Neuerung in Kempten

Endlich: Das Allgäu-Museum erhält eine neue Heimat im Marstall Kempten

Alpinmuseum Kempten

Die Ausstellung im Kemptener Alpin-Museum ist wohl nur noch einige Jahre zu sehen. Dann zieht hier das Allgäu-Museum ein.

Bild: Ralf Lienert

Die Ausstellung im Kemptener Alpin-Museum ist wohl nur noch einige Jahre zu sehen. Dann zieht hier das Allgäu-Museum ein.

Bild: Ralf Lienert

Die Tage des Alpin-Museums sind gezählt: In den Marstall  in Kempten soll schrittweise das Allgäu-Museum einziehen. Die Objekte lagern derzeit im Depot.

31.07.2020 | Stand: 11:45 Uhr

Das Allgäu-Museum wird nun definitiv im Marstall unterkommen. Das beschlossen die Stadträtinnen und Stadträte in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses. Damit wird das definitive Ende des Alpin-Museums eingeläutet, das in den beiden Dachgeschossen untergebracht ist. Die Exponate, welche die Geschichte des Alpinismus in unserer Region beleuchten, werden allerdings nicht gleich weggeräumt, sondern sind noch mindestens bis zum Jahr 2022 zu sehen, erklärt Kemptens Museumsleiterin Christine Müller Horn.

Das Allgäu-Museum schlummert im Depot in Kempten

Die Entscheidung ist ein Meilenstein für die Kemptener Museums-Entwicklung. Zwar galt der Marstall als Favorit für ein künftiges Allgäu-Museum. Bisher war jedoch nicht klar, was mit den vielen Objekten geschehen soll. Sie lagern im Depot, weil das Kornhaus, in dem sich das Allgäu-Museum befand, Ende 2018 geschlossen wurde.

Dass die Tage des veralteten und unattraktiven Alpin-Museums, eine Zweigstelle des Bayerischen Nationalmuseums, gezählt sind, ist schon länger bekannt. Vor zwei Monaten erst beschloss der Kulturausschuss, der neuerdings offiziell „Aussschuss für Kultur und Stadttheater“ heißt, dass ein 250-Quadratmeter-Raum im Jahr 2021 umgewidmet wird und dort die städtische Kunstsammlung gezeigt wird. Damit würde das Alpin-Museum aber zum Rumpfmuseum, was offenbar dem Bayerischen Nationalmuseum und dem Deutschen Alpenverein, der Leihgaben beisteuert, nicht mehr sonderlich zusagt.

Stadträte diskutieren über Formulierungen

Damit wird für die Kemptener Museumsverwaltung der Weg frei, das ganze Haus künftig in Eigenregie zu betreiben und zu bespielen. Auf ihren Vorschlag hin erhielt Müller Horn den Auftrag, ein Konzept zu erarbeiten „für die etagenweise Umgestaltung“. Bis Oktober soll die Museumsleiterin Zeitplan, Kosten und Themen zusammenstellen und den Stadträten präsentieren. Bei der Diskussion im Ausschuss entspann sich eine kurze Kontroverse, wie deutlich die Geschichte des Alpinismus in dem Konzept benannt werden soll, worauf einige Rätinnen und Räte bestanden, allen voran Sibylle Knott (parteiloses Mitglied der CSU-Fraktion). Christine Müller Horn wehrte sich dagegen und plädierte für eine offene Formulierung des Konzepts ohne Vorfestlegungen.

Die Museumsleiterin betont gegenüber unserer Zeitung, dass das neue Allgäu-Museum kein Heimatmuseum im traditionellen Sinn werde. Wie beim gerade eröffneten Kempten-Museum sollen die Objekte nach modernsten Erkenntnissen und mit neuen Medien präsentiert werden. Doch bevor es ins Detail geht, müsse erst einmal ein Konzept erstellt werden.