Nachruf

Ein feiner Vorstand: Wolfgang Schmid aus Kempten stirbt mit 92 Jahren

AFW Festbier

Wolfgang Schmid bei der Festbierprobe auf der Allgäuer Festwoche 2005.

Bild: Ralf Lienert (Archivbild)

Wolfgang Schmid bei der Festbierprobe auf der Allgäuer Festwoche 2005.

Bild: Ralf Lienert (Archivbild)

Wolfgang Schmid war nicht nur Unternehmer, sondern auch Stadtrat und Handelsrichter. Er stand viele Jahre dem Allgäuer Brauhaus vor.
19.01.2022 | Stand: 15:00 Uhr

Im Alter von 92 Jahren ist der Kemptener Wolfgang Schmid im Kreise seiner Familie gestorben. Er war Vorstand des Allgäuer Brauhauses, Stadtrat, IHK-Vorstand und Handelsrichter. Für seine Weggefährten galt er als gütiger und feiner Mensch, der großes Vertrauen in seine Mitarbeiter und Familie setzte.

Schmid wuchs in der Bodmanstraße auf, besuchte erst die Wittelsbacher und dann die Oberrealschule, wo er 1949 sein Abitur ablegte. Nach einer kaufmännischen Lehre bei der Firma Botzenhardt studierte er in München Betriebswirtschaft und schloss 1956 als Diplom-Kaufmann ab. Ein Jahr später heiratete er in Pfronten seine Frau Thea, mit der er zwei Buben und ein Mädchen bekam.

Wolfgang Schmid: 1958 begann er seine Laufbahn beim Allgäuer Brauhaus

1958 begann Schmid als Direktionsassistent beim Allgäuer Brauhaus, erhielt 1961 Prokura, wurde 1969 stellvertretendes Vorstandsmitglied und war von 1981 bis 1990 Sprecher des Vorstandes. Anschließend brachte er seine berufliche Erfahrung zwölf Jahre in den Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft ein. (Lesen Sie auch: Klimaschutz in Kempten: Erneuerbare Energien sind der Schlüssel zum Erfolg)

Schmid war auch Politiker. „Er war ein glühender Vertreter der europäischen Idee“, sagt seine Tochter Cornelia. Mit der Gebietsreform wurde er 1972 in den Stadtrat gewählt, wo er sich als Jugendbeauftragter maßgeblich an der Entstehung des Jugendhauses beteiligte. Von 1978 bis 1980 führte er die CSU-Fraktion an und schied nach zehn Jahren aus dem Stadtrat aus.

Ausgezeichnet mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande

Von 1986 bis 1990 war Schmid Vorsitzender des Industrie- und Handelsgremiums und wurde für seine unternehmerischen Leistungen 1990 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. In der Laudatio wurde seine engagierte Mitarbeit in der Tarifgemeinschaft Bayerischer Brauereien hervorgehoben. Schmid war im Verkehrsverein, der Aktionsgemeinschaft und der Feuerschützengesellschaft aktiv. Als Mitglied im Kuratorium setzte er sich für den Ausbau der Hochschule Kempten ein. Von 1972 bis 1997 war er als Handelsrichter über acht Perioden beim Landgericht Kempten aktiv. (Lesen Sie auch: Die Park-Jahreskarte kostet in Waltenhofen künftig das Doppelte)

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