der Kohlenmonoxid enthalte. „Zwei bis drei Atemzüge reichen, um das Bewusstsein zu verlieren.“ Es sei immer wieder wichtig, das den Menschen vor Augen zu führen. Deshalb erscheine der Text über das „Betthupferl“ Zigarette regelmäßig im Mitteilungsblatt.

Ob ein Brand durchs Rauchen im Bett ausgelöst wurde, können in der Regel Brandfahnder der Kriminalpolizei feststellen, sagt Walker. Selbst wenn niemand dabei verletzt wurde, gibt es dann ein anderes Problem: Die Versicherung zahlt wegen grober Fahrlässigkeit den Schaden nicht (Lesen Sie hier: Weltkriegsmunition in Baugrube in Sulzberg gefunden - 22 weitere Granaten) .

Allerdings können sich weder Walker noch Kreisbrandrat Michael Seger oder Kemptens Stadtbrandmeister Andreas Hofer in der jüngeren Vergangenheit an einen Einsatz wegen einer Bett-Zigarette erinnern. Alle drei schreiben das den Rauchmeldern zu, die mittlerweile in fast allen Bundesländern in Neu- und Bestandsbauten Pflicht sind. Denn allein vom Rauch würden Menschen, die mit der Zigarette in der Hand eingeschlafen sind, nicht aufwachen. Vom lauten Piepsen des Melders aber durchaus.

„Kriegen nicht alles mit“

Rauchen im Bett sei unverantwortlich, sagt Kreisbrandrat Seger. „Vor allem in Verbindung mit Alkohol.“ Zwar seien ihm derzeit keine Fälle bekannt. Aber es könne nicht garantiert werden, dass wirklich alle Rauchmelder zuhause haben. „Wir kriegen sicher auch nicht alles mit“, sagt Stadtbrandrat Andreas Hofer. Wenn Betroffene rechtzeitig wach werden und nichts Schlimmeres passiert sei, melden sie es der Feuerwehr nicht.