Klima-Demos in Memmingen und Kempten

„Fridays for Future“ in Memmingen und Kempten: 260 Menschen demonstrieren für mehr Umweltschutz

In Kempten und Memmingen fanden am Freitag wieder "Fridays for Future"-Demos statt.

In Kempten und Memmingen fanden am Freitag wieder "Fridays for Future"-Demos statt.

Bild: Matthias Becker

In Kempten und Memmingen fanden am Freitag wieder "Fridays for Future"-Demos statt.

Bild: Matthias Becker

Nach der „Corona-Pause“ wird wieder demonstriert. Nach Kempten und Memmingen kommen 260 Menschen - trotz Regen. Sie fordern eine klimafreundliche Politik.
In Kempten und Memmingen fanden am Freitag wieder "Fridays for Future"-Demos statt.
Von Felix Futschik und Siegfried Rebhan
25.09.2020 | Stand: 18:12 Uhr

„Ich bin frustriert, dass wir seit mehr als einem Jahr demonstrieren und trotzdem fast nichts passiert. Obwohl klar ist, dass sich so viele junge Menschen Handlung wünschen und selbst in ihrem Alltag handeln“, sagt Julia Liebald. „Die Bundesregierung nimmt das nicht ernst und versucht, uns mit ihrem Klimapaketchen zu beruhigen. Es gibt aber Grund zur Panik“, betont die 19-jährige Kemptenerin, die bei Regen auf dem Hildegardplatz in Kempten demonstriert. Die Organisation „Fridays for Future“ ist nach der „Corona-Pause“ wieder auf der Straße zurück – seit Ende Januar ist es die erste Demonstration.

"Fridays for Future"-Demonstranten: "Hoch mit dem Klimaschutz, runter mit der Kohle"

Weltweit gehen an diesem Freitag Jugendliche auf die Straße, werden dabei von verschiedenen Gruppen wie beispielsweise „Scientists for Future“ unterstützt. In Kempten sind auch Vertreter der Bürgerinitiative „Kempten muss handeln“ dabei. Sie fordern, dass das Mobilitätskonzept umgesetzt, die Infrastruktur für Fahrradfahrer verbessert und nach höchsten Energiestandards gebaut wird. Während der Demo erklingen Sprechchöre: „Hoch mit dem Klimaschutz, runter mit der Kohle.“ In Reden kritisieren die Demonstranten die Bundesregierung: Es werde zu wenig für das Klima getan.

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Fridays for Future-Demo in Kempten

Eine junge Frau spricht davon, dass sie frustriert ist, weil seit Jahrzehnten so viele Fakten von Wissenschaftlern auf dem Tisch lägen und dennoch so wenig passiere. Diese Frustration spürt auch Benjamin Gras, einer der Gründer der Kemptener „Fridays for Future“-Bewegung: „Wir verlieren immer wieder Leute. Diejenigen, die jetzt kommen, sind der harte Kern.“

160 "Fridays for Future"-Teilnehmer in Kempten

Mit Blick auf den Klimawandel sagt Gras: „Wir brauchen wahnsinnig große Schritte.“ Er sitzt auch im Klimaschutzbeirat der Stadt und stellt fest: „Es geht nichts schnell in der Politik, man braucht einen langen Atem.“ Aber die Wahl habe gezeigt: Der aktuelle Stadtrat könne deutlich mehr bewirken als der alte.

Die Polizei spricht von etwa 160 Teilnehmern. Es sei alles friedlich verlaufen, Abstände wären eingehalten und Masken getragen worden.

100 Demonstranten in Memmingen fordern rasches Handeln in der Klimakrise

Auch in Memmingen sind "Fridays for Future"-Demonstranten auf die Straße gegangen. Laut Polizei kamen etwa 100 Personen mittags auf dem Marktplatz zusammen, um für einen besseren Klimaschutz zu demonstrieren. Um die geltenden Hygienevorschriften einhalten zu können, waren maximal 300 Teilnehmer mit Mund-Nasen-Schutz erlaubt. Aus dem gleichen Grund fand auch kein Demonstrationszug statt, sondern es wurden Reden auf dem Marktplatz gehalten. (Alle aktuellen Entwicklungen zu Corona im Allgäu, Bayern und der Welt laufend in unserem Newsblog)

Dabei wurde unter anderem ein rasches Handeln in der Klimakrisen gefordert. Schließlich habe die Corona-Pandemie gezeigt, dass die Politik drastische Maßnahmen ergreifen kann, wenn sie eine Krise ernst nimmt. Organisator Armin Riedmaier bedankte sich am Ende bei den Teilnehmern der Demo in Memmingen und versprach, solange weiter zu demonstrieren, bis sich endlich was rührt. (Lesen Sie auch: Greta Thunberg demonstriert fürs Klima - mit Aufruf zum Abstandhalten)

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Fridays for Future-Demo in Memmingen