Tipps für die richtige Kommunikation im Internet

Hass und Intoleranz im Internet - Dagegen geht der Stadtjugendring in Kempten vor

"Hass ist Alltag im Internet." Deswegen möchte der Stadtjugendring Kempten Jugendvertretern zeigen, wie die Kommunikation in den sozialen Medien funktionieren kann.

"Hass ist Alltag im Internet." Deswegen möchte der Stadtjugendring Kempten Jugendvertretern zeigen, wie die Kommunikation in den sozialen Medien funktionieren kann.

Bild: Sina Schuldt, dpa (Symbolfoto)

"Hass ist Alltag im Internet." Deswegen möchte der Stadtjugendring Kempten Jugendvertretern zeigen, wie die Kommunikation in den sozialen Medien funktionieren kann.

Bild: Sina Schuldt, dpa (Symbolfoto)

Gemeine Kommentare, böse Nachrichten: Das ist in den sozialen Medien Alltag. Der Stadtjugendring möchte zeigen, wie Kommunikation im Netz funktionieren kann.
10.03.2021 | Stand: 11:08 Uhr

Der richtige Umgang mit sozialen Medien muss gelernt sein, sagt Stefan Keppeler, Vorsitzender des Stadtjugendrings in Kempten. Denn die Kommunikation auf Facebook und Co. hat sich seiner Meinung nach stark verändert - und das nicht zum Positiven: "Hass ist Alltag im Internet."

Aus diesem Grund bietet der Stadtjugendring am Donnerstag (11. März) eine digitale Diskussionsrunde mit dem provokanten Titel "(a)Sozial im Netz? – Kommunikationskultur im Internet" an. Eingeladen sind Stadträte, Netzwerkpartner,die Delegierten der Jugendverbände und Mitarbeiter des Stadtjugendrings.

Stefan Keppeler: Intoleranz und Aggression zeichnen Social Media aus

Bei der Veranstaltung gehe es vor allem um Ratschläge, wie die Kommunikation in den sozialen Medien funktionieren kann. "Denn ich habe das Gefühl, dass im Internet nicht mehr miteinander gesprochen wird", sagt Keppeler. Wenig Toleranz und viel Aggression zeichne das Klima in den Netzwerken aus. "Manche Kommentare sind gar nicht mehr erträglich zu lesen." Sachliche Diskussionen und Argumentationen seien oft nicht möglich.

Corona-Pandemie: Jugendliche lernen den Umgang mit Medien spielerisch

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sowohl Erwachsene als auch Jugendliche Medienkompetenz lernen. Coronabedingt fand das Programm der Jugendzentren im Jahr 2020 überwiegend online statt. "Wir haben online Spiele gespielt, Instagram-Challenges gemacht und der Jugend einen Rahmen geboten, sich virtuell zu treffen." Auf diese Weise sei vielen Jugendlichen bereits spielerisch Medienkompetenz beigebracht worden. "Jetzt werden die Erwachsenen noch geschult."

Medien-Experten geben Tipps für den Umgang mit sozialen Medien

"Bei der Veranstaltung bekommen die Teilnehmer viel Input, es gibt aber auch genügend Raum für Fragen", sagt Keppeler. Medienpädagoge Paul Wollney wird bei der Veranstaltung die psychologische Sicht auf diese Entwicklung erklären. Dabei gibt er Tipps, wie die Jugendarbeit aussehen muss, um am Lebensalltag von jungen Menschen dranzubleiben und so positiv auf sie einzuwirken.

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Cornelia Nigg berichtet bei der Veranstaltung von ihren Erfahrungen und wie sie mit Hassrede umgeht. Als Influencerin wird sie jeden Tag mit Kommentaren und Nachrichten konfrontiert. berichtet bei der Veranstaltung von ihren Erfahrungen und wie sie mit Hassrede umgeht. Marina Mayr von der Fachstelle Jugendarbeit beantwortet Fragen zu Diversität, Migration und Flucht in der Jugendarbeit im Netz.

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Stadtjugendring Kempten setzt ein Zeichen für die Demokratie

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Jahresthemas "Demokratie leben" statt: Jedes Jahr wählt der Stadtjugendring ein aktuelles Thema, das sich dann durch das Programm des kommenden Jahres zieht. 2021 geht es um die Demokratie. "Dieses Jahr ist ein Wahljahr", sagt Keppeler. Der Stadtjugendring wolle ein Zeichen für die Demokratie setzten und zeigen, wie wichtig es ist, sie zu erhalten. "Wir wollen mit diesem Thema auch die Beteiligung der Jugend an der Politik fördern."

Der richtige Umgang mit sozialen Medien spiele im Jahr dabei eine ganz besondere Rolle, da der Wahlkampf coronabedingt vor allem digital stattfinden wird.

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