Sanierung

Duracher Gemeinderat zögert bei Sanierung: Gehbehinderte müssen sich noch gedulden

Schön anzusehen, jedoch fast unzumutbar für Gehbehinderte ist das Pflaster auf dem Kirchenweg in Durach. Der Bauausschuss hatte erwogen, den Bereich für 35 000 Euro sanieren zu lassen, entschied sich jedoch letztlich, das Projekt zu vertagen.

Schön anzusehen, jedoch fast unzumutbar für Gehbehinderte ist das Pflaster auf dem Kirchenweg in Durach. Der Bauausschuss hatte erwogen, den Bereich für 35 000 Euro sanieren zu lassen, entschied sich jedoch letztlich, das Projekt zu vertagen.

Bild: Martina Diemand

Schön anzusehen, jedoch fast unzumutbar für Gehbehinderte ist das Pflaster auf dem Kirchenweg in Durach. Der Bauausschuss hatte erwogen, den Bereich für 35 000 Euro sanieren zu lassen, entschied sich jedoch letztlich, das Projekt zu vertagen.

Bild: Martina Diemand

Der Kirchenweg in Durach wird im Gemeinderat heiß diskutiert. Einige wollen ihn in wenigen Jahren rollstuhlgerecht gestalten, andere fordern schnellere Lösung.
11.08.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Auf eine Holperpartie müssen sich all diejenigen gefasst machen, die momentan mit Rollstuhl oder Rollator auf dem Duracher Kirchenweg unterwegs sind. Um den Gehsteig im Bereich des Maibaums bis zur Sparkasse gehbehindertenfreundlich zu gestalten, hat der Bauausschuss nun besondere Pflastersteine begutachtet, mit denen man den Weg sanieren könnte. Letztendlich entschieden sich die Bauausschussmitglieder dagegen, da das Material qualitativ nicht ausreichend sei. Sie überlegen, die Sanierung in wenigen Jahren nachzuholen. Noch ist nicht klar, ob es bis dahin eine Übergangslösung für den Gehsteig geben soll.

Gemeinderätin Heidi Liebherr (SPD) kritisierte während der vergangenen Sitzung des Rats die Entscheidung des Bauausschusses, dass der Kirchenweg kein behindertengerechtes Pflaster bekommen soll. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, das nach 20 Jahren endlich durchzusetzen“, appellierte Liebherr an die anderen Räte. Bürgermeister Gerhard Hock erklärte, dass der Behindertenbeauftragte inzwischen darum gebeten habe, dass der Bauausschuss diese Entscheidung noch mal überdenken möge.

Seniorenbeauftragte kritisiert Pflaster

Durachs Seniorenbeauftragte Elisabeth Weiß findet das aktuelle Pflaster auch ungeeignet. So gebe es viele große Pflastersteine mit breiten Ritzen zwischen den Steinen. Dort könnten Gefährte wie Rollstühle und Rollatoren in den Ritzen hängen bleiben. „Dann werden die Menschen in den Rollstühlen hin- und hergeschüttelt.“ Sie hat selbst vor einigen Jahren diese Erfahrung mit ihrer Mutter gemacht, als sie mit ihr im Rollstuhl unterwegs war. Weiß spricht sich dafür aus, dass der Sozialausschuss künftig in solche Entscheidungen mit einbezogen wird und Ideen einbringen kann. Gemeinderat Herbert Kiechle (Freie Wähler) unterstützt sie in dieser Forderung.

Bauausschuss verteidigt sich

Gemeinderat Richard Wucherer (CSU und Freie Wählerschaft Durach) ist Mitglied des Bauausschusses und verteidigte dessen Entscheidung. Der Bauausschuss hat sich laut Wucherer gegen die Sanierung entschieden, da dabei eine Art Kopfsteinpflaster mit kleinen Steinen, deren Zwischenräume Sand und Kies füllen, entstanden wäre. „Die sind nach ein paarmal drüberfahren raus und dann ist der Weg wieder uneben“, erklärt Wucherer seine Bedenken. „Wenn wir das machen, dann machen wir es gescheit. Wir wollen jetzt nicht mehr als 30  000 Euro dafür ausgeben und es dann bald wieder sanieren müssen“, erläutert er.

35  000 Euro hätte der Umbau laut Wucherer gekostet. Den richtigen Zeitpunkt für die Sanierung hat der Gemeinderat bereits ausgemacht: „In zwei bis drei Jahren gestalten wir den Kirchweg neu“, erklärt er. Da solle dann auch die Behindertengerechtigkeit mitgedacht werden.

Gemeinderäte kompromissbereit

Gemeinderat Martin Heiligensetzer (CSU und Freie Wählerschaft) zeigte sich kompromissbereit und erklärte, dass er sich durchaus einen behindertengerechten Gehsteig vorstellen könne, jedoch nicht aus dem vorgeschlagenen Material.

Mehr Sicherheiten wollte Gemeinderat Klaus Steidle (Die Grünen). Er sprach sich dafür aus, den Gehsteig dann behindertengerecht zu bauen, sobald es eine Gewährleistung gebe, dass Rollstuhlfahrer drei bis fünf Jahre lang auf ihnen fahren könnten.