Energie, Strom, Heizkosten

Heizlüfter statt Gas? Keine gute Idee zum Energiesparen

Das beschäftigt viele: Wie wird die Wohnung im kommenden Winter schön warm?

Das beschäftigt viele: Wie wird die Wohnung im kommenden Winter schön warm?

Bild: Matthias Becker (Archiv)

Das beschäftigt viele: Wie wird die Wohnung im kommenden Winter schön warm?

Bild: Matthias Becker (Archiv)

Martin Sambale vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu sagt, was angesichts hoher Kosten beim Heizen wichtig ist und nennt Tipps wie den Infrarotstrahler.
01.09.2022 | Stand: 17:56 Uhr

Herr Sambale, der Anstieg der Gaspreise kennt derzeit kein Halten – ist es da sinnvoll, auf elektrische Heizlüfter auszuweichen?

Martin Sambale: Nein. Wenn ich eine Gasheizung habe, hat es bei den aktuellen Preisen keinerlei Sinn, auf Heizlüfter umzuschwenken. Denn um die entsprechende Wärme zu erzeugen, kostet der Strom viel zu viel: Verglichen mit einer Gasheizung kommen Heizlüfter sogar etwa dreimal so teuer. Allerdings weiß keiner, wie sich die Preise weiter entwickeln. Man muss sie also im Auge behalten. (>>>Hier lesen Sie: Preisschock im Allgäu: Strom und Gas werden immer teurer - Wann Kunden Heizöl und Pellets am besten bestellen)

Gibt es außer dem Kaminofen noch andere Alternativen – gerade auch für Wohnungen?

Sambale: Zum Beispiel kann ein an der Wand im Badezimmer montierter Infrarotstrahler eine Lösung sein. Er könnte vor allem dann Sinn haben, wenn er tatsächlich nur kurz beim Badbesuch eingeschaltet wird und dafür nicht den ganzen Tag über die Heizung im Bad laufen muss. Abgesehen davon: Die Wärme von Infrarotstrahlern ist angenehmer als von Heizlüftern.

Martin Sambale
EZA Kempten
Martin Sambale EZA Kempten
Bild: Martina Diemand

Und was zählt sonst noch beim Heizen?

Sambale: Da ist vorneweg das bewusste Nutzerverhalten – etwa, wann und wie stark man Heizkörper aufdreht, dass man nur mit einem kurzen Durchzug stoßlüftet und nicht Fenster dauerhaft gekippt hat. Das sollte ebenso bekannt sein wie die Tatsache, dass man Heizkörper nicht mit einem Sofa oder Vorhängen verdeckt. Weitere Tipps gibt es auch beim Energie- und Umweltzentrum Allgäu (Eza).

(Lesen Sie auch: Schimmelt meine Wohnung, wenn ich zu wenig heize?)

Und worauf muss man bei der Heizung selbst achten?

Sambale: Wichtig sind die richtige Einstellung der Heizung, eventuell auch ein hydraulischer Abgleich, damit sie optimal läuft, und das Dämmen der Heizungsrohre. So kommt die Wärme dort an, wo sie hinfließen soll. Steht in den nächsten Jahren eine neue Heizung an, kann man jetzt auch bewusst ausprobieren, ob einem eine Vorlauftemperatur unter 55 Grad ausreicht – dann könnte man bei der neuen Heizung nämlich auf eine Wärmepumpe setzen.

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