Betrugsversuche aktuell im Oberallgäu

Falsche Polizisten rufen vermehrt Kemptener und Oberallgäuer an - so schützt man sich

Die Polizei warnt aktuell vor Betrügern, die in Kempten und im Oberallgäu Senioren anrufen.

Die Polizei warnt aktuell vor Betrügern, die in Kempten und im Oberallgäu Senioren anrufen.

Bild: Arno Burgi, dpa (Symbolbild)

Die Polizei warnt aktuell vor Betrügern, die in Kempten und im Oberallgäu Senioren anrufen.

Bild: Arno Burgi, dpa (Symbolbild)

Derzeit melden sich zahlreiche Kemptener und Oberallgäuer bei der Polizei, weil sie von falschen Polizisten angerufen werden. Wie die Betrugsmasche aussieht.
Die Polizei warnt aktuell vor Betrügern, die in Kempten und im Oberallgäu Senioren anrufen.
Von Allgäuer Zeitung
05.01.2021 | Stand: 16:30 Uhr

In Kempten und im Landkreis Oberallgäu versuchen falsche Polizeibeamte aktuell Senioren um Geld zu betrügen. Seit heute Mittag rufen zahlreiche Menschen in der Einsatzzentrale an, um versuchte Betrugsfälle zu melden.

Betrüger fordern Bürger zur Übergabe von Wertgegenständen auf

Laut Polizei erzählen die Bürger, dass sie von einem vermeintlichen Kriminalpolizisten angerufen wurden. Dieser schilderte, dass Einbrecher festgenommen worden seien. Bei diesen sei eine Liste mit weiteren Einbruchsopfern aufgefunden worden. Um Wertgegenstände vor Diebstahl zu schützen, sollten die angerufenen Bürger ihre Wertgegenstände an die falschen Polizisten übergeben.

Nach Polizeiangaben handelt es sich dabei um eine bekannte Betrugsmasche. In den aktuellen Fällen erkannten alle Bürger, die sich bei der Polizei meldeten, die Betrugsmasche und gingen nicht auf die Gespräche ein.

So sollten Sie sich bei einem Betrugsanruf verhalten

  • Legen Sie auf und rufen Sie den Polizeinotruf 110.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und lassen Sie keine unbekannten Personen in Ihre Wohnung.
  • Geben Sie am Telefon nie Auskunft über Ihr Vermögen.
  • Informieren sie Familienangehörige und Nachbarn über Betrugsanrufe.

Wie die Betrüger vorgehen

Die Betrüger geben sich am Telefon als Polizeibeamte oder Vertreter einer Behörde aus. Durch geschickte Manipulation oder wiederholte Anrufe teils über Tage gelingt es den Betrügern oftmals, das Vertrauen der Angerufenen zu gewinnen. Um sich zu legitimieren, wird der Angerufene teils aufgefordert, bei der örtlichen Polizeidienststelle zurückzurufen. Die Betrüger täuschen dann durch das Einspielen eines Freizeichens vor, dass die Verbindung unterbrochen wurde, obwohl diese noch weiter besteht. Wenn der Angerufene nun die Nummer der örtlichen Polizei oder die 110 wählt, wird keine neue Verbindung aufgebaut. Stattdessen täuscht derselbe Täter oder ein Komplize vor, den Anruf als „richtige Polizei“ wieder anzunehmen.

Die im Telefondisplay der Angerufenen angezeigte Rufnummer kann von den Betrügern über eine Software manipuliert werden. Im Falle falscher Polizeibeamter wird teils die Rufnummer der örtlichen Polizeidienststelle oder die örtliche Vorwahl in der Verbindung mit der 110 angezeigt.

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