Nahversorgung

Dorfladen Niedersonthofen: Ohne neue Räume geht es nicht weiter

Die Geschäftsführer Hermann Siegel, Kurt Hübner und Peter Nessler wollen die Zukunft ihres Dorfladens in Niedersonthofen sichern. Marktleiterin Barbara Jörg ist eine von drei Frauen, die den Männern als Geschäftsführer und Gesellschafter nachfolgen würden.

Die Geschäftsführer Hermann Siegel, Kurt Hübner und Peter Nessler wollen die Zukunft ihres Dorfladens in Niedersonthofen sichern. Marktleiterin Barbara Jörg ist eine von drei Frauen, die den Männern als Geschäftsführer und Gesellschafter nachfolgen würden.

Bild: Martina Diemand

Die Geschäftsführer Hermann Siegel, Kurt Hübner und Peter Nessler wollen die Zukunft ihres Dorfladens in Niedersonthofen sichern. Marktleiterin Barbara Jörg ist eine von drei Frauen, die den Männern als Geschäftsführer und Gesellschafter nachfolgen würden.

Bild: Martina Diemand

Der Pachtvertrag endet. Die drei Geschäftsführer werben nun für einen Neubau im Ortskern – und haben sich dafür prominente Unterstützung geholt.
20.08.2020 | Stand: 18:59 Uhr

Um Unterstützung für ihren Dorfladen bitten – das war das Ansinnen der Geschäftsführer Hermann Siegel, Peter Nessler und Kurt Hübner, als sie jüngst zum Vor-Ort-Termin in Niedersonthofen baten. Denn der Pachtvertrag für die Räume läuft in zwei Jahren aus. Ein neues Domizil ist noch keines gefunden. Dabei sei der Laden wirtschaftlich erfolgreich, sagt Siegel. Gemeinsam stellten sie Landrätin Indra Baier-Müller, den Landtagsabgeordneten Eric Beißwenger (CSU) und Leopold Herz (Freie Wähler) sowie Max Lang vom Amt für ländliche Entwicklung ihr Konzept vor, das einen Neubau vorsieht.

Seit 2012 existiert der Dorfladen als Unternehmergesellschaft (UG). Die Geschäftsführer sind auch Gesellschafter. 225 Bürger, größtenteils aus dem Ort, haben Anteile gekauft. „Viele meinten anfangs, wir sind ein Zuschussbetrieb“, sagte Hübner. Aber in acht Jahren habe man nur Gewinne gemacht, betonte Nessler.

Bürger kaufen mehr ein

Zwischen 2012 und 2020 sei der durchschnittliche Wert pro Einkauf von 14,07 auf 20,20 Euro gestiegen – ein Plus, das über die üblichen Preissteigerungen hinausgehe, erklärte Siegel. „Die Bürger kaufen also mehr ein.“ Während des Corona-Lockdowns sei die Anzahl der Kunden um fünf Prozent gestiegen, der Lebensmittel-Umsatz gar um 29 Prozent. Der Dorfladen funktioniere also sehr gut. „Wir haben die Möglichkeit, uns zu entwickeln.“

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Weil es sehr schwierig sei, neue Räume zu finden, habe man die Gemeinde um Hilfe gebeten. Zwar könne die UG einen Neubau nicht finanzieren, erklärte Siegel, wohl aber Pacht und Einrichtung übernehmen. Als Standort favorisiert das Trio ein Gelände zwischen Sonnen- und Burgstraße, östlich der Kirche gelegen. Es gehöre der Kirche, werde aber bereits jetzt von der Gemeinde gepachtet. Ein Neubau habe zudem den Vorteil, dass man das Tourismusbüro, einen Bankautomaten der Raiffeisenbank, ein Café und sogar geförderte Wohnungen integrieren könnte.

An Baier-Müller, Beißwenger, Herz und Lang gewandt, sagte Nessler: „Unsere Bitte an Sie ist, die Gemeinde darauf hinzuweisen, wie wichtig das ist.“ Zweiter Bürgermeister Stefan Sommer entgegnete: „Meinst du, wir wüssten das nicht selbst?“ Der Dorfladen werde von der Gemeinde nicht infrage gestellt. Man müsse nur klären, wie man weitermachen wolle. Neben einem Neubau stehe auch ein Bestandsgebäude zur Debatte – die ehemalige Raiffeisenbank. Erste Hochrechnungen lägen vor.

Landrätin: "Spannende Idee"

„Ich finde die Idee sehr spannend“, sagte Landrätin Baier-Müller. „Und ich glaube, so habe ich Herrn Sommer verstanden, dass das auch wertgeschätzt wird.“ Auch Herz und Beißwenger zeigten sich angetan. Allerdings dürfe man nicht den zweiten Schritt vor dem ersten tun, sagte der CSU-Abgeordnete. Zuvor hatte Max Lang vom Amt für ländliche Entwicklung betont, dass der Gemeinderat zunächst festlegen müsse, was wo und wie passieren soll. „Dann würden wir schauen, welche Fördermöglichkeiten es gibt.“ Siegel, Nessler und Hübner ist es wichtig, das Projekt bereits jetzt anzuschieben. „Wenn wir 2024 einen neuen Dorfladen haben wollen, ist das nur zu schaffen, wenn die Gemeinde noch dieses Jahr eine Entscheidung trifft.“