Corona-Impfung in Kempten/Oberallgäu

Keine Erstimpfungen mehr in kommunalen Impfzentren: "Es sind Tränen geflossen"

Dezentrale Corona-Erstimpfungen - wie hier im Bild in Weitnau - sind in Kempten und im Oberallgäu vorerst gestoppt.

Dezentrale Corona-Erstimpfungen - wie hier im Bild in Weitnau - sind in Kempten und im Oberallgäu vorerst gestoppt.

Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Dezentrale Corona-Erstimpfungen - wie hier im Bild in Weitnau - sind in Kempten und im Oberallgäu vorerst gestoppt.

Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Die Nachricht, dass Erstimpfungen in kommunalen Impfzentren vorerst gestoppt sind, sorgt für Enttäuschung im Oberallgäu und in Kempten. Und für Unverständnis.
03.05.2021 | Stand: 08:00 Uhr

Nachdem die dezentralen Erstimpfungen gegen das Coronavirus in Kempten und im Landkreis Oberallgäu – etwa in Impfbussen oder Gemeindesälen – vorerst gestoppt wurden, ist die Enttäuschung groß. Landrätin Indra Baier-Müller hatte am Donnerstag die Bürgermeister informiert, dass die Staatsregierung umsteuert und den kommunalen Impfzentren nun deutlich weniger Impfstoff zur Verfügung steht als geplant. (Mehr dazu lesen Sie hier: Zu wenig Corona-Impfstoff in Kempten und im Oberallgäu)

Joachim Konrad: "Das ist unsäglich, was da passiert!"

Altusrieds Bürgermeister Joachim Konrad machte seinem Ärger darüber während der Gemeinderatssitzung am Donnerstag Luft: „Das ist unsäglich, was da passiert.“ 24 Termine hätten wieder abgesagt werden müssen, weil der Impfstoff schon am Sonntag nicht mehr ausreiche. Bei manchen der Betroffenen seien deshalb Tränen geflossen.

Dabei sei noch vor etwa zehn Tagen angekündigt worden, dass mehr Impfdosen zu haben seien, sagt Eckhard Harscher, Bürgermeister von Waltenhofen. Deshalb habe man neben den regulären Terminen montags noch zusätzliche Termine sonntags eingerichtet. Auch Altusried wollte seine Kapazitäten erhöhen und hatte das Impfzentrum vom Pfarrheim in die Turnhalle verlegt. Am Sonntag sollte dort das erste Mal geimpft werden.

Eckhard Harscher: "Das ist kontraproduktiv für die Zukunft."

„Ich bin enttäuscht“, sagt Harscher. Den ehrenamtlichen Helfern werde vor den Kopf gestoßen. „Das ist kontraproduktiv für die Zukunft.“ Roland Helfrich, Bürgermeister von Betzigau, sieht das ähnlich. Man habe sich viel Mühe mit der Einrichtung der Impfzentren gegeben. „Bis jetzt hat das wunderbar geklappt, die Bürger haben das gerne angenommen.“ Helfrich hofft nun, dass das Angebot erhalten bleibt und weiter geimpft werden kann, wenn Nachschub kommt.

Als „Erfolgsmodell“ bezeichnet auch Alexander Schwägerl, Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes, die dezentralen Impfangebote im Kempten und im Oberallgäu – als gemeinsame Säule mit den Hausärzten. „Das wurde hervorragend angenommen.“ Von der Idee des Ministerpräsidenten Markus Söder, künftig in Supermärkten impfen zu wollen, hält er nichts: „Diese Entscheidung könnte ich nicht verstehen.“

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