Freilichtspiel Altusried

"Wir Räuber" ist vorbei - und was wird 2025 auf der Freilichtbühne gezeigt?

Schluss, aus, vorbei: Das Altusrieder Freilichtspiel „Schiller & Der Bayerische Hiasl: Wir Räuber“ ist Geschichte. Das Bühnenbild wird innerhalb von zwei Tagen abgebaut.

Schluss, aus, vorbei: Das Altusrieder Freilichtspiel „Schiller & Der Bayerische Hiasl: Wir Räuber“ ist Geschichte. Das Bühnenbild wird innerhalb von zwei Tagen abgebaut.

Bild: Matthias Becker

Schluss, aus, vorbei: Das Altusrieder Freilichtspiel „Schiller & Der Bayerische Hiasl: Wir Räuber“ ist Geschichte. Das Bühnenbild wird innerhalb von zwei Tagen abgebaut.

Bild: Matthias Becker

Starkregen und Sonnenschein, Feuerwerk und Fest: Das Finale des Altusrieder Freilichtspiels hatte es in sich. Und was kommt als nächstes?
23.08.2022 | Stand: 13:40 Uhr

Montagmorgen auf der Allgäuer Freilichtbühne in Altusried: Es ist ein wenig so wie nach einem Fest: Man hat Freunde eingeladen, hat reihenweise Kochbücher gewälzt auf der Suche nach einem passenden Menü, hat vieles eingekauft, aufwendig gekocht – und dann ist das Fest auch schon wieder vorbei, und es geht ans Aufräumen.

„Ja, das ist jetzt schon ein wenig traurig“, sagt Sebastian Heerwart beim Blick auf das Bühnenbild des Freilichtspiels, das zwei Handvoll Bautrupp-Mitarbeiter gerade auseinandernehmen und abtransportieren. Am heutigen Dienstagabend muss alles weg sein, denn ab Mittwoch wird die Bühne für das Altusrieder Sommerfestival installiert, sagt der Geschäftsführer der gemeindeeigenen Freilichtspiel-GmbH. Am Freitagabend wird dort Austro-Pop-Star Rainhard Fendrich Hits wie „Macho, Macho“, „Strada del Sole“ oder „Es lebe der Sport“ singen.

Den Abbau des Bühnenbilds des Altusrieder Freilichtspiels „Schiller & Der Bayerische Hiasl: Wir Räuber“ kooordiniert Josef Prestele.
Den Abbau des Bühnenbilds des Altusrieder Freilichtspiels „Schiller & Der Bayerische Hiasl: Wir Räuber“ kooordiniert Josef Prestele.
Bild: Matthias Becker

"Wir Räuber": Großes Fest bei den Altusrieder Freilichtspielen

Ja, es war ein großes Fest, das die Altusrieder Freilichtspieler vom 18. Juni bis 21. August boten. 23 Mal brachten sie Volker Klüpfels Geschichte „Schiller & Der Bayerische Hiasl: Wir Räuber“ auf die idyllisch gelegene Naturbühne am Altusrieder Riedbach. Freilich kamen wie berichtet viel weniger Gäste als geplant: 27.000 wollten die abenteuerliche, fiktive Begegnung des bayerischen Wilderes mit dem angehenden Dichterfürsten sehen. König Artus hatte 2019 fast die doppelte Zahl angelockt.

Doch die Altusrieder Freilichtspieler ließen sich bis zuletzt nicht entmutigen: Am Freitagabend trotzten sie tapfer dem Starkregen. Einer von ihnen war Joachim Neumeir, der den Herzog spielte und am Ende wie alle anderen auch pitschnass war. Nach der Schlussszene eilten die meisten Spieler nach Hause – um ihre Kostüme bis zur Aufführung am Samstag so schnell wie möglich trocken zu bekommen. Auch die Technik litt ein wenig unter dem Nass-Einsatz, sagt Heerwart. So mussten ein paar der insgesamt 56 eingesetzten Sender und Mikro-Headsets ausgetauscht werden.

Friedl Gegenbauer (links) und Georg Knoll helfen beim Abbau der Kulissen des Altusrieder Freilichtspiels „Schiller & Der Bayerische Hiasl: Wir Räuber“ von Volker Klüpfel.

Friedl Gegenbauer (links) und Georg Knoll helfen beim Abbau der Kulissen des Altusrieder Freilichtspiels „Schiller & Der Bayerische Hiasl: Wir Räuber“ von Volker Klüpfel.

Bild: Matthias Becker

Finale des Altusrieder Freilichtspiel traditionell mit Feuerwerk

Etwas weniger feucht ging es am Samstagabend zu, der traditionell mit einem Feuerwerk endete. Und dann hatte Petrus doch noch ein Einsehen: Das Finale am Sonntagnachmittag mit Festzug vom Dorf zum Festspielgelände ging bei Sonnenschein über die Bühne. Hinterher feierten rund 300 Mitwirkende mit dem Regieteam um Jana Vetten in der Altusrieder Dreifachturnhalle bis spät in die Nacht zu schmissigen Klängen von Alleinunterhalter Alfons Kennerknecht, berichtet Heerwart.

Kerstin Kehrer und Josef Steinhauser montieren die beim Freilichtspiel benötigten Scheinwerfer ab.
Kerstin Kehrer und Josef Steinhauser montieren die beim Freilichtspiel benötigten Scheinwerfer ab.
Bild: Matthias Becker

Nächstes großes Freilichtspiel findet 2025 auf der Freilichtbühne Altusried statt

Am Tag Eins nach dem Finale herrscht ein buntes Treiben auf dem Areal der Freilichtbühne Altusried: Bagger und Gabelstapler fahren größere Bühnenteile hin und her, Mitarbeiter hämmern und werkeln mit Stemmeisen und demontieren Scheinwerferanlagen. Mittendrin ist Josef Prestele. Der 73-Jährige war früher beim Altusrieder Bauhof tätig und ist der Capo des Abbruch-Teams, zu dem sieben Rentner und vier Bauhof-Mitarbeiter gehören.

(Lesen Sie auch: Allgäuer Freilichtbühne startet am Freitag in die Konzert-Wochen)

„Der Abbau ist immer eine besondere Herausforderung“, sagt Prestele und hofft, dass alles „möglichst ohne Unfall“ über die Bühne geht. Seit 45 Jahren ist er beim Altusrieder Freilichtspiel dabei, mischt bei den Inszenierungen im Volk mit und kümmert sich um den reibungslosen Abbau der Kulissen. Als Zimmerer weiß er genau, wie die Holzbauten zerlegt werden müssen, was in den beiden Stadeln unweit des Freilichtspielgeländes eingelagert wird, um später wiederverwendet zu werden, und was als Abfall in die Container kommt.

Auch Bauhof-Mitarbeiter und Feuerwehrler Alfons Geiß ist ein „alter Hase“. Seit 1977 ist er bei jedem Freilichtspiel mit dabei. An diesem Montagmorgen kümmert er sich erst einmal mit einem Gabelstapler-Fahrer um den Abtransport der mit Pflanztrögen bestückten Loren, die den Wald der Wilderer symbolisierten.

2025 wird es wieder ein großes Freilichtspiel in Altusried geben, kündigt Sebastian Heerwart an. Den Titel des Stücks will er aber noch nicht verraten. „Wir müssen uns erst die Rechte sichern.“