Viele E-Dart-Spieler in der Region

Allgäuer Verband fordert: E-Dart soll vom IOC als Sport anerkannt werden

Alexander Mayr aus Altusried ist der Präsident des Royal Dart Verband Allgäu, des größten Verbands von E-Dart-Spielern in ganz Deutschland. Foto: Sieglinde Mayr

Alexander Mayr aus Altusried ist der Präsident des Royal Dart Verband Allgäu, des größten Verbands von E-Dart-Spielern in ganz Deutschland. Foto: Sieglinde Mayr

Bild: Sieglinde Mayr

Alexander Mayr aus Altusried ist der Präsident des Royal Dart Verband Allgäu, des größten Verbands von E-Dart-Spielern in ganz Deutschland. Foto: Sieglinde Mayr

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Der Royal Dart Verband Allgäu ist der größte in ganz Deutschland. Präsident Alexander Mayr ärgert sich, dass diese Sportart vom IOC nicht anerkannt ist.
26.01.2021 | Stand: 10:38 Uhr

Sportliche Superlative im Zeichen der Corona-Krise sind dünn gesäht. Da machen auch die Dart-Spieler keine Ausnahme. Gut, die Dart-Weltmeisterschaft vor und nach Silvester in London im Alexandra Palace, vom Fernsehsender Sport 1 übertragen, sahen so viele Zuschauer wie noch nie. Hier handelte es sich um Steel-Dart und hier kommt der Royal Dart Verband Allgäu (RDVA) ins Spiel: „Er ist mit 1500 Mitgliedern und 207 Mannschaften der größte Verband in Deutschland“, sagt dessen Präsident Alexander Mayr (53) aus Altusried. Es ist der Verband der E-Dart-Spieler (Unterschied: siehe unten). Der Sport also, der keiner ist, wie Mayr bedauert. „E-Dart zählt nicht zu den Sportarten, die das Internationale Olympische Kommitee anerkennt. Deshalb bekommen wir unter anderem auch keine Zuschüsse von öffentlicher Hand.“

„Manche sagen auch, wir sind nur zu faul zum Rechnen“

Nahezu jeder Kneipengänger dürfte E-Dart irgendwann schon mal gespielt haben; je nach Konsum des Gerstensafts oder ähnlicher Stimulanzien, die nicht explizit auf der Doping-Liste stehen, mit wechselndem Erfolg. „Wir spielen auf Automaten“, sagt Mayr. „Manche sagen auch, wir sind nur zu faul zum Rechnen“, fügt er mit Humor an. Im Gegensatz zum Steel-Dart, das vom Fernsehen her geläufiger ist, gibt es bei seiner Sportart keinen sogenannten Caller (Rufer), der das Ergebnis ansagt. Dies zeigt beim E-Dart der Automat an und zählt – wie es der Name vermuten lässt – automatisch bis zum Ende.

Das gängigste Finish (Ende) ist bei beiden Dart-Varianten gleich: 501 double out. Heißt: Der Spieler muss 501 Punkte herunterspielen und mit einem Wurf in ein Doppelfeld das Spiel beenden – was auch so manchem Profi immer wieder zum Verhängnis wird. E-Dart ist eine süddeutsche Domäne. „Im Norden ist es weniger verbreitet“, sagt Mayr. Über den Grund könne man nur mutmaßen: „Vielleicht ist es zu unattraktiv.“ Das gilt nicht für das Allgäu, wo Kempten und Kaufbeuren die Zentren bilden. Das Verbreitungsgebiet des Verbandes ist groß. Mayr: „Das Allgäu mit den angrenzenden Landkreisen“, wie Lindau, das Kleinwalsertal und bis ins Unterallgäu. Es könne theoretisch auch vorkommen, dass eine Mannschaft aus Langenargen am Bodensee zum Gastspiel nach Landsberg fahren muss; das sind einfach immerhin 135 Kilometer.

„Teils Hochleistungssport und mental sehr anspruchsvoll“

Seit Langem ist der Spielbetrieb im E-Dart aufgrund der Corona-Krise ausgesetzt. Typischerweise wird E-Dart in Kneipen oder Gastwirtschaften gespielt und dieser Wirtschaftszweig leidet unter der Corona-Krise mit am meisten. „Dart hat ein Image-Problem“, gibt Mayr zu Protokoll. „Damit wird Rauchen, Saufen und in Kneipen hocken assoziiert.“ Zu Unrecht, meint Mayr. „Teilweise ist es Hochleistungssport und mental sehr anspruchsvoll“, was mit der Klasse der jeweiligen Spieler naturgemäß stehe und falle. Was auf jeden Fall dazugehöre, ist die dritte Halbzeit am Biertisch. Mayr sagt, Dart sei eine gesellige Sache, wie viele andere Sportarten auch. Nach dem Sport zusammen zu sitzen sei ja auch für andere Sportler völlig normal. Er spielt für die Sky Darters Altusried in der B-Liga, ein Verein mit 30 Spielern und fünf Teams. „Wir spielen normalerweise von September bis Juni. Die Saison 2020/2021 wurde nach der Vorrunde abgebrochen und wird nicht fortgesetzt.“

Auch die Dartspieler leiden unter den Beschränkungen im Rahmen der Pandemie. „Wir hoffen auf einen Neustart im September“, sagt Mayr. Bis dahin bleibt nur Training. Doch angesichts geschlossener Kneipen ist das schwierig. „Die Lokalitäten, in denen gespielt werden kann, werden auch so immer weniger.“ Normalerweise wird im Gasthof Hirsch in Krugzell gespielt und trainiert. Mayr hat zwei Automaten (Kosten zwischen 3000 und 4000 Euro) zu Hause stehen. Das nutzt er und trainiert im Rahmen des Erlaubten mit einem Teamkollegen „wöchentlich, um ein wenig in Bewegung zu bleiben.“

Der Unterschied zwischen Steeldart und E-Dart

  • Steeldart: Die Pfeile haben eine Spitze aus Metall, eine Länge von bis zu 30,5 Zentimeter und ein Gewicht von bis zu 50 Gramm. Das Mittelteil besteht meist aus einer Nickel-Wolfram-Legierung. Damit ein Wurf gewertet wird, muss der Dart bis zum Herausziehen durch den Spieler im Board stecken bleiben. Spiele beginnen in der Regel mit 501 Punkten. Jedes Spiel muss mit einem Doppelfeld beendet werden.
  • E-Dart: Beim Automaten-Dart, auch Electronic-Dart (E-Dart) genannt, haben die Darts eine Spitze aus Kunststoff, ihr Gewicht ist auf 21 Gramm begrenzt, da bei einem höheren Gewicht der Automat Schaden nehmen könnte. Die Gesamtlänge der Pfeile darf 16,8 Zentimeter nicht überschreiten. Die Punkte des Wurfs zählen, sobald sie der Automat registriert hat. Auch hier ist der 501 double out-Modus gängig.

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