Pandemie

Ehrenamtliche helfen in Dietmannsried beim Testen auf Corona

Schnelltest

Anneliese Amann und Roland Dreyfürst helfen ehrenamtlich im Testmobil.

Bild: Martina Diemand

Anneliese Amann und Roland Dreyfürst helfen ehrenamtlich im Testmobil.

Bild: Martina Diemand

Beim Roten Kreuz Oberallgäu helfen Ehrenamtliche mit, damit sich viele Menschen testen lassen können. Was die Helfer der Teststation Dietmannsried antreibt.
14.04.2021 | Stand: 15:18 Uhr

Das Aprilwetter mit Schneeregen und Kälte an diesem Spätnachmittag lässt frösteln. Dennoch hat sich am Feuerwehrhaus in Dietmannsried eine lange Schlange gebildet. Es sind Frauen und Männer, Jugendliche und Senioren, die einen Corona-Schnelltest machen wollen. In der mobilen Schnellteststelle des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) Oberallgäu.

Dort warten Ehrenamtliche der BRK-Bereitschaft Altusried-Dietmannsried in sterilen Schutzanzügen, mit Mund- und Nasenschutz, zwei Paar Handschuhen über den Händen und einem Schutzschild auf die Testwilligen. Es sind freiwillige Helferinnen und Helfer, auf die das Rote Kreuz Oberallgäu vor allem jetzt während der Pandemie setzt.

200 Ehrenamtliche für Corona-Schnelltest geschult

650 Ehrenamtliche sind in den Bereitschaften des BRK Oberallgäu laut Geschäftsführer Alexander Schwägerl im Dienst für die Allgemeinheit unterwegs. Etwa 200 von ihnen seien für die Schnelltests geschult. Die Ehrenamtlichen wechseln sich dabei ab. In Dietmannsried seien normalerweise bis zu sechs Helfer im Einsatz, sagt Manfred Mortzard, Leiter der Bereitschaft Altusried-Dietmannsried, die insgesamt 35 Freiwillige zählt.

Für Melanie und Manfred Mortzard ist ihr Einsatz gut für die Menschen vor Ort. So sieht das auch zweiter Bürgermeister Otto Schmid – hier beim Testen.
Für Melanie und Manfred Mortzard ist ihr Einsatz gut für die Menschen vor Ort. So sieht das auch zweiter Bürgermeister Otto Schmid – hier beim Testen.
Bild: Martina Diemand

Im mobilen Testzentrum nehmen zwei die Anmeldung entgegen, zwei weitere übernehmen den Test und die Auswertung. An diesem Tag stehen neben Manfred Mortzard auch seine Tochter Melanie sowie Anneliese Amann und Roland Dreyfürst bereit. Etwa 50 Menschen lassen sich laut Mortzard durchschnittlich in den zwei Stunden testen.

Darunter ist an diesem Tag auch Dietmannsrieds zweiter Bürgermeister Otto Schmid. Er benötigt für die abendliche CSU-Versammlung einen aktuellen Schnelltest. Dass die mobile Teststation so gut angenommen werde, ist für Schmid ein Zeichen dafür, wie wichtig es sei, vor Ort zu testen.

Stunden werden nicht gezählt

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Für die Menschen vor Ort da zu sein ist auch für Ehrenamtliche wie Manfred Mortzard der Antrieb für sein Engagement. Der 49-jährige Beamte im Briefverteilzentrum der Post zählt dabei nicht die Stunden, die er für diesen Freiwilligendienst aufbringt. Er weiß nur, sagt er humorvoll, dass er gerade mal zwei Tage in der Woche nichts fürs BRK macht. Doch das sei ein Dienst an der Allgemeinheit und Mortzard kennt es nicht anders. Das Ehrenamt, sagt der langjährige Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Dietmannsried, liege im Blut. Was der Allgäuer damit meint, ist das Engagement der gesamten Familie.

So steht neben ihrem Vater an diesem Tag auch Tochter Melanie im Testmobil. Die 18-jährige medizinische Fachangestellte verbindet sozusagen ihre berufliche Leidenschaft mit der Freizeit. „Und ich mache das gern“, sagt sie, „denn das ist gut für die Menschen“.

Corona-Schnelltest: Rentnerin im Dienst der Allgemeinheit

Und wenn andere arbeiten, ist Anneliese Amann ehrenamtlich für die Bereitschaft mit im Einsatz. Als Rentnerin, sagt die 64-Jährige, sei ihr dieser Dienst, den sie seit 20 Jahren macht, sehr wichtig. Das ist auch die Einstellung von Roland Dreyfürst, der Vierte im Bund an diesem Nachmittag in der Teststation in Dietmannsried.

Vor dem zweistündigen Einsatz dort werden die Freiwilligen geschult, damit der Schnelltest korrekt durchgeführt werden kann. Drei Stunden lang, sagt Mortzard, dauere die Online-Schulung, nochmals zwei Stunden die Einweisung durch den Notarzt. Stunden, die in der Freizeit geleistet werden. Und Zeit, die auch Freiwillige in den anderen mobilen Teststationen sowie im Testzentrum des BRK in der Markthalle und Ari-Kaserne in Kempten aufbringen.

An 17 Orten im Landkreis Oberallgäu, in Kempten und im Kleinwalsertal ist das BRK Oberallgäu mit seinen Fachdiensten rund um die Uhr aktiv; in 13 Bereitschaften und drei Arbeitskreisen die ehrenamtlichen Sanitäterinnen und Sanitäter. Unter den 500 Hauptamtlichen sind laut BRK-Geschäftsführer Schwägerl auch 80 Menschen, die neu eingestellt wurden. Eine persosonelle Aufstockung, die der Pandemie geschuldet ist.