Verkehr in Kempten

In der Gerberstraße in Kempten sind Fahrradfahrer erlaubt - probeweise

Testweise dürfen Radfahrer im kommenden Jahr die Gerberstraße nutzen. Dann soll sich zeigen, ob das auch dauerhaft in Betracht kommt.

Testweise dürfen Radfahrer im kommenden Jahr die Gerberstraße nutzen. Dann soll sich zeigen, ob das auch dauerhaft in Betracht kommt.

Bild: Matthias Becker

Testweise dürfen Radfahrer im kommenden Jahr die Gerberstraße nutzen. Dann soll sich zeigen, ob das auch dauerhaft in Betracht kommt.

Bild: Matthias Becker

Eine Testphase in der Gerberstraße in Kempten soll zeigen, ob die Regelung auch dauerhaft gelten kann. Nicht alle sind davon begeistert.
03.11.2020 | Stand: 16:13 Uhr

Die Gerberstraße in der Kemptener Innenstadt ist kommendes Jahr testweise freigegeben für Radfahrer. Allerdings nur im Schritttempo und vorerst für eine gewisse Zeit: von März bis einschließlich Oktober. Das hat der Ausschuss für Mobilität und Verkehr bei vier Gegenstimmen beschlossen.

Wenn es darum geht, den Radverkehr zu stärken, ist immer wieder die Sprache davon, die Zweiräder in Fußgängerzonen zuzulassen. Generell sollen die Passanten in diesen Bereichen ungestört spazieren und flanieren können, erklärte Gabriele Seling vom Amt für Tiefbau und Verkehr die Hintergründe. Dass Radler durch eine Fußgängerzone fahren dürfen, stelle einen Ausnahmefall dar.

Seling gab unter anderem zu bedenken, dass im Bereich der Gerberstraße zwischen Mühlrad und Kronenstraße durch die Wasserrinne, Aufsteller vor den Geschäften sowie Sitzmöglichkeiten der Weg unterschiedlich breit ist. „Um das Konfliktpotenzial abschätzen zu können“, sei die Zulassung von Radfahrern versuchsweise aber möglich.

Sorge um die Sicherheit

„Ich rate dringend ab“, sagte Josef Mayr (CSU). Er verwies auf Kinder, die an Sommertagen entlang der Wasserrinne spielen. Deren Sicherheit sei gefährdet. Und außerdem sollen die Fußgänger seiner Ansicht nach das Gefühl haben, dass sie sich sicher bewegen können. Ähnlich sahen das seine Parteikollegen Hilde John und Helmut Berchtold. Auch Wolfgang Hennig (SPD) äußerte Bedenken. Er bezweifelte überdies, dass das den Radverkehr in Kempten voranbringt: Eine große Abkürzung sei die Gerberstraße in seinen Augen nicht.

Oberbürgermeister: Ein Grenzbereich

Oberbürgermeister Thomas Kiechle sprach von einem Grenzbereich. „Es kommt darauf an, ob sich die Radler an die Schrittgeschwindigkeit halten.“ Die Sicherheit der Fußgänger stehe an erster Stelle, man müsse ganz genau hinschauen während der Testphase. Alexander Buck (Freie Wähler-ÜP) äußerte sich überzeugt, dass ein gutes Miteinander von Radfahrern und Fußgängern in der Gerberstraße möglich sei.Das sah letztlich auch die Mehrheit des Ausschusses so: Sechs Stadträte und Kiechle stimmten für die Testphase.