Corona-Regeln

Es gibt viele Gründe, draußen zu sein. Diese Argumente gelten

Bewegung an der frischen Luft (wie hier in Kempten) ist untertags ein Grund, das Haus zu verlassen. In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die 7-Tages-Inzidenz 200 Fälle pro 100.000 Einwohner überschreitet, sind laut Verordnung „touristische Tagesausflüge“ über einen Umkreis von 15 Kilometern um den Wohnort hinaus untersagt.

Bewegung an der frischen Luft (wie hier in Kempten) ist untertags ein Grund, das Haus zu verlassen. In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die 7-Tages-Inzidenz 200 Fälle pro 100.000 Einwohner überschreitet, sind laut Verordnung „touristische Tagesausflüge“ über einen Umkreis von 15 Kilometern um den Wohnort hinaus untersagt.

Bild: Ralf   Lienert

Bewegung an der frischen Luft (wie hier in Kempten) ist untertags ein Grund, das Haus zu verlassen. In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die 7-Tages-Inzidenz 200 Fälle pro 100.000 Einwohner überschreitet, sind laut Verordnung „touristische Tagesausflüge“ über einen Umkreis von 15 Kilometern um den Wohnort hinaus untersagt.

Bild: Ralf   Lienert

Wer bei einer Kontrolle "triftige Gründe" parat hat, kann in Bayern allerlei im Freien unternehmen. Die wichtigsten Corona-Regeln zusammengefasst.
21.01.2021 | Stand: 11:00 Uhr

Die Meldung löste Kopfschütteln aus: Die Polizei hat einen Familienvater angezeigt, der mit zwei Kindern von einem Allgäuer Landkreis in einen anderen gefahren war und keinen triftigen Grund sagen „konnte oder wollte“. Ein Verstoß gegen Bayerns Ausgangsbeschränkungen. Dabei wäre es wohl einfach gewesen: Sport und Bewegung an der frischen Luft sind ein anerkannter Grund, das Zuhause zwischen 5 und 21 Uhr zu verlassen.

Weitere Gründe sind unter anderem berufliche Tätigkeiten, Behörden- und Versorgungsgänge, Einkauf, Gottesdienst, Prüfungen, die Versorgung von Tieren, der Gang zum Arzt, Therapeuten oder zur Blutspende, die Begleitung unterstützungsbedürftiger Menschen, Minderjähriger und Sterbender. Auch der Besuch eines anderen Hausstands ist ein Grund, ebenso der von Kita, Hochschule, Ehegatte, Lebenspartner, getrennt lebenden Kindern, Alten, Kranken und Menschen mit Einschränkungen.

500 Euro Bußgeld

Zu spaßen ist mit den Vorgaben nicht. Ein Verstoß gegen die Ausgangsbeschränkung kann 250 Euro Bußgeld kosten. Der Regelsatz für Verstöße gegen die nächtliche Ausgangssperre: satte 500 Euro. Auch die jüngste bundesweite Corona-Konferenz hat die scharfen Regeln in Bayern nicht geändert. Im Freistaat gilt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 5 Uhr.

Und da gibt es weit weniger Ausnahmen. Akzeptiert werden berufliche und dienstliche Tätigkeiten, unaufschiebbare Ausbildungszwecke, (veterinär)medizinische Notfälle, medizinisch unaufschiebbare Behandlungen, die Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts, die unaufschiebbare Betreuung unterstützungsbedürftiger Personen und Minderjähriger, die Begleitung Sterbender, die Versorgung von Tieren und „ähnlich gewichtige und unabweisbare Gründe“. Der nächtliche Heimweg nach einem Besuch zählt nicht dazu. Reisen sind so zu planen, dass weder An- noch Abreise in die Zeit der nächtlichen Ausgangssperre fällt.

Die wichtigsten Fragen zu Masken bei Jung und Alt

  • Ab welchem Alter ist Maskenpflicht?
    Die allgemeine Maskenpflicht (Mund-Nasen-Bedeckung) gilt ab dem sechsten Geburtstag. Die neue FFP2-Maskenpflicht in Einzelhandel und Nahverkehr gilt ab dem 15. Lebensjahr. Bei Kindern von 6 bis 14 Jahre reicht auch dort weiter eine einfache Mund-Nasen-Bedeckung.
  • Wo gilt die allgemeine Maskenpflicht?
    Auf von den Behörden festgelegten Flächen, im öffentlichen Verkehr, in Handel, Dienstleistungsbetrieben, Praxen und Märkten samt den Parkplätzen. Maskenpflicht gilt auch sonst fast überall, etwa in Krankenhäusern, Altenheimen, Kirchen, öffentlichen Gebäuden, der Arbeitsstätte und am Arbeitsplatz, wenn der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht zuverlässig eingehalten werden kann.
  • Wo sind FFP2-Masken zu tragen?
    Grundsätzlich beim Besuch in Altenheim, Seniorenresidenz, Pflege- und Behinderteneinrichtung, im öffentlichen Nahverkehr, im Einzelhandel (für Kunden, nicht für Beschäftigte) und bei der Abholung bestellter Waren sowie für die Patienten in Arzt-/Zahnarztpraxen und allen sonstigen Praxen. Die FFP2-Pflicht gilt jetzt auch in öffentlich zugänglichen Gottesdiensten und Zusammenkünften anderer Glaubensgemeinschaften. Auch manche andere Einrichtung verlangt FFP2.
  • Und beim Radeln?
    Ordnen Behörden für zentrale Flächen Maskenpflicht an, gilt die auch auf dem Rad. Aber: Kempten zum Beispiel hat das im Zentrum außer Kraft gesetzt, um die Verkehrssicherheit (beschlagene Brillen) nicht zu gefährden.
  • Was bringen Plexiglaswände?
    Bieten in Geschäften Schutzwände an Kasse und Theke „zuverlässigen Infektionsschutz“, entfällt dort die Maskenpflicht fürs Personal.
  • Was ist bei Behinderung oder Krankheit?
    Ist das Tragen einer Maske unzumutbar schwer, kann man darauf verzichten. Wer die Bestätigung eines Arztes dabei hat, kann die Ausnahme glaubhaft machen.
  • Muss ich im Auto eine Maske tragen?
    Sobald eine haushaltsfremde Person mitfährt, wird es empfohlen.
  • Wie lange gilt die Maskenpflicht?
    Ein Ende ist noch nicht absehbar.

Das gilt in Handel, Gastronomie und Hotelgewerbe

  • Handel:
    Ladengeschäfte mit Kundenverkehr dürfen nicht öffnen. Ausnahmen: z. B. Bank, Lebensmittelhandel, Getränkemarkt, Reformhaus, Babyfachmarkt, Apotheke, Sanitätshaus, Drogerie, Reinigung/Waschsalon, Tankstelle, Kfz-/Fahrrad-Werkstatt, Optiker, Hörgeräteakustiker, Handel mit Tierbedarf, Futtermitteln und Presseartikeln.
  • Abholung bestellter Ware:
    Kunden müssen untereinander mindestens 1,5 Meter Abstand halten. Personal, Kunden und Begleiter müssen auf dem Gelände samt Parkplatz, Eingangs-/Wartefläche und Verkaufsräumen FFP2-Masken tragen.
  • Praxen:
    Praxen mit medizinischen, therapeutischen und pflegerischen Leistungen dürfen öffnen.
  • Gastronomie:
    Erlaubt ist nur die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause.
  • Beherbergung:
    Übernachtungsangebote darf es nur für glaubhaft notwendige, insbesondere berufliche und geschäftliche Zwecke geben.
  • Zweitwohnsitz:
    Die eigene Ferienwohnung darf man nutzen, ebenso den Wohnwagen, ist er als Zweitwohnsitz gemeldet. An-/Abreise müssen außerhalb der nächtlichen Ausgangssperre erfolgen. Ist die Ferienwohnung in einem Risikogebiet im Ausland, ist die Einreise-Quarantäneverordnung zu beachten.

Das gilt für Fahrgemeinschaften, Umzüge und Verspätungen

  • Fahrgemeinschaft:
    Sie ist zulässig, wenn ein triftiger Grund für die Autofahrt vorliegt – aber nur mit einer nicht im Haushalt lebenden Person.
  • Umzug/Renovierung:
    Helfen dürfen Personen des eigenen Haushalts und eine weitere Person. Umzüge sind in der Regel kein Grund, die Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr zu umgehen.
  • Wohnungsbesichtigung:
    Sie ist möglich, wenn Wohnungslosigkeit droht oder der Umzug beruflich veranlasst ist. Aus Vermietersicht muss Leerstand drohen. Es sind nur Einzelbesichtigungen mit einem Hausstand erlaubt (Makler plus fünf Personen).
  • Bestattung/Beerdigung:
    Teilnahme an Beerdigungen im engsten Familien- und Freundeskreis (Maskenpflicht und 1,5 Meter Abstand).
  • Verspätung:
    An- und Abreise müssen außerhalb der nächtlichen Ausgangssperre liegen. Ausnahme sind unverschuldete Verspätungen (zum Beispiel durch einen Stau).
  • Fahrdienste:
    Ohne eigenen Grund, das Haus zu verlassen, darf man Freunde/Verwandte nur zur Arbeit fahren, wenn die selbst nicht fahren oder den ÖPNV nutzen können.

Ausflüge und Spritztouren

  • Tagesausflüge:
    Überschreitet ein Landkreis/kreisfreie Stadt die 7-Tages-Inzidenz von 200, so sind für dort wohnende Menschen „touristische Tagesausflüge“ untersagt, die weiter als 15 Kilometer vom Wohnort wegführen. Die Behörden können auch Tagesausflüge in den Landkreis oder die kreisfreie Stadt mit der hohen Inzidenz untersagen.
  • Motorradtour:
    Bei triftigen Gründen (wie Einkauf oder ein Besuch) ist die Fahrt (auch mit dem Auto) erlaubt. Eine Spritztour allein ist kein Grund, das Haus zu verlassen.
  • Hunde:
    Mit ihnen darf man auch nach 21 Uhr Gassi gehen.

Mit Familie und Freunden

  • Besuche/Treffen:
    Private Zusammenkünfte nur im Kreis des eigenen Hausstandes und mit höchstens einer weiteren Person von außerhalb (Kinder bis drei Jahre zählen nicht mit). Auch draußen darf man sich nur mit maximal einem Menschen aus einem anderen Haushalt treffen.
  • Kinderbetreuung:
    Kitas sind geschlossen, ein Notbetrieb ist aber möglich. Ebenso erlaubt sind feste „Kontaktfamilien“: Kinder unter 14 Jahren einer Familie dürfen regelmäßig zu einer fest gewählten weiteren Familie gebracht werden.
  • Feiern:
    Das Feiern auf öffentlichen Plätzen und Anlagen ist untersagt.

Links und Kontakte rund um die Impfung und die Corona-Regeln

Zur Online-Terminvergabe der Impfzentren

Die nächsten Impfzentren: Kempten Ari-Kaserne, Immenstadt Hofgarten-Stadthalle, Impf-Hotline 0831/20697171, Montag bis Sonntag 8 bis 16 Uhr

Örtliche Infos: Landratsamt Oberallgäu und Stadt Kempten

Gesundheitsamt Oberallgäu: E-Mail coronamail@lra-oa.bayern.de, Hotline 08321/612-100, Montag bis Freitag 8 bis 16 Uhr

Regeln, Impfung, Wirtschaft und viele Links: Gesundheitsministerium

Corona und die wichtigsten Regeln: Innenministerium

Fragen rund um den Schulbetrieb: Kultusministerium

Corona-Bußgeld-Katalog: Staatskanzlei

Fallzahlen und Fragen zu Erkrankung, Übertragung und Vorbeugung: Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit