Oberallgäu

Die meisten Gäste kommen aus Deutschland

Urlaub im Allgäu

Urlaub im Allgäu

Bild: Ralf Lienert

Urlaub im Allgäu

Bild: Ralf Lienert

Tourismus Das Oberallgäu ist mit Urlaubern gut ausgelastet, sagen die Gemeinden. Geschätzt wird vor allem die Kombination aus Bergen und Seen sowie die kurze Anreise – allerdings nur selten aus Gründen des Umweltschutzes
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Von Kerstin Schellhorn
30.08.2019 | Stand: 16:47 Uhr

Aus Deutschland, genauer gesagt aus Baden-Württemberg und Bayern, kämen die meisten Touristen, sagt Christine Taube. Sie leitet sowohl die Gästeinformation in Sulzberg als auch die Tourismus-Kooperation Allgäuer Seenland. Dazu gehören neben Sulzberg die Gemeinden Waltenhofen, Weitnau und Buchenberg. Aber auch bei Schweizern und Niederländern sei die Region beliebt. Dass die Anreise „nur ein Sprung“ ist, schätzt beispielsweise Klaus Müller aus Augsburg, der derzeit in Sulzberg Urlaub macht. Ebenso liegt die Natur bei den Gästen hoch im Kurs.

Die Allgäu GmbH erfasst die Herkunftsländer der Gäste. Das Ergebnis 2018 zeigt: Deutschland liegt mit Bayern und Baden-Württemberg vorne, lediglich 13 Prozent der Gäste kommen aus dem Ausland. Spitzenreiter unter ihnen ist mit 30 Prozent die Schweiz, gefolgt von den Niederlanden. Ähnlich ist es in Weitnau, Oy-Mittelberg und Bad Hindelang. „Die Schweizer spielen eine große Rolle“, sagt Max Hillmeier, Tourismusdirektor in Bad Hindelang. „Sie schätzen dasgute Preis-Leistungs-Verhältnis.“

Ob Umwelt- und Klimaschutz bei der Entscheidung für einen Urlaub im Allgäu eine Rolle spielen? Taube erlebt es jedenfalls selten, dass Touristen mit dem Zug anreisen. Und auch vor Ort nutzten sie vor allem das Auto. „Das liegt aber auch daran, dass wir Richtung Süden, was den Öffentlichen Personennahverkehr anbelangt, nicht gut ausgestattet sind.“ Claudia Frommknecht vom Tourismusbüro Weitnau sieht das ähnlich. Selbst wer mit dem Zug anreise, nehme sich vor Ort einen Mietwagen, sagt sie.

Inge Lochner und Jörg Müller aus der Nähe von Forchheim in Franken besuchen das Allgäu zum ersten Mal. „Es gefällt uns sehr gut“, sagt der 55-Jährige. Von Sulzberg aus erkunden sie mit dem Auto die umliegenden Orte. „Man weiß nie, was einen erwartet. Das ist immer schön.“ Auf diese Weise haben sie eine Erlebnisimkerei in Seeg (Ostallgäu) oder eine Fischzucht in Gunzesried entdeckt. Nach Kempten oder Immenstadt könne man den Bus nehmen, aber mit dem Auto sei es doch einfacher, sagt Müller.

Gertraud und Roland Röhling aus Freiberg bei Ludwigsburg machen seit etwa 15 Jahren Urlaub im Allgäu. In der Pension Seebad in Sulzberg sind sie schon zum zweiten Mal zu Gast. „Wir sind begeistert, vor allem die Küche muss man loben“, sagt die 76-Jährige. „Im Allgäu ist alles da, Berge und Seen.“

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Oy-Mittelberg und Bad Hindelang waren in den vergangenen Jahren mit ihrem Angebot für den Nahverkehr erfolgreich: Mit der Gästekarte können Urlauber umsonst mit dem Bus fahren. „Unsere Gäste sagen, es sei besonders schön, dass sie hier freie Fahrt haben“, sagt Gabriele Postner, Leiterin des Tourismusbüros in Oy-Mittelberg. Hillmeier berichtet sogar von einer Verdopplung der Fahrgastzahlen, seit das Angebot 2010 eingeführt wurde.

Für Klaus Müller aus Augsburg spielt der Umweltschutz bei der Wahl des Urlaubsziels eine Rolle. Sein 16-jähriger Sohn Cornelius bringt es auf den Punkt: „Ich bin noch nie geflogen.“ Die Familie kommt seit vielen Jahren ins Allgäu, in der Regel mit dem Zug. Nur dieses Jahr haben sie sich ein Auto gemietet. „Ich bin beruflich viel unterwegs“, erklärt der Vater. „Hier ist es total entspannt.“

Claudia Gebauer und Stefan Löwel aus Hessen sind über eine Anzeige auf ihre Unterkunft in Sulzberg aufmerksam geworden. Die Lage am Öschle-See hat sie überzeugt. „Es ist eine kleine, ruhige Pension“, sagt der 48-Jährige. „Hier gibt es keinen Krach oder Auflauf und man muss sich nicht um die Liegen streiten.“