Fitness-App oder Leberfleck-Scanner

Dank dieses Allgäuers bekommen Menschen bessere Einblicke in die eigene Gesundheit

Beim Sport sammeln viele Menschen über ein Fitnessarmband Daten. Das könnte künftig auch für Apps genutzt werden, sagt Forscher Daniel Diethei.

Beim Sport sammeln viele Menschen über ein Fitnessarmband Daten. Das könnte künftig auch für Apps genutzt werden, sagt Forscher Daniel Diethei.

Bild: Sebastian Gollnow, Hauke-Christian Dittrich, dpa (Symbolbild)

Beim Sport sammeln viele Menschen über ein Fitnessarmband Daten. Das könnte künftig auch für Apps genutzt werden, sagt Forscher Daniel Diethei.

Bild: Sebastian Gollnow, Hauke-Christian Dittrich, dpa (Symbolbild)

Wie bekommen Menschen bessere Einblicke in ihre Gesundheit - ohne gleich zum Arzt zu müssen? Dafür hat der Allgäuer Daniel Diethei mehrere Lösungen entwickelt.
18.05.2022 | Stand: 15:07 Uhr

Ein seltsamer Leberfleck, doch der Termin beim Hautarzt ist erst in einem halben Jahr. Anhaltende Kopfschmerzen, doch kein Experte weiß weiter. Schon jetzt informieren sich viele Menschen bei solchen Problemen im Internet. Was nicht immer die passende Lösung liefert, könnte – richtig eingesetzt – Probleme des Gesundheitssystems lösen, sagt Forscher Daniel Diethei aus Altusried. Der 30-Jährige hat für seine Doktorarbeit untersucht, wie digitale Gesundheitsdaten intelligent genutzt werden können.

Lange Wartezeiten beim Facharzt durch Apps oder Onlineforen verkürzen

Wie könnte das Sammeln von Daten die Gesundheitsversorgung verbessern?

Daniel Diethei: Zum einen bekommen die Menschen Einblicke in ihre Gesundheit. Fitnessarmbänder zum Beispiel zeigen, wie viel sich eine Person bewegt oder ob sie ausreichend Schlaf abbekommen hat. Außerdem könnten einige Gesundheitsfragen ohne Arzttermin geklärt werden oder sich Patienten mit ähnlichen Problemen online austauschen. So werden lange Wartezeiten bei Fachärzten überbrückt oder entstehen erst gar nicht.

Könnten sensible Daten so nicht missbraucht werden?

Diethei: Meine Forschung hat ergeben, dass Anbieter tatsächlich nicht immer kennzeichnen, wofür sie welche Daten verwenden. Zum Beispiel war eine Corona-Datenspende-App eigentlich dafür gedacht, über Bewegungsprofil und Herzfrequenz Fieber und somit potenzielle Corona-Hotspots zu erkennen, wurde dann aber genutzt, um die Auswirkungen der Zeitumstellung auf den Schlaf der Menschen zu untersuchen. Anbieter müssen hier verantwortungsvoller handeln.

Positivbeispiel trotz Datenbedenken: App scannt Leberflecke und erkennt so Anzeichen auf Hautkrebs

Wie könnte so eine App aussehen?

Diethei: Ein Positivbeispiel sind Plattformen zum Scannen von Leberflecken. Man macht ein Foto, lädt es in die App und bekommt eine Einschätzung, ob der Leberfleck Merkmale von Hautkrebs aufweist. Ist das der Fall, kann man zum Facharzt gehen. Ziel solcher Angebote sollte es sein, dass Menschen sicher und einfach ihre Daten teilen können, um Zugang zu digitaler Gesundheitsversorgung zu erhalten und somit Engpässe im Gesundheitssystem zu umgehen.

Daniel Diethei bei der Präsentation seiner Dokotrarbeit an der Universität Bremen.
Daniel Diethei bei der Präsentation seiner Dokotrarbeit an der Universität Bremen.
Bild: Diethei

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