Selbstständiges Zusammenleben

In Isny soll eine Senioren-WG im ehemaligen Café Blume entstehen

Ins ehemalige Café Zur Blume in der Obertorstraße in Isny zieht eine Senioren-WG ein.

Ins ehemalige Café Zur Blume in der Obertorstraße in Isny zieht eine Senioren-WG ein.

Bild: Walter Schmid

Ins ehemalige Café Zur Blume in der Obertorstraße in Isny zieht eine Senioren-WG ein.

Bild: Walter Schmid

Das Vorhaben im ehemaligen Café Blume soll älteren Menschen ein möglichst selbstständiges Zusammenleben ermöglichen. Wie das Projekt funktionieren soll.

Ins ehemalige Café Zur Blume in der Obertorstraße in Isny zieht eine Senioren-WG ein.
Von Walter Schmid
01.09.2020 | Stand: 10:02 Uhr

Im ehemaligen Café Blume in Isny soll eine Senioren-Wohngemeinschaft für maximal zwölf Mitbewohner entstehen. Die WG ist geplant als Kooperation zwischen der Wohnwelt GmbH Aulendorf und Renate Paladino, die bereits private Pflegeeinrichtungen betrieben hat.

Den „Blume“-Eigentümern Cosimo und Guiseppe Reo – in Isny bekannt als Gastronomen – gefällt das Konzept, weshalb sie das vielseitig nutzbare Gebäude mit Aufzug zur Verfügung stellen. Es befindet sich in der Obertorstraße.

Mehrere dieser Projekte laufen bereits

Die Wohnwelt GmbH Aulendorf hat bereits mehrere ähnliche Projekte im oberschwäbischen Raum initiiert. Geschäftsführer Martin Gessler strebt mit Renate Paladino nun ein solches auch im früheren Café Blume an. „Wir stehen in den Startlöchern“, erklärte Paladino. Sie hatte zuletzt mit ihrem Mann ein Pflegeheim bei Wolfegg betrieben, das allerdings wegen neuer Auflagen der Landesheimbauverordnung schließen musste.

"Nicht allein sein und gleichzeitig weitestgehend selbstbestimmt leben"

Gessler konkretisiert das Modell folgendermaßen: „Die Senioren-WG soll den veränderten Bedürfnissen der Menschen mit Unterstützungs- und Pflegebedarf entsprechen. Nicht alleine sein und gleichzeitig weitestgehend selbstbestimmt zu leben, das ist der Wunsch vieler Menschen. Wohnen und Alltagsgestaltung sollen dabei im Vordergrund stehen – nicht so sehr Unterstützungsleistungen obwohl diese, einschließlich Pflegebedarf, 24 Stunden garantiert sein sollen.“

Mit dem Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetz seien die gesetzlichen Grundlagen für diese innovativen Wohnformen geschaffen worden: „So wenig wie möglich Unterstützung, aber so viel wie nötig. Wir passen uns den Wünschen und Bedürfnissen der Mitbewohner an“, erklären Paladino und Gessler. Ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben mit Versorgungssicherheit bis ans Lebensende garantiere die Wohnwelt GmbH, ergänzte Gessler.

Man habe Senioren im Blick, die nicht mehr allein sein wollen oder können, für die der Schritt ins Heim jedoch noch nicht gewollt sei, denen Selbstbestimmung und eine familiäre Wohlfühlatmosphäre wichtig sind mit Versorgung nach Wunsch und Notwendigkeit. Die „Blume“ soll auch ein offenes Haus sein, Angehörige sollen kommen und mitwirken können. (Wie die Besuchs-Regeln in Allgäuer Seniorenheimen derzeit aussehen, lesen Sie hier).

Senioren und Personal müssen zusammenpassen

Die Bewohner hätten ihr eigenes Reich in einem oder auch in zwei miteinander verbundenen Zimmern. Freilich müssten die Senioren zusammenpassen, ebenso das Personal. Man habe nicht demenziell kranke Menschen im Blick, die man nicht mehr alleine lassen könne. Wenn sich allerdings eine Demenz im Laufe der Zeit entwickeln sollte, soll für diesen Fall die Betreuung angepasst werden.

Dazu müssten auch Angehörige und vormundschaftlich Verantwortliche sowie das hausinterne Bewohnergremium Einfluss nehmen unter Wahrung der noch möglichen Selbstbestimmung und Achtung der Individualität des Mitbewohners. (Hier erfahren Sie, wie Allgäuer Senioren nicht mehr länger unter der Corona-Kontaktsperre leiden sollen).

Die Senioren-WG wird das ganze Haus belegen. Im Erdgeschoss stehen Gemeinschaftsräume, Küche und Terrasse zur Verfügung, im ersten Stockwerk sechs große Einzelzimmer je mit Bad, Begegnungsbereichen und Balkon, im zweiten Obergeschoss ebenfalls sechs Zimmer, aber je zwei zusammenliegend – und somit für Paare geeignet.