Impfdrängler

Impfskandal: „Keine Verstöße im AWO-Kreisverband Kempten“

Der Vorstand der Arbeitswohlfahrt Kempten weiß nichts von Impfdrängeleien bei der AWO auf Orts- und Kreisebene.

Der Vorstand der Arbeitswohlfahrt Kempten weiß nichts von Impfdrängeleien bei der AWO auf Orts- und Kreisebene.

Bild: Ralf Lienert (Symbolfoto)

Der Vorstand der Arbeitswohlfahrt Kempten weiß nichts von Impfdrängeleien bei der AWO auf Orts- und Kreisebene.

Bild: Ralf Lienert (Symbolfoto)

Die Arbeiterwohlfahrt in Kempten zeigt sich betroffen von den Vorfällen auf Bezirksebene. Worauf das Rote Kreuz im Impfzentrum achtet.
16.02.2021 | Stand: 10:11 Uhr

Auf herbe Kritik stoßen die Verstöße im Umfeld der Arbeiterwohlfahrt Schwaben, bei der offenbar Führungskräfte und Angehörige ohne oberste Priorität gegen Corona geimpft wurden. Gibt es solche Vorfälle auch in Kempten und dem Oberallgäu? Kreisvorsitzender Bernhard Palinsky und Vize Robert Treffler verneinen, wissen nichts von solchen Vorfällen etwa auf Orts- und Kreisebene. „Ich versichere, dass es im Kreisverband keine Verstöße gab“, sagt Palinsky. Allerdings habe die AWO vor Ort auch keinen direkten Bezug zu den Seniorenheimen, denn die betreibe der Bezirksverband.

Würde es zum Beispiel im Kemptener AWO-Seniorenheim tatsächlich einen Verstoß gegeben haben, hätte er als früherer Einrichtungsleiter etwas läuten gehört, meint Palinsky. Sehr betroffen macht das Geschehen bei der AWO Schwaben Robert Treffler, der erst vor Kurzem ins Präsidium des Bezirksverbandes gewählt wurde. Solche Vorfälle seien nicht hilfreich für die Arbeit vor Ort. In der Basis, wo sich viele Menschen ehrenamtlich engagierten, sei das schwer nachvollziehbar.

Nur bei höchster Priorität

Das Rote Kreuz als Betreiber des Impfzentrums Kempten halte sich strikt an die vorgegebene Impfreihenfolge, betont BRK-Kreisgeschäftsführer Alexander Schwägerl. Das bedeutet: Es werden nur Menschen aus der höchsten Prioritätsgruppe geimpft. Also beispielsweise auch keine Polizeibeamten, selbst wenn etwas Impfstoff übrig ist. Auch in dem Fall gibt es die begehrte Spritze nur für Menschen oberster Priorität.

Das sind über 80-Jährige, Bewohner von (auch teilstationären) Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung und Pflege, dortige Mitarbeiter, Pflegekräfte ambulanter Dienste sowie Mitarbeiter medizinischer Einrichtungen mit sehr hohem Corona-Risiko (etwa Intensivstation, Notaufnahme, Rettungsdienst und Impfzentrum) oder mit besonders gefährdeten Patienten (wie in der Onkologie und der Transplantationsmedizin).

Schwägerl sagt allerdings auch, dass ein mobiles Impfteam in Heimen nicht überprüfe, ob es sich bei den Impfkandidaten tatsächlich ausschließlich um Bewohner und berechtigte Mitarbeiter handelt. Die Impfteams verlassen sich auf die Heimleitungen.

Wieder heimschicken

Noch etwas anders fällt Schwägerl auf: Für eine Spritze im Impfzentrum registrieren sich immer wieder auch (daheim) pflegende Angehörige als hauptberufliche Pflegekraft. So kriegen sie zwar einen Termin im Impfzentrum. Dort müssten sie aber die Bescheinigung eines entsprechenden Arbeitgebers vorlegen. Ohne diese zählen sie nicht zur höchsten Priorität und werden wieder heimgeschickt. „Ausnahmslos“, sagt Schwägerl.

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