Umfrage

Hohe Spritpreise: Fahren Menschen in Kempten deswegen weniger Auto?

Seit Monaten sind die Preise für Benzin und Diesel Deutschland weit hoch.

Seit Monaten sind die Preise für Benzin und Diesel Deutschland weit hoch.

Bild: Marina Kraut (Archivbild)

Seit Monaten sind die Preise für Benzin und Diesel Deutschland weit hoch.

Bild: Marina Kraut (Archivbild)

Am 11. Januar war der Diesel so teuer wie nie zuvor. Wie das das Leben der Menschen in Kempten beeinflusst? Unsere Redaktion hat an einer Tankstelle nachgefragt.
19.01.2022 | Stand: 16:53 Uhr

Am 11. Januar war Diesel mit 158,5 Cent pro Liter im deutschlandweiten Durchschnitt so teuer wie nie zuvor. Für viele Menschen gehört die Fahrt mit dem Auto zum Alltag. So kommen sie zur Arbeit oder erledigen den Wocheneinkauf. Wir haben an einer Tankstelle in Kempten nachgefragt, ob Autofahrerinnen und Autofahrer ihre Gewohnheiten wegen hoher Spritpreise nun ändern oder an anderer Stelle Geld einsparen.

Jenny Seiler, 26 Kempten: „Mir bleibt nichts anderes übrig, als zu tanken. Ich bin alleinerziehende Mutter. Wenn ich mit meiner Tochter unterwegs bin, benutzen wir meistens das Auto. Finanziell belasten mich die hohen Spritpreise schon. Wir versuchen, an anderer Stelle zu sparen. Ich habe aber allgemein das Gefühl, dass das Leben immer teurer wird.“

Jenny Seiler
Jenny Seiler
Bild: Laura Wiedemann

Umstieg auf E-Auto oder Bus? Nicht überall in Kempten und dem Oberallgäu geht das

Sabine Beciri-Kirstein, 53, Waltenhofen: „Wir haben uns ein E-Auto für die Familie zugelegt. In erster Linie aus Umweltgründen, aber auch um unabhängiger vom Spritpreis zu sein. Ich fahre selbst viel mit Bus und Bahn. Gäbe es hier bessere und kostengünstigere Verbindungen, würden bestimmt mehr Menschen den öffentlichen Nahverkehr statt des Autos nutzen. Da muss die Politik etwas tun.“

Sabine Beciri-Kirstein
Sabine Beciri-Kirstein
Bild: Laura Wiedemann

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Flüsterleise zum Unterricht

Elmar Kimmerle, 58, Eglofs: „Ich wohne mit meiner Familie auf dem Dorf. Dort gibt es keine Busverbindung und wir brauchen ein Auto, egal ob der Sprit teuer ist oder nicht. Daran kann man nichts ändern. Auch für unsere Landwirtschaft müssen wir die Fahrzeuge tanken, um arbeiten zu können. Das kostet nun eben mehr.“

Elmar Kimmerle
Elmar Kimmerle
Bild: Laura Wiedemann

Kemptener hofft, dass sich Fahrverhalten durch finanziellen Druck ändert

Jürgen Häckler, 61, Kempten: „Ich habe mich bewusst dazu entschieden, in der Stadt zu wohnen. Hier bin ich unabhängiger vom Auto und meistens mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs. Das war schon so, als Benzin und Diesel noch günstiger waren. Die hohen Spritpreise stören natürlich, aber viele Menschen fahren auch aus blödsinnigen Gründen oft mit dem Auto. Vielleicht ändert sich das durch finanziellen Druck.“

Jürgen Häckler
Jürgen Häckler
Bild: Laura Wiedemann

Sophie Schreiber, 24, Isny: „Seit die Spritpreise so hoch sind, denke ich bewusster darüber nach, wofür ich Geld ausgebe und wie oft ich Auto fahre. Ich nutze jetzt zum Beispiel öfter den Bus oder bilde mit Freunden Fahrgemeinschaften. Aber zur Arbeit komme ich ohne Auto nicht. Ich bin darauf angewiesen, egal wie teuer der Sprit ist.“

Sophie Schreiber
Sophie Schreiber
Bild: Laura Wiedemann