Hütten-Freizeit in Allgäu und Tirol

Hermann-von-Barth-Hütte bei Elbigenalp: „Der sonnigste und schönste Arbeitsplatz“

Die Hermann-von-Barth Hütte mit der Wolfebnerspitze (rechts im Hintergrund) ist der höchstgelegene Stützpunkt in den Allgäuer Alpen.

Die Hermann-von-Barth Hütte mit der Wolfebnerspitze (rechts im Hintergrund) ist der höchstgelegene Stützpunkt in den Allgäuer Alpen.

Bild: Michael Munkler

Die Hermann-von-Barth Hütte mit der Wolfebnerspitze (rechts im Hintergrund) ist der höchstgelegene Stützpunkt in den Allgäuer Alpen.

Bild: Michael Munkler

Julia Aurhammer aus Kempten sagt: „Es war familiär und entspannt". Wie die Restaurantfachfrau aus Kempten ihren Sommer oben am Berg erlebt hat.

08.10.2021 | Stand: 17:44 Uhr

Zweieinhalb Monate hat Julia Aurhammer aus Kempten im vergangenen Sommer auf der Hermann-von Barth-Hütte des Deutschen Alpenvereins (DAV) oberhalb von Elbigenalp im Lechtal (Tirol) verbracht. Nachdem auf der Hütte Anfang Oktober die Saison endete, ist sie wieder ins Tal abgestiegen.

Gerne denkt die gelernte Restaurantfachfrau an diesen Bergsommer zurück. „Es war der sonnigste und schönste Arbeitsplatz“, sagt sie. Durch Zufall hatte sie im Frühsommer erfahren, dass auf der höchstgelegenen Alpenvereinshütte in den Allgäuer Alpen auf 2131 Metern Höhe noch eine Servicekraft gesucht wird.

Die 24-Jährige, die gerne in den Bergen wandert, dachte sich: Das wäre etwas für mich. Schnell war sie sich mit Hüttenwirt Harald Wolf und seiner Frau Marion einig und am 16. Juli ging’s los.

Mehrstündiger Aufstieg aus dem Lechtal zum 120-jährigen Haus

Gut drei Stunden dauert der Aufstieg aus dem Lechtal im normalen Wandertempo auf die Hütte, die nach dem legendären Alpenerschließer Hermann von Barth (1845 bis 1876) benannt ist. Vergangenes Jahr war dieses Schutzhaus der Alpenvereins-Sektion Düsseldorf 120 Jahre alt geworden, doch wegen Corona fielen die Feierlichkeiten aus.

Der vor allem bei Kletterern und Weitwanderern beliebte Stützpunkt mit prächtigem Panoramablick in die Lechtaler Alpen von der Terrasse aus gilt als einer der kleinsten im Allgäu. Maximal 70 Gäste können hier übernachten. Entsprechend gibt es dort auch kein Gedränge, keine Massenabfertigung. Und es ist nicht verwunderlich, dass das Haus bei der Hüttenbewertung des DAV von den Besuchern eine Bestnote erhielt: Fünf von fünf möglichen Punkten.

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„Alles war immer sehr familiär“, sagt Aurhammer rückblickend – auch wenn es mal besonders viel Arbeit gab. „Man hilft einfach zusammen“, schildert sie.

Wie eine Familie: Julia Aurhammer (Mitte) mit dem Hüttenwirts-Ehepaar Marion und Harald Wolf. Sie betreiben die Hermann-von-Barth Hütte
Wie eine Familie: Julia Aurhammer (Mitte) mit dem Hüttenwirts-Ehepaar Marion und Harald Wolf. Sie betreiben die Hermann-von-Barth Hütte
Bild: Sabine Höchtl

Die Gäste frühstücken morgens ab 7 Uhr, danach müssen die Lager hergerichtet werden. Toiletten und Waschräume werden geputzt, gleichzeitig laufen in der Küche schon die Vorarbeiten fürs Mittagessen auf Hochtouren: Beispielsweise werden Gulasch geschnitten und Knödel zubereitet. Schließlich kommen ab dem späten Vormittag die Tagesgäste, die bedient werden wollen. Und dann trudeln ab nachmittags diejenigen ein, die eine Übernachtung gebucht haben. Abends ging es zünftig zu: „Fast immer hat jemand Quetsche gespielt.“

Julia Aurhammer: "Die allermeisten Gäste freundlich"

Warum sie den Hüttenjob im Vergleich so entspannt erlebt hat? „Wohl auch, weil die allermeisten Gäste oben am Berg so freundlich waren“, meint die 24-Jährige. Und mit den Hüttenwirten Marion und Harald Wolf sei sie bestens ausgekommen. Sie habe auch mal ein, zwei Tage frei bekommen, um in den Bergen zu wandern.

Die Wolfs bewirtschaften das Haus seit 16 Jahren. Harald Wolf gibt das Kompliment zurück und sagt: „Julia kann jederzeit wieder hier oben arbeiten – gerne.“ Die kommenden Monate wird Aurhammer nicht weit entfernt erneut in den Bergen erleben: Im Skiort Oberlech hat sie ab Beginn der Wintersaison eine Stelle im Gastgewerbe gefunden.

Saisonkräfte werden häufig für Alpenvereinshütten gesucht, für die Häuser mit Winterbetrieb auch in der kalten Jahreszeit. Infos gibt es beim Deutschen und Österreichischen Alpenverein.