Weihnachten im Allgäu

Ein Vogelhäuschen für Maria und Josef? Es gibt vielfältige Krippen im Allgäu

Weil die große Krippe keinen Platz mehr fand, hat Eva Hermann nun ein umgebautes Vogelhäuschen.

Weil die große Krippe keinen Platz mehr fand, hat Eva Hermann nun ein umgebautes Vogelhäuschen.

Bild: Hermann

Weil die große Krippe keinen Platz mehr fand, hat Eva Hermann nun ein umgebautes Vogelhäuschen.

Bild: Hermann

Allgäuer Bastler setzen auf verschiedenste Materialien wie Holz, Wurzeln, Rinde und sogar Baumpilze. Manche Weihnachtskrippe kommt mit ganz wenig Platz aus.
25.12.2020 | Stand: 19:03 Uhr

Weihnachtskrippen sind so vielfältig wie die Allgäuer selbst. Es gibt sie groß und klein, alpenländisch und orientalisch, detailreich üppig ausgestattet oder minimalistisch reduziert auf die Kernaussage: Weihnachten, das Fest der Geburt Jesus Christus. Ähnlich ist es mit den Materialien: Holz, Wurzeln und Baumrinden zählen zu den häufig verwendeten Materialien. Kreative Bastler verwenden sogar Baumpilze. Und auch gehäkelte Tannenbäumchen sind zu finden.

Krippe war ursprünglich ein Vogelhäuschen

So verschiedenen wie die Krippen sind die Geschichten, die dahinter stehen. Wie bei Eva Hermann aus Kempten. Ihre in Handarbeit gefertigte Krippe war ursprünglich ein Vogelhäuschen. Doch die Geschichte beginnt viel früher: Hermanns Bruder in Pfronten hatte schon vor vielen Jahren für seine Familie eine Krippe gebaut. „Sie ist groß und ich habe sie von Anfang an bewundert“, sagt Eva Hermann. Auch sie hätte gerne so eine Krippe gehabt. So freute sie sich riesig, als ihr der Neffe und sein Vater zum 50. Geburtstag eine Krippe im alpenländischen Stil mit Schindeldach und Baumrinde bauten. „Ich habe sie geliebt und jedes Jahr voll Freude aufgestellt.“ (Lesen Sie auch: Lebendige Krippe in Memmingen - ein bisschen Weihnachten in Corona-Zeiten)

Dann zog Hermann um und in der neuen Wohnung war kein Platz mehr für die große Krippe. Ganz ohne wollte sie aber auch nicht sein. Als sie in der Garage ihres Bruders ein Futterhäuschen entdeckte, wurde das liebevoll zur Krippe umgebaut. Und mit der ist sie bereits das sechste Weihnachten glücklich. Die große Krippe ging an die Familie zurück. Hermann: „Vielleicht steht sie eines Tages in der Wohnung meines Neffen, der sie vor über 20 Jahren gebaut hat.“

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