Kempten

Ernüchterung beim Titelanwärter

Eishockey ESC Kempten verliert in der Landesliga beim EHC Bad Aibling mit 4:8. Trainer Carsten Gosdeck ärgert sich vor allem über die mangelhafte Chancenverwertung
04.11.2019 | Stand: 16:29 Uhr

Eishockey-Landesligist ESC Kempten hat am Sonntagabend den nächsten Rückschlag im Kampf um den Bayernliga-Aufstieg einstecken müssen: In Bad Aibling verlor die Mannschaft um Trainer Carsten Gosdeck deutlich mit 4:8. Nach der 4:6-Niederlage beim ESV Buchloe zwei Tage zuvor blieben die Sharks damit erstmals in dieser Saison an einem Wochenende ohne Punkte. Für Coach Gosdeck ein Warnschuss zur richtigen Zeit. Er sagte: „Es war klar, dass wir früher oder später auch verlieren werden. Am Anfang der Saison ist es mir noch lieber. Die Spieler haben jetzt gesehen, dass man nur gewinnen kann, wenn Einsatz und Laufbereitschaft zu 100 Prozent stimmen. Das war in den beiden letzten Spielen teils nicht der Fall. Das war nicht die Kemptener Mannschaft, die ich kenne.“

Eigentlich hatte sich der ESC nach der Derby-Pleite im Ostallgäu vorgenommen, in Bad Aibling Wiedergutmachung zu betreiben. Doch die ersten zehn Minuten gehörten den Hausherren, die immer wieder mit Tempo und schnellen Pässen gefährlich vor das Kemptener Tor kamen. Den Sharks gelangen zunächst nur einzelne Entlastungsangriffe. Erst nach und nach gestalteten sie das Spiel offener – und gingen nach 13 Minuten durch Fabian Magg sogar in Führung. Doch der Torjubel war kaum verklungen, da fiel schon der Ausgleich. Im weiteren Verlauf der Partie wurde einmal mehr das derzeit wohl größte Manko im Spiel der Allgäuer deutlich: die Chancenverwertung. Zwar traf Adrian Kastel-Dahl (16.) noch zum 2:1, dann allerdings wurden reihenweise gute Möglichkeiten vergeben.

Im zweiten Abschnitt diktierten die Gäste das Geschehen auf dem Eis, einzig der Erfolg blieb aus. „Wir haben aus unseren vielen Chancen wieder einmal viel zu wenig gemacht“, schimpfte Gosdeck. Wesentlich effektiver waren dagegen die Oberbayern: In Überzahl dauerte es nur neun Sekunden, ehe Bad Aibling zum 2:2 ausglich (29.). Und während sich die Kemptener abmühten und mitunter zu kompliziert agierten, gingen die Hausherren kurz vor Drittelende sogar mit 3:2 in Führung.

Der Schlussabschnitt begann vielversprechend: Michel Maaßen traf zum 3:3 (44.). Kurz nachdem die Gastgeber erneut in Führung gingen (45.), parierte ESC-Torhüter Fabian Schütze einen Penalty, Markus Vaitl traf in der 51. Minute auf der anderen Seite zum 4:4 und machte seinem Team damit noch einmal Hoffnung. Doch Gosdeck brachte es nach der Partie auf den Punkt: „Wir sind im dritten Drittel eigentlich immer hinterhergelaufen und dann ging uns auch noch die Puste aus.“ So kippte das Spiel zugunsten der Gastgeber. Sie zeigten den Kemptenern schonungslos die Schwächen in der Defensive auf und ließen die Scheibe laufen. Zwei Tore brachten zwischen der 52. und 54. Minute die Vorentscheidung. Gosdeck nahm daraufhin schon sieben Minuten vor Schluss den Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Ein Treffer der Kemptener wurde aber wegen hohen Stocks nicht anerkannt. Dafür trafen erneut die Bad Aiblinger ins leere Tor. Mit dem nächsten Angriff folgte gar noch das 8:4.(has, az)