Elektromobilität

E-Autos parken in Kempten noch zwei Jahre kostenlos

Elektroautos parken in Kempten auf städtischen Flächen kostenlos.

Elektroautos parken in Kempten auf städtischen Flächen kostenlos.

Bild: Ulrich Weigel

Elektroautos parken in Kempten auf städtischen Flächen kostenlos.

Bild: Ulrich Weigel

Stadtrat Kempten beschließt neue Regelung, befristet aber die Gültigkeit. Carsharing-Fahrzeuge profitieren nur, wenn sie keine Verbrenner sind.
20.03.2021 | Stand: 17:48 Uhr

Keine ganz leichte Geburt, aber jetzt ist es amtlich: Elektroautos dürfen vorerst in Kempten kostenlos parken. Vorerst, weil der Stadtrat das Privileg auf Vorschlag von Freien Wählern und Future for Kempten (FFK) befristet hat. Konkret gilt die mit 35:7 Stimmen beschlossene Regelung erst mal zwei Jahre. Entgegen bisheriger Überlegungen gibt es das Sonderrecht nicht grundsätzlich auch für alle Carsharing-Autos. Denn die gemeinsam genutzten Autos fahren teils mit Verbrennermotor. Die Mehrheit im Stadtrat folgte der CSU-Anregung, diese Gruppe nicht zu fördern. Carsharing-Autos mit Elektroantrieb und E-Kennzeichen betrifft das natürlich nicht. (Lesen Sie auch die Vorgeschichte: Elektromobilität: Kemptens Förderplan hat einen Platten)

Die Änderung der städtischen Verordnung entspricht dem Bundeskurs, die Elektromobilität zu fördern. Es gehe darum, Anreize zu schaffen und Elektroantriebe zu fördern, erklärte der auch für den Verkehr zuständige Referatsleiter Tim Koemstedt während der Sitzung. Das Parken für alle anderen Autofahrer werde nicht teurer, versicherte Oberbürgermeister Thomas Kiechle auf Nachfrage. Er sprach davon, dass das zeitliche befristete Freiparken für E-Fahrzeuge nur eine symbolhafte Förderung sei.

Es geht nicht um eine Antriebs, sondern um eine Verkehrswende

So sah es auch Julius Bernhardt (FFK): „Keiner kauft ein Elektroauto wegen der Parkgebühren.“ Man wolle die Menschen einladen, den Weg in die CO2-Neutralität zu gehen. Letztlich geht es Bernhardt nicht um eine Antriebs-, sondern um eine Verkehrswende. Und da habe auch Carsharing große Bedeutung, weil es mit weniger Autos auch weniger Verkehr gebe. Franz Josef Natterer-Babych (ÖDP) ergänzte, dass die Stadt profitiere, wenn sich fünf Leute ein Auto teilen: Denn dann seien vier Parkplätze weniger nötig.

Helmut Berchtold (CSU) wertete das Angebot zudem als Wettbewerbsvorteil, weil manche Hotels E-Autos für ihre Gäste vorhielten, die dann vielleicht lieber zum Einkaufen nach Kempten kommen. Dagegen nannte es Dr. Dominik Spitzer (FDP) „extrem kritisch“, etwa den Fahrer eines Tesla oder eines Plug-in–Hybriden zu fördern.

Das freie Parken gilt auf allen städtischen Parkplätzen. Auf Kurzzeitplätzen ist die jeweilige Höchstparkdauer einzuhalten; also ist da eine Parkscheibe nötig. Zugleich ist die Befreiung auf Autos begrenzt, die vom Elektromobilitätsgesetz bevorrechtigt sind – das sind im Prinzip die, die auch ein E-Kennzeichen erhalten können.

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