Verkehr

Fahrradklima-Test in Kempten auf gutem Weg: Frist endet am 30. November

Wie zufrieden sind die Radler mit der Situation in ihrem Ort? Das fragt der ADFC bei einer Online-Umfrage.

Wie zufrieden sind die Radler mit der Situation in ihrem Ort? Das fragt der ADFC bei einer Online-Umfrage.

Bild: Matthias Becker

Wie zufrieden sind die Radler mit der Situation in ihrem Ort? Das fragt der ADFC bei einer Online-Umfrage.

Bild: Matthias Becker

Die Umfrage des ADFC läuft in Kempten gut: Die Teilnehmerzahl steigt deutlich. Auch Immenstadt ist auf Kurs. Nur in Sonthofen und Oberstdorf wird es knapp.
02.05.2021 | Stand: 13:36 Uhr

Wie fahrradfreundlich sind Kempten, Immenstadt, Sonthofen und Oberstdorf? Der Frage geht der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) nach. Bis 30. November können Bürger die Situation in ihrem Ort bei einem „Fahrradklima-Test“ im Internet bewerten. Die 27 Fragen sind laut ADFC-Kreisvorsitzendem Tobias Heilig in wenigen Minuten beantwortet.

Es gehe darum, ob man sich auf dem Rad sicher fühlt, wie gut die Radwege sind und ob die Stadt in Zeiten von Corona das Fahrradfahren besonders fördert.

Kempten: ADFC-Umfrage mit guten Teilnehmerzahlen

Die Umfrage findet in Kempten stark steigenden Anklang: 2018 gab es 264 Teilnehmer, aktuell sind es schon vor Aktionsende 317. Immenstadt hat mit bisher 64 Teilnehmern die Mindestzahl von 50 auch schon erreicht. „Wir sind begeistert, wie viele Menschen das Radfahren bei uns wichtig finden und bereit sind, Auskunft über ihre Erfahrungen zu geben“, sagt Heilig. Knapp ist der Umfragestand dagegen in der Radstadt Sonthofen (41 Teilnehmer) und Oberstdorf (37). Damit die zwei Orte noch mit in die Auswertung kommen, müssten jeweils mehr Menschen die Fragen beantworten.

Die Umfrage hilft laut Heilig, Tendenzen vor Ort zu erkennen. Am Beispiel Kempten macht er deutlich, dass eine schlechtere Bewertung aber nicht bedeute, dass sich die Situation tatsächlich verschlechtert hat. Denn tatsächlich gebe sich Kempten viel Mühe und arbeite mit dem ADFC zusammen. Doch auch die Ansprüche der Radler seien gestiegen. Und je mehr aufs Rad steigen, desto eher reichten bestimmte Wege nicht mehr aus.

Mehr Radwege in Kempten verursachen ein Platzproblem

Zusätzliches Problem: Es gibt nicht überall genug Platz, Radwege zu schaffen. Heilig sagt, dass sich zwar Erwachsene mit den meisten Situationen arrangieren könnten, nicht aber Kinder und Senioren. Welchen Maßstab der ADFC ansetzt? Heilig sagt, Radwege sollten so beschaffen sein, dass man guten Gewissens ein zehnjähriges Kind allein zur Schule fahren lassen kann.

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„Die Richtung stimmt, nur wir würden uns größere Schritte wünschen“, sagt Heilig zur Situation in Kempten. Die Ergebnisse der Umfrage müssten in die Weiterentwicklung des Radverkehrs einfließen. Heilig ist klar, dass die Politiker selbst zwischen Stühlen sitzen: Denn die Verkehrswende erreiche man nur mit Einschränkungen für die Autofahrer.

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