Kempten/Oberallgäu

Im Trend: Immer mehr Allgäuer wollen Second-Hand-Produkte kaufen

Mitarbeiterin Daniela Hempel und Leiterin Susanne Kultus im Kleidermarkt Kempten in der Haubenschloßstraße 12. In Immenstadt lautet die Adresse Hirschstraße 6. Einkaufen darf in den Second-Hand-Läden jeder.

Mitarbeiterin Daniela Hempel und Leiterin Susanne Kultus im Kleidermarkt Kempten in der Haubenschloßstraße 12. In Immenstadt lautet die Adresse Hirschstraße 6. Einkaufen darf in den Second-Hand-Läden jeder.

Bild: Andrea Dörfler

Mitarbeiterin Daniela Hempel und Leiterin Susanne Kultus im Kleidermarkt Kempten in der Haubenschloßstraße 12. In Immenstadt lautet die Adresse Hirschstraße 6. Einkaufen darf in den Second-Hand-Läden jeder.

Bild: Andrea Dörfler

In den Rotkreuz-Kleiderläden gibt es Second-Hand-Kleidung zum kleinen Preis. Mittlerweile reichen die Kunden "vom Teenie bis zum Oldie". Aus gutem Grund.
19.08.2020 | Stand: 18:02 Uhr

Second-Hand liegt im Trend. In den Rotkreuz-Kleiderläden in Kempten und Immenstadt wird gut erhaltene Kleidung zum kleinen Preis verkauft. „Hier werden ehemalige Lieblingsstücke des einen schnell zu Glücksfällen für einen anderen. Das finde ich großartig“, sagt Susanne Kultus, die die Läden leitet.

Kleidung und Schuhe für Frauen, Männer und Kinder, aber auch Heimtextilien, Spielzeug, Geschirr, Bücher sowie CDs gehören zum Sortiment. „Unsere ,Mode von Mensch zu Mensch schont nicht nur Umwelt und Ressourcen, sondern stärkt den Zusammenhalt in der Region“, ist Kultus überzeugt.

Spenden sind wieder willkommen

Sie selbst hat vor sechs Jahren als Ehrenamtliche im Kleiderladen Kempten angefangen. Während der Corona-Welle im Frühjahr kamen bergeweise Kleiderspenden bei den Hilfsorganisationen an. Das ging so weit, dass für einige Wochen nichts mehr angenommen wurde.

Mittlerweile sind die Waren verteilt und zum Teil auch bei neuen Eigentümern angekommen. Spenden sind also wieder willkommen.

Kunden "vom Teenie bis zum Oldie"

Langsam aber sicher spreche sich herum, dass man in den Läden interessante Sachen zum Schnäppchenpreis bekomme. Und vor allem, dass das Angebot für alle Menschen gelte. Kunden hat sie „vom Teenie bis zum Oldie“. Viele Kunden schauten regelmäßig vorbei. „Damen- und Kinderbekleidung geht am besten, aber auch die Herren kaufen gerne bei uns ein.“ Viele Großeltern fänden Spielsachen und Kinderbücher für ihre Enkel. Vermehrt entdeckten Studenten und andere jüngere Menschen das Angebot.

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Mehrere Möglichkeiten, Second-Hand-Sachen zu spenden

Die Ware kommt auf unterschiedlichen Wegen in die Läden. Spender nutzten die Kleidercontainer oder gäben Textilien direkt im Kleiderladen in Kempten ab. In der angeschlossenen Zentralsortierung werden alle Kleidungsstücke, Schuhe, Taschen, Gürtel und Heimtextilien von ehrenamtlichen Mitarbeitenden überprüft. Beschädigte, schmutzige und nicht mehr tragbare Kleidung gibt das Rote Kreuz an eine Textil-Recycling-Gesellschaft zur weiteren Verwertung.

Besonders Bedürftige bekommen Ermäßigung

Was nicht in die Saison passt, wird in einem Lager deponiert. Brauchbare Ware kommt zum größten Teil direkt in die Läden – in Kempten praktisch täglich.

In Immenstadt trifft jeden Montag eine neue Lieferung ein. Beim Preis komme es auf die Balance an: „Nicht zu niedrig, weil es sonst als ramschig angesehen wird und nicht zu hoch, weil es sonst überteuert wäre“, sagt Susanne Kultus.

Wer besonders bedürftig ist, kann nach Vorlage des Einkommensbescheids eine Sozialrabattkarte erhalten – diese bietet noch einmal 50 Prozent Ermäßigung.

Manche schon 20 Jahre dabei

Mit den Erlösen aus dem Verkauf werden lokale soziale Projekte und Dienstleistungen des BRK finanziert. Aktuell arbeiten in Kempten 27 Damen sowie in Immenstadt elf Damen und ein Mann im Alter zwischen 40 und 79 Jahren ehrenamtlich in den Läden. Die meisten von ihnen einmal pro Woche. Einige Frauen sind schon über 20 Jahre dabei. Spezielle Qualifikationen brauchen die Ehrenamtlichen nicht. „Wichtig sind Freude am Umgang mit Menschen und Mode.“