Hier arbeiten wir

Fechtig Waltenhofen: Timo Fechtig und Tobias Schneider übernehmen die Führung

Fechtig

Tobias Schneider (links) und Timo Fechtig wollen die Unternehmensbereiche Heizung/Sanitär und Raumlufttechnik noch stärker verknüpfen, so dass sie Bauherren künftig ein Paket aus einer Hand anbieten können.

Bild: Martina Diemand

Tobias Schneider (links) und Timo Fechtig wollen die Unternehmensbereiche Heizung/Sanitär und Raumlufttechnik noch stärker verknüpfen, so dass sie Bauherren künftig ein Paket aus einer Hand anbieten können.

Bild: Martina Diemand

Die klimabedingten Umwälzungen im Baugewerbe sehen die Haustechnik-Spezialisten aus Waltenhofen und Obergünzburg als Chance. Corona haben sie gut gemeistert.
07.11.2021 | Stand: 05:30 Uhr

„Hier arbeiten wir“ – unter diesem Motto stellen wir Menschen vor, die aus verschiedenen Berufen kommen. Eins haben sie gemeinsam: Zusammen sorgen sie für den Erfolg des Unternehmens, für das sie arbeiten. Heute geht es um die Firma Fechtig in Waltenhofen und Obergünzburg.

Die Fechtig-Gruppe – das sind drei Unternehmen in einem. Am Anfang, vor 50 Jahren, stand der Bereich Heizung und Sanitär, den Firmengründer Adolf Fechtig aufgebaut hat. 1996 übernahm Fechtig eine insolvente Firma mit Niederlassung in Obergünzburg und machte daraus die Fechtig Raumlufttechnik. Die Tank und Energie GmbH, deren Kerngeschäft die Reinigung, Wartung und Demontage von Öltanks ist, kam 2007 hinzu. Die Männer an der Spitze waren bisher Adolf Fechtig und sein Sohn Thomas, Hubert Schneider und Peter Decker. Nach und nach treten diese nun einen Schritt zurück und überlassen die Geschäfte ihren Söhnen Timo Fechtig und Tobias Schneider.

Beide sind sich einig, dass sie die Unternehmensgröße beibehalten möchten. „Immer höher, größer, weiter ist nicht das, was wir wollen“, sagt der 32-jährige Timo Fechtig. Auch sei ihm die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern wichtig: „Dass man sich auch privat austauscht und weiß, wie es beim andern ausschaut.“ Der 31-jährige Tobias Schneider sieht das genauso. 50 Mitarbeitende und zwölf Azubis sind am Standort in Waltenhofen, 35 Mitarbeitende und sieben Azubis in Obergünzburg beschäftigt.

Alltag bei Fechtig in Waltenhofen und Obergünzburg: Organisatorische Änderungen

Das Unternehmen betreut in Sachen Heizung und Raumluft sowohl private Häuslebauer als auch Bauherren von Industriegebäuden, Hotels, Krankenhäusern oder Schulen. Die Arbeit sei durch ständige organisatorische Änderungen gekennzeichnet, sagt Peter Decker. Noch bis Mitte nächsten Jahres ist der 64-Jährige in der Geschäftsführung der Raumlufttechnik tätig, dann winkt der Ruhestand. (Lesen Sie auch: Wenn Architekt und Bauherr streiten: Der Traum vom Hausbau vor Gericht in Kempten)

Auch Fechtig kämpfe mit steigenden Materialpreisen, sagt Schneider. Stehe die Kalkulation für ein Projekt, könne oft erst ein halbes Jahr später gestartet werden. Stiegen derweil die Preise, sei der Auftrag vielleicht nicht mehr rentabel.

Timo Fechtig: Trend geht zu regenerativer Energie

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Dass die Arbeit nicht ausgeht, ist indes gesichert: Die Technik verändere sich stark, sagt Timo Fechtig, hin zu regenerativer Energie. „Das macht es interessant, aber auch der Aufwand steigt.“ Beispielsweise seien Schulungen nötig. (Lesen Sie auch: "Was wir jetzt planen, wird wohl nicht reichen" - OB Thomas Kiechle über den Wohnungsmarkt in Kempten)

Nicht nur bei der Technik, auch bei der Motivation geht das Unternehmen neue Wege. Seit zwei Jahren gibt es in Waltenhofen eine Vier-Tage-Woche. Das bedeute für die Monteure zwar Zehn-Stunden-Tage, sagt Fechtig. Aber die Anfahrt zur Baustelle zähle nun als Arbeitszeit. „Die Erholung ist eine andere, das merkt man an der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter.“

Kirill Müller: Einen Weg für die Luft finden

„Ich mache die Teile für die Raumlufttechnik, die später montiert werden“, sagt Anlagenmechaniker Kirill Müller. Der 35-Jährige ist vor 17 Jahren als Hilfsarbeiter bei Fechtig in Obergünzburg eingestiegen. „Damals gab es keine Lehrstellen“, erinnert er sich. Bei Fechtig zeigte sich dann sein handwerkliches Geschick, von dem Müller gar nicht wusste, dass er es hatte – und er konnte eine Lehre beginnen. Er stellt die Kanäle für die Lüftungsanlagen her, die Fechtig zukauft, individuell angepasst an das jeweilige Projekt. „Wenn ich nach Hause gehe, sehe ich was ich gemacht habe“, sagt er. Oft seien Sonderteile darunter, die es so noch nie gab. Tüftelt er gerade nicht an einer Lösung, begeistert er sich für Eishockey oder beschäftigt sich mit seinen zwei kleinen Söhnen.

Kirill Müller stellt Sonderteile für Lüftungskanäle her.
Kirill Müller stellt Sonderteile für Lüftungskanäle her.
Bild: Martina Diemand

Patrick Meixner: Einen Blick auf die Baustellen haben

Patrick Meixner hat als Technischer Systemplaner bei Fechtig Raumlufttechnik angefangen. Das Berufsbild, das früher als „Technischer Zeichner“ bekannt war, habe ihm schon auf der Realschule gefallen, sagt der 27-Jährige. Damals nutzte er ein Zeichenbrett, heute arbeitet er mit einem 3D-Programm. Patrick Meixner hat sich zum Techniker weitergebildet und zum Projektleiter hochgearbeitet. Zwischen 15 und 20 Projekte betreut er aktuell, schreibt Werkstatt-Aufträge oder teilt die Monteure ein. „Hauptsächlich bin ich auf Baustellen unterwegs und treffe mich mit Architekten oder Vertretern anderer Gewerke.“ Langweilig werde es in dem Beruf niemals, sagt Meixner. Auch in seiner Freizeit nicht, in der er Fußball spielt oder wandern geht.

Patrick Meixner schätzt das familiäre Arbeitsklima bei Fechtig.
Patrick Meixner schätzt das familiäre Arbeitsklima bei Fechtig.
Bild: Martina Diemand

Thomas Schöberl: Einen Plan schmieden

Fechtig Heizung und Sanitär arbeitet auf den verschiedenen Baustellen oft mit Planungsbüros zusammen, leistet sich aber auch eigene Planer. Thomas Schöberl ist einer von ihnen. Zuvor war er zwei Jahre als Projektleiter tätig, nach einem Energie- und Umwelttechnik-Studium. „Wenn ein Gebäude in der Planung ist, überlege ich mit den Architekten, was wir an Leitungen brauchen und wo wir diese am besten unterbringen“, erklärt der 28-Jährige. Am Schluss stehe ein Montageplan, den er den Projektleitern und Monteuren übergebe. „Dass ich mich kreativ austoben und eigenverantwortlich arbeiten kann, macht mir Spaß“, bringt er auf den Punkt, was ihn an seinen Aufgaben besonders reizt. Und nach der Arbeit? „Ich bin ein Wintertyp und fahre gerne Ski.“

Thomas Schöberl denkt gerne über Lösungen nach.
Thomas Schöberl denkt gerne über Lösungen nach.
Bild: Martina Diemand

Peter Trettenbach: Ein Bild mit Leitungen kreieren

Peter Trettenbach begann vor 42 Jahren eine Ausbildung zum Heizungsmonteur, ist heute bauleitender Obermonteur. Unterbrochen wurde seine Fechtig-Karriere nur durch den Wehrdienst. „Es ist alles viel schneller geworden“, sagt der 57-Jährige. Früher habe er mit acht Mann in Einfamilienhäusern gearbeitet, heute mit der gleichen Anzahl in Industriegebäuden. Trettenbach koordiniert die Baustelle, geht mit den Planern alles durch. „Und dann legen wir einfach los.“ Am liebsten kümmere er sich um die Heizungskessel. „Ich schaue, wie ich mit den Leitungen fahre, so dass es ein Bild gibt und gut aussieht.“ In der Industrie jeden Tag die gleichen fünf Schrauben anziehen, sei nichts für ihn. In seiner Freizeit geht er gerne mit Frau und Hund spazieren.

Manche Bauteile fertigt Peter Trettenbach im Lager vor.
Manche Bauteile fertigt Peter Trettenbach im Lager vor.
Bild: Martina Diemand